Eifelverein Remagen
Auf der Milchstraße
Remagen. Erzbergbau im Kreis Ahrweiler? Sicher, ja, zur Römerzeit im Ahrweiler Stadtwald. Oder im Mittelalter die vergebliche Suche nach Gold und Silber an manchen Stellen. Oder auch bis ins 19. Jahrhundert die Eisenerzgewinnung und -verarbeitung an der oberen Ahr. Aber dass im Sahrbachtal bis 1940 Blei, Kupfer, Zink, Eisenerz und Schwefelkies abgebaut wurden, ist heute schon weitgehend unbekannt. Der Freundeskreis Sahrbachtal aber hat mit viel ehrenamtlichem Einsatz den Eingangsbereich eines Stollens erhalten und hübsch gestaltet. Auf Infotafeln wird die Bergbauvergangenheit dieses kleinen Tales vor der Vergessenheit bewahrt. Immerhin 50.000 t Erze wurden dort zwischen 1805 und 1940 gefördert und zur weiteren Aufbereitung nach Braubach transportiert. Die Stollen waren zum Teil über 500 m lang und die tiefste Sohle lag 230 m unter dem Eingangsbereich. Aber dies ist nicht die einzige Attraktion des hübschen Sahrbachtals. Wanderer haben üblicherweise Karten im Maßstab 1:25.000 zur Hand. Das Max-Planck-Institut für Radioastronomie aber zeigt dort auf einem Weg zum benachbarten Radioteleskop anschaulich die Dimensionen im Weltall.
Auf dem Milchstraßenweg wird zum Beispiel im Maßstab 1:100.000.000.000.000.000 (also eine 1 mit 17 Nullen!) gezeigt, welche Bereiche unseres Milchstraßensystems durchquert werden, wenn jeder km 10.000 Lichtjahren entspricht. Ein überlebensgroßes Nashorn und andere Großtiere tauchen am Weg auf, sogar zähnefletschende Saurier. Aber alles nur aus Styropor zur Freude leidenschaftlicher Bogenschützen. Nach Norden führt ein Wanderweg dann durch stillen Hochwald hinauf auf die Höhen mit weitem Fernblick. Die Stille tut gut. Denn leider ist die kurvenreiche Straße unten im Tal am Wochenende ein beliebtes Ziel für Motorradfahrer. Ein Jammer, dass sich Pilze nicht stundenlang im Rucksack transportieren lassen. Allerorten standen verführerisch prächtige Parasolpilze. Über Krälingen führt der Wanderweg hinab in das verwunschene Vischelbachtal und zurück zum Ausgangspunkt Kreuzberg - insgesamt ein wirklich lohnender, landschaftlich reizvoller Rundweg, etwa 19 km lang.
