Eifelverein Remagen auf dem Rheinsteig
Ein Kneipp-Bad bei sechs Grad
Remagen. Die vorletzte Etappe auf dem Rheinsteig begann im „gotischen Schatzkästlein“ Kiedrich und führte zunächst hinauf zur Ruine Scharfenstein, von der nur noch der runde Bergfried übrig ist. Nach abermaliger Renovierung ist er nun glatt verputzt und hat dadurch den Charme eines Getreidesilos erhalten. Nicht weiter schlimm, dass er verschlossen war. Das diesige Wetter hätte den viel gepriesenen Fernblick ohnehin getrübt. Dann tauchte der sanft ansteigende Weg ein in herrlichen Hochwald, nur hin und wieder unterbrochen durch eine Lichtung oder ein Stück am Waldrand. Die Gruppe kam durch keine Ortschaft, alles ringsum war grüne oder herbstlich bunt gefärbte Natur. Plötzlich zur Linken direkt am Weg erschien ein ovales Kneipp-Becken zum Wassertreten, die obligate Stange in der Mitte zum Festhalten. Wassertreten bei nur sechs Grad. Keiner der Wanderer ließ sich dieses Vergnügen entgehen, alle stiegen in die blau gestrichene Betonwanne (Psst! Die sechs Grad waren Lufttemperatur und das Becken war leer!).
Der kleine Zielort Schlangenbad trägt seinen Namen zu Recht. Denn dort lebt die berühmte Aeskulapnatter, seit der Antike Symbol aller Ärzte und Apotheker.
Außer in Schlangenbad kommt sie in Mitteleuropa kaum noch irgendwo vor. Sie ist die größte aller heimischen Schlangenarten und kann bis zu zwei Meter lang werden. Zwar ist sie ungiftig, kann aber - fühlt sie sich bedroht - kräftig zubeißen. Schade, die Chance eines dieser schön gezeichneten Reptilien zu Gesicht zu bekommen, bestand von vornherein nicht. Sie halten volle acht Monate Winterschlaf und sind nur in den warmen Sommermonaten aktiv. Schlangenbad liegt weitab von der rechtsrheinischen Bahnlinie. Der Bus brachte die Wandergruppe nach Eltville und so konnte auch diese geschichtsträchtige Stadt mit ihren bedeutenden Baudenkmälern auf einem höchst lohnenden Rundgang kennengelernt werden.
