Politik | 28.08.2019

Eine Anhörung der Mittelstands-Union

Was soll die Kommune für Gewerbetreibende tun?

Unkel. Als Vorsitzender des Kreisverbandes der Mittelstands-Union hatte der Unkeler Wolfgang Reeder die Unkeler Selbständigen zu einer Anhörung eingeladen. Die Teilnehmer waren sich einig: Unkel ist ein attraktives, liebenswertes Städtchen. Im Konzept „Kulturstadt Unkel“ findet eine spannende Entwicklung ihren Ausdruck. Inzwischen sind die Aktionen der „Kulturstadt Unkel“ zu Attraktionen weit über Stadt- und Gemeinde-Grenzen hinaus geworden. Eine Entwicklung, die von Kreativität und Einsatz gerade auch der Gewerbetreibenden getragen wird. Um so bedauerlicher, wenn Freude am Engagement immer mal wieder durch als kleinlich empfundene Bürokratie beeinträchtigt wird. Die Selbständigen nennen drei ärgerliche Sachverhalte:

(1) Als ein Bürokratie-Monster erscheint der Tourismus-Beitrag. Erhebung und Verwendung sind undurchschaubar. MIT-Chef Reeder berichtet von seinem Studium der Satzung von 2017. In eng beschriebenen Tabellen sind dort 136 Betriebs-Arten erfasst, 16 verschiedene Bemessungs-Grundlagen bestimmt und 26

verschiedene Beitrags-Sätze festgelegt. (2) Arbeiten an Ateliers, Büros, Geschäften steigern die Attraktivität des Ortes und des Ortsbildes. Bei diesen Arbeiten kann kurzzeitig auch öffentlicher Wegeraum beansprucht werden. Zu schnell ist die Verwaltung dann mit Ordnungs-Geldern zur Stelle - unabhängig von tatsächlicher Beeinträchtigung und Gefährdung. (3) Manche Bebauungs-Pläne sind Jahrzehnte alt. Projekte zum Wechsel von Gewerbe- und Wohnräume werden schematisch abgelehnt, obwohl sie die Innenstadt beleben würden - im Interesse von Einwohnern, Gästen, Kunden.

Reeder konzentriert die Berichte der Gewerbetreibenden auf zwei Elemente: Kommunikation und Ermessen: Die Verwaltung zieht sich zu schnell auf starre Rechts-Positionen zurück. Dabei müsste es in einer so überschaubaren Kommune möglich sein, in kurzem, direktem Kontakt mit Betroffenen Sachverhalte zu klären. Und: Es entsteht immer wieder der Eindruck, dass die Verwaltung Ermessens-Spielräume tatsächlich nicht zugunsten der Selbständigen ausschöpft.

Aus der Anhörung zieht Reeder fünf praktische Folgerungen: 1. Die Bürgermeister sollen darauf drängen, Ermessens-Spielräume intensiver als bisher zu nutzen. Sie sollen sich verpflichten, vor belastenden Maßnahmen Betroffene anzuhören. 2. Die Bürgermeister sollen sich nicht darauf zurückziehen, dass Regelungen wie Sondernutzungs-Satzung und -Gebühren auf der kommunalen Internet-Seite einsehbar sind. Das Ordnungsamt hat in vorbildlicher Weise Bestimmungen zum Alkohol-Konsum und zur Anlein-Pflicht dargestellt. In ähnlich übersichtlicher Weise sollte die Verwaltung allen Gewerbetreibenden notwendige Informationen wie die über Sondernutzungs-Bedingungen zuleiten. 3. Parkmöglichkeiten sind in Unkel durchaus ausreichend. Parkscheiben-Pflicht allerdings ist zeitlich zu restriktiv geregelt. Die Gewerbetreibenden selbst sollten ihren Besuchern auf Ihren Internet-Seiten die nächstgelegene Park-Möglichkeiten bezeichnen und den Zugang von da aus zu ihren Geschäften, Büros, Ateliers, Salons. 4. Regelmäßig sollen die Bürger über die Bürger-Fragestunde auf den Tagesordnungen der Räte informiert werden - und die Bürgermeister sollen sich verpflichten, sich dabei auf die Anhörung der Bürger zu konzentrieren. Und 5. Die Ausbau-Beiträge bringen geringe Einnahmen, hohe Verwaltungs-Kosten und erheblichen Ärger bei betroffenen Bürgern. Die Räte sollen sich der Forderung nach Übernahme durch das Land anschließen.

