Ein Blick in die Geschichte
Die Apollinariswallfahrt vor 64 Jahren
Remagen. Nach den etwas ruhigeren Wochentagen, an denen aber auch jedesmal viele hundert Pilger zum Apollinarisberg in Remagen wallfahrteten, setzte am Sonntag schon in den frühen Morgenstunden ein solcher Zustrom ein, daß die Kirche bald überfüllt war. Aus dem Ahrtal brachte der Pilgerzug den ersten großen Schub.
Im Laufe des Vormittags kamen mehrere Fußprozessionen aus der Umgebung, eine Unzahl Autobusse brachte Wallfahrer aus dem Köln-Bonner Raum, vom Maifeld, vom Westerwald und aus der Eifel. Schon beim feierlichen Hochamt, das am Altar der Kreuzigungsgruppe im Freien gehalten wurde, dürfte die Zahl der Teilnehmer mit 3000 nicht zu hoch geschätzt sein. Hier wirkte auch das Blasorchester Remagener Musiker mit. Auch bei der Elf-Uhr-Messe drängten die Gläubigen in großen Scharen zur Kirche; sie standen an beiden Eingängen bis weit auf den Platz.
Der zweite Sonntag in der Wallfahrtszeit gilt als Jugendtag. Die Mittagszüge brachten aus allen Richtungen neue Pilgermassen nach Remagen. Als um 16 Uhr die Andacht im Freien begann und Pater Xaverius die vielbeachtete Jugendpredigt hielt, werden mehr als 5000 Menschen versammelt gewesen sein, die hier den aufrüttelnden, wegweisenden Worten des Predigers lauschten. Es war unstreitig der eindrucksvollste Höhepunkt der Wallfahrtszeit.
Bei diesem Massenzustrom an Fremden war auch in der Stadt Hochbetrieb. Die Zahl der Verkaufsstände und Schausteller war so groß, daß jeder auf seine Rechnung kam, — die Geld ausgeben wollten und die in ihrer bis dahin noch ziemlich mäßigen Kasse Platz dafür hatten. In der sommerlichen Hitze waren Eis und kühlende Getränke begehrt. Die paar Regentropfen waren schnell vergessen, der kühlende Wind wurde gerne hingenommen. Die älteren Remagener sagten: soviel Menschen waren selten hier.
Original aus dem Lokalteil der
Kölnischen Rundschau von
Dienstag, 2. August 1949
