Allgemeine Berichte | 29.07.2014

Acht Nachbarn des Wohngebiets „Auf dem Strengel“ überquerten gemeinsam die Alpen

Der Strengel auf Hannibals Fährte

Bei ihrer Alpenüberquerung mussten die Strengelaner einige Schwierigkeiten bewältigen.privat

Sinzig. Acht Nachbarn aus dem Sinziger Wohngebiet „Auf dem Strengel“ machten sich auf, die Alpen zu Fuß zu überqueren. Bereits Wochen vorher wurden die Wanderschuhe, die gepackten Rucksäcke und die Regenkleidung auf dem Sinziger Mühlenberg und den umliegenden Traumpfaden getestet.

Endlich war es soweit, pünktlich um 11 Uhr begrüßte Bergführer Peter die Wanderer an der Bergschule Kleinwalsertal in Hirschegg. Über die Obere Gemstelhütte erreichte die Gruppe am Nachmittag die Mindelheimer Hütte. Bereits auf dieser kleinen Etappe gab es Steinböcke, Gemsen und Murmeltiere zu sehen. Die 1.000 Höhenmeter waren für die Wanderer kein Problem und gegen den kurz vor der Hütte einsetzenden Nieselregen waren alle bestens ausgerüstet. So freuten sich alle auf das deftige und üppige Abendessen. In fröhlicher Runde bei Jörgs Kartenspiel „Rage“ ließ die Gruppe den Tag ausklingen.

Am zweiten Tag ging es über vom Regen getränkte Wiesen und Wege viel bergauf und bergab zur Hanauer Hütte. Die Wege boten auch schon die ersten Herausforderungen. Schmale Steige und heftige Anstiege sorgten für manchen Schweißausbruch. Je nach Temperaturempfindlichkeit wurden nach und nach die langen Wanderhosen und Jacken in kurze Hosen und T-Shirts getauscht. In der Hanauer Hütte angekommen wurden die nassen Kleidungsstücke im Trockenraum aufgehängt. Beate fand in der Spielekiste der Hütte ein neues Kartenspiel, sodass sich alle Wanderer nach dem Abendessen zur „Phase 10“ zusammensetzten. Da nur wenige Wanderer auf der Hütte übernachteten, wurde auch die Hüttenruhe nicht ganz so eng gesehen. Über die Dremelscharte und den Steinsee setzte die Wandergruppe ihre Reise fort. Bis zur Dremelscharte gab es schmale und steile Abstiege und das erste Schneefeld zu überwinden. Der Blick nach dem Durchschreiten der Dremelscharte hinunter ins Tal hat alle für die Anstrengung entschädigt. Der Abstieg führte über den Steinsee. Birgitt, Mathias und Roland ließen es sich nicht nehmen, in den See zu springen, der richtig kalt war. Bis zur Steinseehütte und der wohlverdienten Mittagsrast war es dann nicht mehr weit. Danach ging es fast nur noch bergab zum Berggasthof Kreuz in Rifenal bei Zams. Hier konnten sich alle in gemütlichen Betten für den nächsten Tag ausruhen.

Der Tag begann mit einer Gondelfahrt der Venetbahn zur Bergstation. Im Nu waren fast 1.500 Höhenmeter geschafft. Aber es lagen noch sieben Stunden reine Wanderzeit vor der Gruppe. Zunächst ging es aber erst entlang des Panoramawegs in Richtung Pitztal. Ständige Begleiter waren durch das Tal ziehende Wolkenfelder. Bergführer Peter konnten die Wolken nicht täuschen, denn hier, wenige Kilometer von seinem Wohnort entfernt, kennt er jede Ecke ganz genau. Nach der Mittagsrast auf der Larcheralm ging es weiter bergab ins Pitztal. Denn zwischen dem Pitztaler- und dem Tiefenbachgletscher lag das nächste Quartier. Vorbei an tosenden Wasserfällen, Schneefeldern und dem Gletscher ging es auf die auf 2.730 m üNN liegende Braunschweiger Hütte, dem höchsten Übernachtungspunkt auf dieser Tour. Der Sonnenuntergang versteckte sich noch hinter den aufziehenden Nebelfeldern, aber der Sonnenaufgang am nächsten Tag vollzog sich ohne eine einzige Wolke am Himmel.

Über das Pitztaler Jöchl stieg die Gruppe erstmals auf 3.000 m Höhe. Der anstrengende Aufstieg über Geröll, Schnee und schmale Steige wurde mit einem Gipfelschnaps belohnt. Danach ging es über ein Schneefeld hinab zum Gletscher-Stadion Sölden am Rettenbach. Silvia nutzte die Gelegenheit, einen Teil der Strecke auf ihrem Hosenboden hinabzurutschen. Ihre Freudenschreie waren durch das gesamte Tal zu hören, sodass unter anderem auch Saskia und Bernhard Spaß an dieser Art des Abstiegs fanden. Eigentlich ist es für alle acht Strengelaner selbstverständlich, in das Tal „abzufahren“, denn alle sind begeisterte Skifahrer. Durch das Rettenbachtal wanderte die Gruppe in Richtung Vent, dem Ziel dieser Tagesetappe. Die Vielfalt der Wanderwege brachte es mit sich, dass immer wieder bekannte Wandergruppen die Wege kreuzten. In Bernis Alm ließ die Gruppe den Tag gemütlich ausklingen.

Die Zieletappe führte zunächst wieder auf über 3.000 m zur Similaunhütte. Aus dem schattigen Tal heraus sorgte die Sonne wieder für ausreichend Wärme, sodass alle wieder in kurzen Hosen und im T-Shirt wandern konnten. Auf der Strecke gab es bei der Martin-Busch-Hütte einen Murmeltierzoo und natürlich einen Wegweiser zur Fundstelle von Ötzi, dem Similaun-Mann. Auf den letzten Höhenmetern wanderte die Gruppe wieder durch Schneefelder. Diesmal war der Schnee teilweise so sulzig, dass einige Wanderer schon mal knietief im Schnee stecken blieben. Der Abstieg zum Vernagt-Stausee verlangte wiederum volle Konzentration auf den Weg. Aber keiner vergaß, auch die schöne Aussicht auf die Berge und den grün schimmernden Stausee zu genießen.

Nach 5.300 m Anstieg in den Alpen und 6.400 m Abstieg hatte die Gruppe die Alpen überquert und genoss den Erfolg.

In Meran erwartete die Gruppe vor allem mediterranes Klima (39°). Noch um Mitternacht schmeckte an der Promenade der Passer das Eis. Inzwischen sind wieder alle zuhause angekommen mit dem guten Gefühl, eine traumhaft schöne Woche in den Alpen verbracht zu haben.

Trotz großer Anstrengungen hatten alle Wanderer viel Spaß.

Trotz großer Anstrengungen hatten alle Wanderer viel Spaß.

Bei ihrer Alpenüberquerung mussten die Strengelaner einige Schwierigkeiten bewältigen.Fotos: privat

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