Rathaus Oberwinter
Ausstellung „Die Landsitze der Familie von Guilleaume“
Oberwinter. Bei den Recherchen zur Calmuth-Ausstellung im letzten Jahr, wurde den beiden Autoren, Christian Schmiedel und Heinz Wilms schnell deutlich, dass auch die andren Häuser der Familie von Guilleaume, Schloss Ernich, Haus Herresberg und Schloss Marienfels eine ebenso interessante Geschichte haben. Aufbauend auf den Materialien, die von den Familien zur Verfügung gestellt wurden, durch Befragung vieler noch lebender Zeitzeugen und mit Hilfe der heutigen Eigentümer konnte auch die Geschichte dieser drei Häuser und ihrer Bewohner in einer umfassenden Präsentation dokumentiert werden. Die Ausstellung wird am Freitag, 3. Mai 2013 um 19:00 Uhr im Rathaus Oberwinter eröffnet.
Haus Herresberg
Haus Herresberg wurde Mitte des 19. Jahrhunderts im Auftrag des Dichters Gustav Pharrius erbaut. Nach mehrfachem Besitzerwechsel und der Erweiterung 1904 durch den Südturm erwarben Ella und Arnold von Guilleaume 1917 das Anwesen. Unter anderem wurde Herresberg von 1932 bis 1940 als Kindersanatorium genutzt. Danach zog der Sohn Herwart mit seiner Familie in das Haus, das er bis 1981 bewohnte. Vom Ende des zweiten Weltkrieges bis 1969 lebte seine Mutter Ella zusammen mit ihrem Sohn in Herresberg.
Schloss Marienfels
Schloss Marienfels erbaute der Architekt Carl Schnitzler 1860 für den Krefelder Zuckerfabrikanten Eduard Frings. Max von Guilleaume erwarb den Besitz 1907, vermutlich auch um sein Jagdrevier zu erweitern. Nach seinem Selbstmord 1932 erbten die Tochter Margarete und ihr Mann Otto von Campe das Anwesen. 1936 ging es in das Eigentum des Remagener Türenfabrikanten Otto Becher über. Nach dem Zweiten Weltkrieg war das Schloss unter anderem Sitz des Trickfilmstudios Fischerkoesen. Nach Paul Spinat, Burgenkönig Herbert Hillebrand und Thomas Gottschalk erwarb 2013 Frank Asbeck Marienfels.
Schloss Ernich
Schloss Ernich ließen Ella und Arnold von Guilleaume 1906 bis 1908 vom kaiserlichen Hofbaumeister Ernst von Ihne aus Berlin für zwei Millionen Reichsmark bauen. Neben wechselnden Nutzungen und Nutzern vor, während und nach den beiden Weltkriegen wurde Ernich von 1933 bis 1945 als Hotel genutzt. 1947 bis 1949 war es Hotel der Internationalen Filmunion in der Calmuth. Schließlich kaufte der französische Staat Schloss Ernich als Botschaftsresidenz. 2006 erwarb es der Filmproduzent Ulrich Felsberg und restaurierte es aufwendig. Die Ausstellung „Die Landsitze der Familie von Guilleaume: Herresberg - Marienfels - Ernich“ wird am Freitag, den 3. Mai 2013, um 19:00 Uhr im alten Rathaus von Oberwinter, Hauptstraße 99 eröffnet. Neben Bildern und Dokumenten wird auch ein Trickfilm von Hans Fischerkoesen aus dem Jahr 1942 gezeigt. Die Eröffnung findet im Beisein zahlreicher Mitglieder der Familie von Guilleaume statt. Die Schauspielerin Isis Krüger wird aus den unveröffentlichten Lebenserinnerungen von Ella von Guilleaume lesen. Die Ausstellung ist außerdem geöffnet am Samstag, 4. Mai, von 17 bis 18:30 Uhr und am Sonntag 5. Mai, von 11 bis 12:30 Uhr sowie von 16 bis 18 Uhr.
Amerikanische Soldaten 1919. Foto: privat
