Politik | 11.01.2021

Leserbrief zu dem geplanten NVZ in Sinzig

Zu viel Verkehr, zu wenig Erholung

Das Wohl eines einzelnen Investors darf nicht über der zukunftsfähigen Stadtentwicklung stehen

Sinzig. Das geplante NVZ auf dem Rieck-Gelände beschäftigt den Stadtrat, die Stadtverwaltung und die Bürger in Sinzig nun schon ein paar Jahre.

Eine Zeit lang hatte man den Eindruck gewonnen, dass dieses Projekt in einen „Dornröschenschlaf“ versunken ist. Der Dornröschenschlaf scheint nun ausgeträumt zu sein, denn seit kurzem ist dieses Thema wieder aktuell.

Es heißt, der Bebauungsplan sei modifiziert. Aber was wurde denn verändert? Der überarbeite Plan sieht nun begrünte Dächer vor, die Bebauung würde gar eine Öffnung zur Ahr lassen und dort wäre nun eine Gastronomie geplant, um Naherholung zu ermöglichen.

Sind damit nun die Probleme gelöst? Auf gar keinem Fall. Man hat dem ganzen Projekt nur ein grünes Mäntelchen übergezogen.

Denn dies löst kein Verkehrsproblem. Es bläht die gesamte Einzelhandelsfläche in Sinzig nur auf. Dies löst nicht das Ziel, die Ahr als Naherholung aufzuwerten. Dieses NVZ, so wie es jetzt geplant ist, bringt auch keine Belebung der Innenstadt. Im Gegenteil.

Edeka an dem jetzigen Standort ist stadtnah und für viele Sinziger fußläufig erreichbar.

Richtig ist: Edeka möchte sich mit einer modernen Verkaufsfläche im Wettbewerb präsentieren; verschiedene großflächige Anbieter möchten sich mit und in einem gemeinsamen Standort platzieren; Sinzig hatte bereits vor Jahren, mit der Eröffnung von Kaufland ein über 100-prozentiges Flächenangebot im Handel, gemessen an den Einwohnern der Stadt. Und mit dem NVZ wird dieses Überangebot an Verkaufsflächen noch erheblich erweitert.

Diese Entwicklung hat mit einer gesunden Stadtentwicklung nicht mehr viel gemein.

Und auch dies muss man bedenken: Bad Bodendorf mit fast 4.000 Einwohnern hat so gut wie keinen Anbieter des täglichen Bedarfs. Mit dem Bau dieses NVZ auf dem Rieck-Gelände würde man auch einen Standort für Bad Bodendorf für einen Lebensmittelanbieter oder Discounter verhindern.

Mit der überarbeiteten Planung des Bebauungsplans NVZ wird auf keinem Fall das Verkehrsproblem der Kölnerstr. entschärft.

Die verkehrsmäßige Erschließung des NVZ ist mehr als fragwürdig und stellt meines Erachtens verkehrstechnische Risiken und eine unnötige Gefahrenlage dar. Alleine der Anlieferverkehr mit LKW, die bis zu 36 Paletten laden können, stellt eine Überlastung dar. Der PKW-Verkehr ist mit der aktuellen Verkehrssituation am alten Edeka-Standort nicht zu vergleichen.

Es wird (und es muss) eine Vervielfachung des Verkehrs stattfinden, sonst ist dies kaufmännischer Schwachsinn.

Die gesamte Verkehrsbelastung ist auch aus umweltpolitischen Gründen nicht zu verantworten. Dreck, Feinstaub und Abgase werden geballt zunehmen. Der Standort auf dem Rieck-Gelände wird den fußläufigen Kunden zu weit sein, sodass er auf PKW angewiesen sein wird. Dies ist in keinen Fall der richtige Weg die Verkehrsbelastung zu reduzieren. Das passt nicht in die heutige Zeit. Schon jetzt ist z. B. ein Linksabbiegen aus dem Grünen Weg zu den Hauptstoßzeiten eine Herausforderung.

