Gedenkfeier am Mausoleum auf dem Kripper Friedhof
16 Menschen wurden Opfer eines Bombenangriffs
Am Sonntag, 8. Februar ab 17 Uhr
Kripp. Mit der Landung der Alliierten im Juni 1944 in der Normandie hatte die Wehrmacht eine weitere Front nach der im Osten und im Süden in Italien mit Truppen und Material zu versorgen.
Die Alliierten versuchten deshalb, die Nachschublinien zu zerstören. Wichtige Ziele für die Bombenangriffe in der Region in der Goldenen Meile waren das Gleisdreieck, die Rheinbrücke in Remagen und die Ahrbrücke in Sinzig. Fast täglich wurden sie im letzten Kriegsjahr angegriffen.
Noch heute findet man zahlreiche Bombensplitter im Boden der Goldenen Meile. Die Angriffe verstärkten sich noch während der Offensive der Wehrmacht in den Ardennen vom Dezember 1944 bis Februar 1945. Am 9. Februar 1945 startete auf dem französischen Flughafen nahe Beauvaise-Tille ein Verband der 322. Bomb Group mit 36 aufmunitionierten Flugzeugen mit dem Ziel, die Eisenbahnbrücke bei Sinzig zu zerstören.
Aber eine tief hängende Wolkendecke und ein verstärkter Flakbeschuss verzögerten wahrscheinlich einen zielgenauen Abwurf der hochfliegenden Maschinen und die Bomben trafen um 15.46 Uhr anstatt der Eisenbahnbrücke die Häuser auf der Rheinallee in Kripp. Wegen Hochwasser hatten die Bewohner trotz Alarms nicht die Schutzräume aufgesucht. In Kripp starben 16 Menschen und 18 Häuser wurden zerstört, in Linz starben weitere drei Menschen und zwei Häuser wurden zerstört, ebenso die Rheinfähre Franziska und die Glasfenster in der Kripper Pfarrkirche. Weitere Informationen zum Hintergrund und dem genauen Ablauf des Bombenabwurfs auf Kripp findet man auf der Internetseite: www.geschichte-kripp.de, die von Willy Weis und Hildegard Funk betreut wird.
Seit 2007 gibt es eine Erinnerungsstätte für die Opfer im Mausoleum auf dem Kripper Friedhof. Zum 70. Jahrestag soll ihnen und allen Opfern von Krieg, Terror und Gewaltherrschaft gedacht werden und eingetreten werden für Frieden und Demokratie, in der die Menschenrechte gewahrt werden. Die Gedenkfeier soll am Vorabend, also am Sonntag, 8. Februar um 17 Uhr am Mausoleum stattfinden. Dazu sind alle Ortsvereine und alle Bürger und Bürgerinnen eingeladen.
