St. Annakapelle in Remagen
Festkonzert zur Neueinweihung
Taiji Takata und Ulla Bundies lieferten virtuose Darbietungen auf Piano und Geige
Remagen. Ein Festkonzert gab es zur Wiedereröffnung der Remagener Annakapelle.
Nach der feierlichen Einweihung, bei der die Schwestern von Nonnenwerth, auch von offiziellen Vertretern des öffentlichen Lebens, für die Restaurierung und die Renovierung der Kapelle gelobt wurden, gab es ein Festkonzert zur Wiedereröffnung. Pastor Frank Klupsch, der das Konzert organisiert hatte, begrüßte alle Besucher auch im Namen der Provinzoberin von Nonnenwerth, Sr. Maria Lay.
Die Kapelle konnte die zahlreichen Konzertbesucher kaum fassen. Mehr als die Hälfte des Publikums wollte sich aber den Kunstgenuss selbst im Stehen nicht entgehen lassen und drängelte sich in den Gängen. Taiji Takata aus Osaka in Japan, längst kein unbekannter Musiker mehr in Deutschland, spielte in Remagen sein viertes Benefizkonzert. Mit Ulla Bundies spielte er schon 2012 Bachsonaten für Violine und Cembalo in der Klosterkirche auf Nonnenwerth zugunsten der Annakapelle. Nun waren beide Musiker eigens angereist, um bei der Wiedereröffnung der Annakapelle zu spielen. Ulla Bundies spielte auf einer Geige, die aus dem Jahre 1734 stammt, mit Darmsaiten und klassischem Bogen und für Taiji Takata hatte das Telemann Institute Japan eigens ein Pianoforte geschickt. So konnten die beiden Künstler Mozarts Musik auf originalen Instrumenten spielen und so das Publikum mit großartiger Kammermusik begeistern, die von beiden Musikern höchste Bereitschaft des Zuhörens und der Aufrichtigkeit erforderte.
Meisterlich erfüllten die beiden Solisten die Anforderungen, die diese Kammermusik stellt. Ein wahrlich eingespieltes Team, zwei gleichrangige Solisten, war zu hören. Die Künstler spielten drei Sonaten, die durchweg anspruchsvoll sind. Gerade die B-Dur-Sonate KV 454 ist eine Meisterschaft in der Komposition. Im berühmten Andante sind Violine und Klavier so kunstvoll verwoben, dass nicht wahrzunehmen war, wann „das Wort aus dem Munde genommen und wieder hineingelegt wurde“. Diese Sonate ist endlos aufregend, dazu kommt noch das Allegretto am Schluss. Das Werk hat eine Tiefe, die unerreicht ist. Die beiden Künstler rissen das Publikum zu Beifallsstürmen und zum Schluss zu Standing Ovations hin. Natürlich forderte das Publikum sich noch eine Zugabe ein, die die beiden Profimusiker gerne spielten.
Sr. Maria Lay und Pastor Frank Klupsch zeigten sich bei den Künstlern mit frischen Blumengebinden erkenntlich. Das Publikum spendete neben dem Beifall auch noch 1950 Euro. Allen, die dieses Konzert mitgetragen und unterstützt haben, gilt die Wertschätzung der Verantwortlichen. Besonders natürlich den beiden Musikern, die ohne Gage spielten und dem Telemann Institute Japan für die Bereitstellung des Pianofortes. Es war ein guter Start für die neue alte Annakapelle in Remagen.
