Karnevalsgesellschaft „Grün-Weiß“ Oberwinter
Eine ereignisreiche Reise entlang des Rheins
Rüdesheim/Oberwinter. Die Mitglieder der Karnevalsgesellschaft „Grün-Weiß“ Oberwinter starteten kürzlich zu ihrem Vereinsausflug nach Rüdesheim. Mit der Bahn ging es bei Sonnenschein am frühen Morgen über Koblenz ins Rheingau. Dort angekommen, wartete bereits eine Stadtführung auf die Gäste vom Mittelrhein.
Zunächst führte der Weg zur Brömserburg. Diese Burg war vom 10. bis Anfang des 19. Jahrhunderts in Besitz der Erzbischöfe von Mainz, die den alten Wehrbau im 12. Jahrhundert in eine Wohnburg umwandelten. Die Burg war bis 1937 bewohnt, bis sie im Jahre 1941 von der Stadt Rüdesheim erworben wurde. Heute enthält sie die umfangreichen Sammlungen des Rheingauer Weinmuseums. In der Oberstraße, neben der weltberühmten Drosselgasse die wohl am meisten von Touristen besuchte Flaniermeile, befinden sich eine Reihe alter Höfe aus verschiedenen Kulturepochen: der Frankensteiner Hof, der Ritter’sche Hof und der Bassenheimer Hof. Der schönste aller Rüdesheimer Adelshöfe in der Oberstraße ist der ab dem Jahre 1292 erbaute Brömserhof. Heute beherbergt er das Museum für mechanische Musikinstrumente. Beeindruckend sind auch heute noch die gotische Kapelle und der Ahnensaal im ehemaligen Sitz des alten Rüdesheimer Geschlechts der Brömser.
Die Drosselgasse wurde ebenso erkundet wie die Altstadt Rüdesheims mit seinen sich aneinander reihenden Weinlokalen und Cafés. Die katholische Pfarrkirche St. Jakobus am Marktplatz stammt aus dem 11. Jahrhundert und soll von Ritter Johann Brömser erbaut worden sein. Den Turm krönt eine Wetterfahne mit Halbmond und Stern zur Erinnerung an die Kreuzzüge, an welchen Brömser teilnahm. Nach fast vollständiger Zerstörung im Jahre 1944 wurde sie in rheinischem Bruchstein-Mauerwerk wieder aufgebaut. In dieser befinden sich die mittelalterlichen Bildnisgrabsteine des Rüdesheimer Adels sowie das gotische Tympanon.
Hier endete die interessante und erlebnisreiche Führung. Das gemeinsame Mittagessen wurde in der Ratsstube, einem Restaurant im Herzen der Altstadt, eingenommen. Anschließend stand genügend Zeit zur freien Verfügung, um die Stadt selbstständig zu erkunden.
Mit dem Schaufelradschiff ging es den Rhein entlang
Gemeinsam ging es nach diesen erlebnisreichen Stunden mit dem Schaufelradschiff Goethe der KD auf der Nostalgie-Route nach Koblenz. Vorbei am Binger Mäuseturm und der Burgruine Ehrenfels ging die Fahrt in Richtung Assmannshausen. Die Vielfalt rheinromantischer Burgen und Schlösser konnte auf der weiteren Reise zurück an den nördlichen Mittelrhein bestaunt werden. Mit Burg Rheinstein und Burg Reichenstein begann der erste Burgenausbau der Rheinromantik.
Zeitzeuge einer mittelalterlichen Burganlage ist Burg Sooneck. Als typische rheinische Hangburg inmitten von Weinbergen stellt sich die Ruine von Burg Fürstenberg dar. Burg Stahleck wurde im 12. Jahrhundert im Auftrag des Kölner Erzbischofs zum Schutz des Viertäler-Gebietes um Bacharach errichtet. Vorbei an der Zollburg Pfalzgrafenstein, die Kaiser Ludwig von Bayern auf der Felseninsel Falkenau mitten im Rhein erbauen ließ, ging die Schifffahrt über Kaub mit Burg Gutenfels und Oberwesel mit der Burganlage Schönburg. Sagenumwoben erhebt sich der wohl berühmteste Schieferfelsen deutscher Rheinromantik fast senkrecht über das Rheintal: Die Loreley mit ihren 194,14 Metern über Normalnull und schließlich St. Goar mit einer der größten Ruinenanlagen am Rhein, der Festung Rheinfels. Burg Katz und Burg Maus oberhalb von St. Goarshausen folgten ebenso auf der Nostalgie-Route wie die Burganlagen Sterrenberg und Liebenstein bei Bornhofen, besser bekannt als „Feindliche Brüder“.
Dass sich die Fahrtteilnehmer langsam dem Ausgangspunkt Koblenz näherten, wussten sie spätestens nach Erreichen der Städte Boppard und Braubach. Als einzige unzerstörte Höhenburg am Mittelrhein gilt sie heute als Sinnbild der mittelrheinischen Burgen- und Wehrarchitektur: Die Marksburg, einzigartig in Lage und Substanz.
Hoch über der Lahnmündung erhebt sich die von Erzbischof Siegfried III. in den Jahren 1240 bis 1245 zum Schutz der Mainzer Besitzungen erbaute Burg Lahneck. Mitte des 13. Jahrhunderts wurde als Gegenstück am anderen Rheinufer vom Trierer Erzbischof Arnold II. von Isenburg Burg Stolzenfels gegründet. Nach Zerstörung durch französische Truppen 1689 erfolgte der Ausbau ab 1835 unter Wahrung des vorhandenen Baubestandes. Der beauftragte Architekt Karl Friedrick Schinkel entwarf dabei ein Schloss, Schloss Stolzenfels. Weitere vier Stunden Rheinromantik lagen damit hinter den Ausflüglern, die in dieser Zeit sehr eifrig und aktiv die bereitgestellten „Pittermännschen“ leerten. Der Dank aller Teilnehmer, unter ihnen auch der Schirmherr der Jubiläumsveranstaltungen der KG Grün-Weiß, Professor Dr. Horst Walter Endriss, galt Uli Kostrewa, der diesen Jahresausflug bestens vorbereitet hatte und dabei von seiner Frau Nicole hervorragend unterstützt wurde.
