Ein Nachruf der Tischtennisfreunde Remagen
Abschied von einem alten Kameraden
Der Verein trauert um den jüngst verstorbenen Ehrenvorsitzenden Heinz Müller
Remagen. Mit großer Trauer reagierten die Tischtennisfreunde Remagen auf die Nachricht des Ablebens von Heinz Müller. Heinz war im Alter von 18 Jahren am 1. Februar 1948 im Hotel Faßbender-Ober eines von insgesamt 16 Gründungsmitgliedern des Vereins und gehörte zur ersten Generation Remagener Wettkampfspieler der Nachkriegszeit. Abseits des Tischtennistisches sorgte er für einige denkwürdige Momente der Clubgeschichte: So war er nicht nur der erste TTF-Nikolaus auf den Weihnachtsfeiern (samt Hansmuff Herbert Pira), sondern 1958 auch der vermutlich erste Remagener Karnevalsprinz, der als Motivation für sein Amt „Liebeskummer“ angab. Dennoch sorgte er als Prinz mit tatkräftiger Unterstützung von „Säckelmeister“ Klaus Wassong offenbar für nachhaltigen Eindruck - seine Frau Inge lernte er unmittelbar im Anschluss an die Session kennen. Besonders auf offizieller Seite schrieb Heinz Müller ein großes und bedeutendes Kapitel der TTF-Geschichte entscheidend mit: Den ersten Vorsitzenden, Bernd Gemein, unterstützte er von 1948 an als Vereinschronist, ehe er im Jahr 1952 als erster Vorsitzender die Geschicke des Clubs überaus erfolgreich für zwölf Jahre übernahm. Im Jahr 1964 zog es Heinz dann aus familiären Gründen nach Bonn-Bad Godesberg und er beendete seine aktive Laufbahn, blieb dem Verein aber nach wie vor eng verbunden. Einige Jahre später wurde er zum Ehrenvorsitzenden ernannt. Sein langjähriger Mannschaftskamerad Klaus Wassong, der Heinz Müller 1964 als erster Vorsitzender ablöste und viele Jahre zuvor bereits als zweiter Vorsitzender im Vorstand mit ihm zusammenarbeitete, erinnert sich gern zurück an die gemeinsame Zeit: „Heinz war ein stets fröhlicher Mensch, der mit seinem Humor die Menschen um sich herum anstecken konnte.
Er hatte immer eine Anekdote auf Lager. Kurios war, dass er nicht Fahrrad fuhr. Zu Auswärtsspielen im Schloss Ahrenthal in den 50ern fuhr er regelmäßig mit dem Zug bis Sinzig und ging den Rest der Strecke zu Fuß, während der Rest des Teams mit dem Drahtesel anreiste.“ Auch in sportlicher Hinsicht weiß Klaus Wassong Kurioses zu berichten: „Er hielt den Daumen so über dem Schlägergriff, dass es ihm praktisch nicht möglich war, eine kontrollierte Vorhand zu spielen. Auch wenn er es ab und an versuchte. So blieb ihm nur die Rückhand. Aber die reichte auch meistens.“
Neben seinem großen Engagement für die Tischtennisfreunde Remagen bleibt Heinz Müller auch in andern Vereinen unvergessen, so beispielsweise in der Karnevalsgesellschaft oder auch seinem Bad Godesberger Chor, den er bis vor eineinhalb Jahren als Vorsitzender leitete. Heinz Müller verstarb am 22. Juli 2013 in Bonn-Bad Godesberg. Er wurde 83 Jahre alt. Die Tischtennisfreunde Remagen, alt wie jung, nehmen geschlossen Abschied von einem super Kameraden.
