Allgemeine Berichte | 29.07.2013

Kolpingsfamilie Remagen

Auf den Spuren der Heiligen Hildegard von Bingen

Auf den Spuren der Heiligen Hildegard von Bingen

Bingen. Mit privaten Pkw machten sich elf Mitglieder der Kolpingsfamilie Remagen auf den Weg nach Rheinhessen und den Rheingau, um auf den Spuren der großen Heiligen zu wallfahren. Das erste Ziel war der Disibodenberg in Odernheim am Glan. Hier war Hildegard vermutlich 1112 als vierzehnjähriges Mädchen mit der Klausnerin Jutta von Sponheim und zwei weiteren Mädchen in das bereits existierende Mönchskloster eingezogen.

Auf dem großen Ruinengelände hörten die Wallfahrer Gebete aus der Feder der Heiligen und konnten vor allem in Stille für sich oder im Gespräch über das Leben in einem solchen Kloster nachdenken. Hildegard hat hier von Jutta von Sponheim und in dem Umfeld der benediktinischen Mönche Kenntnisse in Theologie, Natur- und Heilkunde erworben. Nachdem sie 1115 ihr Ordensgelübde abgelegt hatte, wurde Hildegard nach dem Tod von Jutta 1136 zur deren Nachfolgerin als Meisterin der Frauenklause, in der inzwischen zehn Frauen versammelt waren, gewählt. Hier hatte sie dann auch 1141 ein visionäres Offenbarungserlebnis, das sie in ihrem Erstlingswerk „Scivias“ niederschrieb, allerdings nachdem sie zunächst jahrelang darüber geschwiegen hatte.

In einer Vision erhielt sie den Auftrag zum Bau eines Klosters auf dem Rupertsberg am Zusammenfluss von Nahe und Rhein, wo einst der Einsiedler Rupertus gelebt hatte. Die Kirche des neuen Klosters wurde 1152 geweiht. Die nun Äbtissin gewordene Hildegard gab dem eher bescheidenen Kloster großen Glanz. 1165 gründete Hildegard ein zweites Kloster in Eibingen bei Rüdesheim, in dem sie ein verwaistes Augustinerkloster erwarb. Sie selbst war wohl oft in Eibingen, der Rupertsberg blieb aber ihr Hauptwirkungsort. Hier starb sie auch nach schwerer Krankheit 1179.

Das Kloster auf dem Rupertsberg ist heute verschwunden. Einige Überreste erinnern an die alte Wirkungsstätte Hildegards. Aus zeitlichen Gründen konnten die Wallfahrer diese Orte und auch die Hildegard-Gedächtniskirche in Bingerbrück nicht aufsuchen. Nächstes Ziel war die weithin sichtbare Abtei St. Hildegard in den Weinbergen von Eibingen. Diese Abtei wurde zwar erst vor gut hundert Jahren errichtet (Grundsteinlegung 1900, erster Einzug von Benediktinerinnen 1904, Erhebung zur Abtei 1908), die dort lebenden Benediktinerinnen sehen sich aber in der direkten Nachfolge der Hl. Hildegard. Clementia Killewald ist die 39. Äbtissin in der Nachfolge der Heiligen. In der Abteikirche betete die Wallfahrergruppe und erinnerte auch mit Unterstützung durch die Wandgemälde aus dem Leben Hildegards an Stationen ihres Lebens.

Den Abschluss bildete ein Gebet in der heutigen Pfarrkirche von Eibingen am Hildegardis-Schrein, der in der Kirche des ehemaligen Klosters von 1165 aufbewahrt wird.

Die Hl. Hildegard wurde 2012 als vierte Frau von Papst Benedikt XVI. zur Kirchenlehrerin ernannt, um damit die überragende Bedeutung dieser Frau heraus zu stellen. Darüber hinaus wird sie ja auch noch als Naturwissenschaftlerin und Heilkundlerin von vielen Menschen geschätzt.

Die gewaltige Eiche auf dem Ruinengelände des Disibodenbergs wird aufgrund ihrer drei Stämme als „Dreifaltigkeit“ bezeichnet.

Die gewaltige Eiche auf dem Ruinengelände des Disibodenbergs wird aufgrund ihrer drei Stämme als „Dreifaltigkeit“ bezeichnet.

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