Die vollbeladenen LKW vom Sinziger Brunnen biegen in der Regel nach links ab. Und das bei einer viel größeren Verkehsbelastung nach der Errichtung des NVZ. Ist das wirklich gewollt?

Man muss dann auch den Standort des Feuerwehrgerätehauses überprüfen. Wie wird der anfallende Verkehr die Einsatzzeiten der Feuerwehren behindern? Bzw. wie wird die Anfahrt der Feuerwehrleute vor ihrem Einsatz sein?

Die Kölnerstr. wird derart belastet, dass an dem Kreuzungsbereich Grüner Weg/Kölnerstr. und Abfahrt vom Sinziger Brunnen und TÜV auf die Kölnerstr. eine große Gefahrenstelle geschaffen wird. Die Topografie der Kölnerstr. mit der Ahrbrücke ist nicht gut einsehbar. Der anschließende Kreisverkehr stellt dann wiederum einen Verkehrsknotenpunkt dar.

Geschätzter Stadtrat und Verwaltung, wollt ihr das wirklich?

Wir brauchen Naherholungund nicht Nahversorgung

Es heißt zwar „Sinzig / a. Rhein“! Aber müsste es nicht besser heißen „Sinzig an der Ahr“?

Und was machen wir aus dieser Lage? So wird dies nichts mit der Naherholung an der Ahr.

Eine kleine Gastronomie im NVZ wird nicht die Naherholung verbessern, sondern ist das Feigenblatt des Inverstors für seine Interessen! Die Naherholung an der Ahr braucht mehr als ein Feigenblatt!

Was ist denn mit den Eigentumsrechten der jetzigen Bewohner? Ist das eigentlich egal? Und man denkt für sich: Hauptsache, dass ich da nicht wohne?

Was ist denn mit den Nutzungsrechten aufgrund eines Bebauungsplans für die bestehenden Gewerbeimmobilien, die vielleicht perspektivisch leer stehen? Sind hier gar Rechtsstreitigkeiten gegen die Stadt Sinzig möglich? Sollte man nicht besser sich an einen Tisch setzen, um die Stadt Sinzig weiter zu entwickeln?

Nicht das Wohl eines einzelnen Investors darf die Maxime sein, sondern die Stadtentwicklung für seine Bürger muss oberstes Gebot sein.

Fazit einerschlechten Lösung für Sinzig

Das NVZ wird der Urbanität der Stadt Sinzig nicht gerecht. (Urbanität ist die Lehre von den verschiedenen Funktionen, die eine funktionierende Stadt haben sollte.

Von Handwerk, Handel, Dienstleister, Verkehrsanbindung, Arbeit und Freizeit, von Schule und Leben der Generationen); Das NVZ führt zu einem verkehrstechnischen Kollaps; Das NVZ belastet vollkommen unnötig die Umwelt durch den erhöhten Verkehr; Das NVZ beschert negative Auswirkungen auf dem Schulweg unserer Kinder; Das NVZ mindert erheblich die fußläufige Erreichbarkeit; Das NVZ behindert die Entwicklung von Naherholung; Das NVZ führt zu einer weiteren Verödung der Innenstadt von Sinzig; Und bitte nicht vergessen, es haben sich über 4.000 Bürger gegen das NVZ ausgesprochen. Haben Sie, sehr geschätzter Stadtrat, dies bereits vergessen?

Ich bitte den Stadtrat und die Verwaltung, sich die Antworten auf die Knackpunkte nicht „ideologisch sich schön zu reden“! Nehmen Sie jeden aufgeführten Knackpunkt ernst. Dies sind alles Punkte, die man bitte gut bedenken sollte, bevor man zu seiner Planung und Bauvorhaben „ja“ sagt.

Sagen Sie auch bitte später nicht, dass Sie dies so nicht erwartet haben und zucken mit den Schultern. Sie haben es wissen müssen.

Paul Heinemann

Sinzig-Koisdorf

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