Kultur und Brauchtumspflege Oedingen
Dem Hl. Martin wird schon über 1.600 Jahre gedacht
Oedingen. „Dat wor ne jode Mann. Dä jof de Pänz de Käezje un stoch se selver an. Butz, butz widde butz“ - auch in Oedingen fand in diesen Tagen der St. Martinsumzug statt. Trotz widriger Witterung hatte dieser eine tolle Resonanz, und Alt sowie Jung strahlten an dem von der Feuerwehr Einheit Oedingen errichteten riesigen Martinsfeuer um die Wette. Die Feuerwehr begleitete auch aus Sicherheitsgründen den Zug. Der Musikkorps Wachtberg-Züllighofen sorgte für die Klänge der St. Martinslieder. Fleißige Helfer verteilten die Martinswecken und bei Glühwein und Kakao vergaß man die Kälte und den Regen und verweilte in geselliger Stimmung. Doch bei dem jährlichen Anlass „Sankt Martin“ ist es für alle Beteiligten auch immer wieder interessant, etwas über den „Herrn Hoch zu Roß“ zu erfahren. So gedenkt man dem heiligen Martin von Tours schon über 1.600 Jahre. Der Heilige Martin von Tours, der das Reich der Franken und die von ihnen besiedelten Gebiete geprägt hat, war in der lateinischen Kirche der Erste, der den Grad der Heiligkeit nicht durch seinen heldenhaften Tod als Märtyrer, sondern durch sein heroisches Leben erreichte. Vor mehr als 1.600 Jahren, am 8. November 397, ist der dritte Bischof von Tours gestorben. Martin, personales Bindeglied zwischen Rom und dem Frankenreich, verkörperte modellhaft für Jahrhunderte das neue spätantike Priester- und Bischofsideal: Ein asketischer Mönch, gebildet und tatkräftig zugleich, für den Kult und Kultur der gleichen Quelle entsprangen, der lebte, was er predigte, der sich vor Christus beugte, um ihn herrschen zu lassen. Am 11. November 1997 wurde zum eintausendsechshundertsten Mal seines Todes gedacht. Papst Johannes Paul II. hat seinen Pastoralbesuch in Frankreich am Grab des heiligen Martin von Tours gebetet.
