Allgemeine Berichte | 27.04.2013

Studentin des RheinAhrCampus Remagen ging für sechs Monate nach China - ein Erlebnisbericht

Alles „ganz normal“ im Reich der Mitte?

Claudia Schmidt studierte sechs Monate in China. privat

Remagen/China. Im Rahmen des Studiums haben die Studierenden des RheinAhrCampus der Hochschule Koblenz zahlreiche Möglichkeiten, im Ausland akademische Erfahrungen und praktische Kompetenzen auszubauen - und dies gilt auch gerade für den Fachbereich Mathematik und Technik, der über spannende und lebendige Kooperationsstrukturen mit internationalen Hochschulen und Forschungseinrichtungen verfügt. So entschied sich die Studentin Claudia Schmidt für die Variante, im Rahmen ihres Bachelor-Studiums ein Praktikum in China zu absolvieren. Betreut wurde sie dabei von Prof. Dr. Sönke Carstens-Behrens, der die Kooperation mit der chinesischen Partneruniversität koordiniert und Prof. Dr. Georg Ankerhold.

Ihre Eindrücke beschreibt Frau Schmidt so:

„Faszinierend, bezaubernd, einzigartig! So würde ich China nach meinem halbjährigen Aufenthalt beschreiben. Ich studiere Mess- und Sensortechnik. Im Wintersemester 2012/13 habe ich mich über die Kooperation der Hochschule mit der Chinesisch-Deutschen Technischen Fakultät (CDTF) nach Qingdao, einer Küstenstadt im Osten Chinas aufgemacht. Gefördert wurde der Aufenthalt von der GIZ (Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit). In Qingdao habe ich in einem typischen Wohngebiet gelebt, bin wie zuhause einkaufen gegangen und habe in einer ganz normalen Firma ein Praktikum gemacht.

Viele interkulturelle Unterschiede

Aber Stopp! Ganz so normal war es dann doch nicht, denn viele interkulturelle Unterschiede erwarteten mich. In dem kleinen Restaurant direkt an der Straße vor dem Haus gab es nur eine große Tafel mit vielen chinesischen Zeichen drauf. Lesen und verstehen? - Fehlanzeige. Ich habe einfach mit einem Fingerzeig drauf los bestellt. Taxifahren - eigentlich ganz einfach: Außer, man trifft nicht die richtige Betonung, dann kann jede Fahrt überraschend enden. Mit Englisch kommt man hier auch nicht viel weiter, so dass Improvisation und Verständigung mit Händen und Füßen weiterhelfen.

Kulturschock blieb aus

Zum Glück blieb der erwartete Kulturschock weitestgehend aus. Von der ersten Minute an habe ich mich wohlgefühlt. Meine geringen Kenntnisse der chinesischen Sprache haben zumindest für den Alltag gereicht. In der Firma, in der ich mein Praktikum gemacht habe, konnte der Großteil der Kollegen Englisch und einige sogar Deutsch. Zumindest am Arbeitsplatz konnte ich mich ohne Probleme verständigen. Die Firma ist eine Tochtergesellschaft eines deutschen Unternehmens und hat sich unter anderem auf Schwingungsisolierung und -reduzierung bei Maschinen, Gebäuden und Gleisstrecken spezialisiert.

Angenehmes Miteinander der Kollegen

Als sehr angenehm habe ich hier das Miteinander der Kollegen empfunden. Es wurde jeder mit Respekt behandelt und Kontakte wurden über die Abteilungen und jeweiligen Positionen hinweg gepflegt. So gilt es als normal, dass die Reinigungskraft zusammen mit der Vizepräsidentin zu Mittag isst. In meinem Projekt befasste ich mich mit den „Dämpfungseigenschaften von Smartphone-Hüllen am Beispiel des iPhone 4“. Ziel dieser Arbeit war es, herauszufinden, wie gut handelsübliche Smartphone- Hüllen das iPhone bei einem Sturz auf den Boden schützen können. Um dies herauszufinden, habe ich einen Messaufbau entwickelt, um anschließend Messungen durchzuführen und auszuwerten.

Besonderes Erlebnis

Ein besonderes Erlebnis war die Jahresabschlussfeier in der Firma. Da wurde sogar eine eigene Show einstudiert, bei der ich die Gelegenheit hatte, in einem Theaterstück mitzuspielen. Diese gemeinsamen Aktivitäten halfen mir bei meiner Integration und endeten traditionell chinesisch mit dem Gang zum Karaoke. Aber was bleibt nach einer so tollen Zeit? Neben den unzähligen interkulturellen Erfahrungen und Erlebnissen, den gewonnenen Freundschaften und dem Wunsch bald wieder zurückzukehren, ist es vor allem die Gewissheit, dass auch in China eigentlich alles ganz normal ist...“ Prof. Dr. Markus Neuhäuser, Beauftragter für Internationales, und Dr. Laurent Borgmann, Leiter des Bereichs Sprachen/Internationales, begrüßen die stetige Zunahme von Auslandsaufenthalten während des Studiums im Fachbereich Mathematik und Technik und regen alle Studierenden zur Verwirklichung eigener Auslandsplanungen an. Dabei steht der Bereich Sprachen/Internationales gerne zur Verfügung und bietet umfassende Informationen sowie breite Unterstützung bei der Beantragung von Stipendien.

Claudia Schmidt studierte sechs Monate in China. Foto: privat

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