Pressemitteilung Kreisverband

Neuwied der Mittelstands- und Wirtschafts-Union

Artikel melden

? Vielen Dank! Ihre Meldung wurde erfolgreich versendet.
? Es gab einen Fehler beim Versenden. Bitte versuchen Sie es später erneut.
Kommentare
Bildergalerien
Neueste Artikel-Kommentare
  • Bertram: Das ist mittlerweile der 4. Bus der von dieser Marke vollkommen ausbrennt. Des Weiteren berichte die Rhein Zeitung darüber, dass der VREM 37. Busse der ersten Generation vorsichtshalber außer betrieb...
  • Fabian F: Nichts Neues gefühlt ein Bus pro Woche
  • Sandra Sattler: Der Zustand der L330 zwischen. Nassau und Zimmerschied ist eine absolute Katastrophe- und das nicht erst seit gestern! Wir sind wohnhaft in Hömberg und werden seit vielen Jahren mit diversen Ausreden vom LBM vertröstet.
  • Janek: Wer die Strecke kennt, kann sich den Grund bereits denken … Der Straßenzustand ist dort so schlecht, dass er besonders für Motorradfahrer ein ernstzunehmendes Sicherheitsrisiko darstellt. Dem verunglückten...
  • Siegfried Kowallek: Verwunderlich ist weiterhin, dass die SPD der Neuwieder CDU vorhält, gegen den Unvereinbarkeitsbeschluss der Christdemokraten in Bund und Land im Hinblick auf die Partei Die Linke zu verstoßen. In insgesamt...
  • Siegfried Kowallek: Die Nennung von BSW und der Partei Die Linke im selben Kontext ist sachlich nicht gerechtfertigt und damit unredlich. Prominentester linker Befürworter deutscher Waffenlieferungen an die Ukraine ist Bodo...
Wohnträume
Wohnträume - Wohnen & Garten im Blick
Sonderseite 02 -Wohnträume NR
Sonderseite 02 -Wohnträume NR
Wohnträume
Veranstaltung 15.April
Wir helfen im Trauerfall
Anzeige KW 15
Anzeige Lagerverkauf
Empfohlene Artikel
Weitere Artikel
Symbolbild. Foto: ROB
132

Jugendliche um drei Uhr nachts von Polizei angehalten

11.04.: Bad Ems: 15- und 13-Jähriger unternehmen nächtliche Spritztour mit Auto

Bad Ems. In den frühen Morgenstunden des 11.04.2026, gegen 03:00 Uhr, wurde durch eine Streifenwagenbesatzung nach einem Hinweis von Zeugen ein Pkw im Stadtgebiet Bad Ems, im Bereich der Straße Am Weißen Stein, kontrolliert. Hierbei wurde festgestellt, dass der Fahrzeugführer erst 15 Jahre alt und demnach nicht im Besitz der erforderlichen Fahrerlaubnis war. Sein Beifahrer war nochmals zwei Jahre jünger.

Weiterlesen

Daueranzeige 2026
Jörg Schweiss
Wir helfen im Trauerfall
Imageanzeige - Dauerauftrag
Titelanzeige KW 15
Kleinanzeigen
Mitarbeiter IT-Administrator
Bestellung Nr. 4300003040 - W100 - 606 // Wohnträume MYK
Werksverkauf Anhausen
Wohnträume - Wohnen & Garten im Blick
  WÄRMEPUMPE ÖL/GASHEIZUNG
Staplerfahrer (m/w/d)
Stellenausschreibung Hausmeister/in
Leiter/in (w/m/d)
Sonderseite Geschäftsführungswechsel
130 Jahre freiwillige Feuerwehr Bad Neuenahr und Tag der offenen Tür, 19.04.26