Politik | 11.01.2015

Landesregierung und muslimische Verbände verurteilen islamistischen Terror

Weltoffenheit gefordert

Mainz. In einer gemeinsamen Erklärung verurteilen die Landesregierung und muslimische Verbände in Rheinland-Pfalz das Attentat auf die Redaktion der Satirezeitschrift Charlie Hebdo in Paris vom Mittwoch sowie die darauffolgenden weiteren Anschläge aufs Schärfste und bekennen sich zu Toleranz und Weltoffenheit. Die Anschläge seien nicht nur ein Angriff auf die Meinungsfreiheit, sondern auf die zentralen Werte unserer offenen und freiheitlichen Gesellschaft, die es zu verteidigen gelte. Ministerpräsidentin Malu Dreyer, Integrationsministerin Irene Alt und der Beauftragte der Landesregierung für Migration und Integration, Miguel Vicente, sowie Vertreterinnen und Vertreter unter anderem der muslimischen Verbände Ahmadiyya Muslim Jamaat, DITIB Landesverband Rheinland-Pfalz, Schura Landesverband der Muslime in Rheinland-Pfalz und der Verband der Islamischen Kulturzentren (VIKZ) appellieren an alle Demokratinnen und Demokraten, gemeinsam für Freiheit, Rechtsstaatlichkeit und eine offene Gesellschaft einzutreten.

„Wir verurteilen jede Form von Terror. Die Anschläge, die siebzehn unschuldige Menschen das Leben gekostet haben, sind abscheulich und zugleich ein Anschlag auf unsere demokratische Gesellschaft. Unser Mitgefühl gehört in diesen Tagen den Angehörigen der Opfer. Solche Anschläge haben nichts mit dem Islam zu tun, im Gegenteil: Hier wird der Islam missbraucht. Wir müssen in diesen Tagen ein deutliches Zeichen setzen, dass wir uns vom Terror weder einschüchtern noch unsere Gesellschaft spalten lassen“, erklärte Ministerpräsidentin Malu Dreyer nach dem heutigen Treffen in der Mainzer Staatskanzlei. Integrationsministerin Irene Alt wies darauf hin, dass sich die muslimischen Verbände im Land sehr stark für die Integrationspolitik vor Ort einsetzen: „Wir solidarisieren uns mit den Opfern und allen Musliminnen und Muslimen, die hier leben und jetzt Gefahr laufen, angefeindet zu werden. Wir rufen die Bevölkerung auf, sich von solchen Anschlägen nicht in die Irre führen zu lassen. Ein solches Attentat hat mit Religion nichts zu tun.“ 

Ministerpräsidentin Malu Dreyer  betont, dass die Landesregierung  mit den islamischen Verbänden einen regelmäßigen und konstruktiven Dialog pflegt. Zu diesem Zwecke wurde im März 2012 der Runde Tisch Islam gegründet, dem der Integrationsbeauftragte Miguel Vicente vorsitzt. Vicente fordert: „Die Anschläge in Paris dürfen nicht dazu führen, dass unsere Gesellschaft auseinander getrieben wird. Wir müssen gerade jetzt zusammenrücken, um unsere freiheitlichen und rechtstaatlichen Grundwerte zu schützen. Unser gemeinsamer Feind ist der Terror und nicht der Islam, die Bedrohung kommt von Fanatikern und nicht von einer Religion.“ In der gemeinsamen Erklärung heißt es: „Die rund 150.000 Rheinland-Pfälzerinnen und Rheinland-Pfälzer muslimischen Glaubens sind selbstverständlicher Teil unserer Gemeinschaft und sind mit unserem Land verbunden. Wir setzen gemeinsam ein Signal, dass nicht der Islam unsere Gesellschaft bedroht, sondern die Bedrohung von fanatischem Extremismus ausgeht. Diesem stellen wir uns geschlossen entgegen.“ Ministerpräsidentin Dreyer sagte weiter: „Ich werde in der nächsten Woche auf alle gesellschaftlich relevanten Gruppen in Rheinland-Pfalz zugehen und sie zu einem Treffen in die Staatskanzlei einladen. Ziel ist es, ein breites Bündnis zu etablieren.“

Pressemitteilung Staatskanzlei Rheinland-Pfalz

BLICK aktuell bei Google bevorzugen
Erhalte mehr Inhalte von uns in deinen Google-Suchergebnissen.

Artikel melden

? Vielen Dank! Ihre Meldung wurde erfolgreich versendet.
? Es gab einen Fehler beim Versenden. Bitte versuchen Sie es später erneut.
Täglich exklusive Inhalte
Täglich exklusive Inhalte

Das digitale Magazin für Rhein, Ahr und Eifel — jeden Tag eine neue Ausgabe, optimiert fürs Smartphone.

  • 30 Tage gratis
  • Neue Ausgabe jeden Tag
  • Für unterwegs gemacht
Heutige Ausgabe lesen
Blick aktuell
Regio MAGAZIN

Bildergalerien
Dauerauftrag
Dauerauftrag 2025
Wir helfen im Trauerfall
Stellenanzeige Bauleitung / Kalkulation / Projektleitung / Verkauf
10 Jahre HSH Heizung Sanitär Herschbach in Bad Neuenahr-Ahrweiler
2+1 Aktion
150 Jahre Zeitungsgeschichte
Empfohlene Artikel
Flaschen, Plastikverpackungen, Einweggeschirr: Am Ufer des Sees türmt sich gerade nach Wochenenden der Müll.  Foto: Gabi Becker
935

Mit großer Besorgnis beobachte ich die zunehmende Verschmutzung am Laacher See. Besonders nach den Wochenenden bleiben nach Partys häufig Flaschen, Plastikverpackungen, Einweggeschirr und anderer Müll am Ufer, entlang der Wege und sogar mitten im Wald zurück. Dieses rücksichtslose und antisoziale Verhalten schadet der Natur und der Tierwelt gleichermaßen und beeinträchtigt die Erholung aller Besucherinnen und Besucher.

Weiterlesen

Weitere Artikel
Ein Fahrzeug fuhr aus bislang ungeklärter Ursache von der Bismarckstraße kommend über die Breitestraße/Beckstraße in die gegenüberliegende Fußgängerunterführung.
4812

Andernach. Ein schwerer Verkehrsunfall ereignete sich am Donnerstag, den 09.07.2026, gegen 10:50 Uhr in der Innenstadt von Andernach. Ein Fahrzeug fuhr aus bislang ungeklärter Ursache von der Bismarckstraße kommend über die Breitestraße/Beckstraße in die gegenüberliegende Fußgängerunterführung. Bei dem Unfall wurden mindestens zwei Personen verletzt.BA

Weiterlesen

Symbolbild.
1205

Bonn/Bornheim. Am späten Donnerstagabend, dem 9. Juli 2026, ereignete sich auf der Bundesautobahn 555 in Fahrtrichtung Köln ein schwerer Verkehrsunfall zwischen den Anschlussstellen Bornheim und Wesseling. Ein Pkw kam aus bislang ungeklärten Gründen von der Fahrbahn ab, durchbrach die Leitplanke und prallte gegen mindestens einen Baum. Der Aufprall war so heftig, dass das Fahrzeug in mehrere Teile zerrissen wurde, die anschließend in Flammen aufgingen.

Weiterlesen