Allgemeine Berichte | 16.05.2015

Bündnis für Frieden und Demokratie beging den 8. Mai an der Friedenskapelle

Gegenpol zum rechtsextremen Gedankengut

Die Rede von Richard von Weizsäcker wurde in einem neuen Verhüllungsprojekt eingewoben in die Friedensbotschaften von Schülern. privat

Remagen. „Festakt oder Picknick?“ - diese Frage stellte eine Ausstellung im Haus der Geschichte Bonn rund um deutsche Gedenktage Anfang des Jahres. Diese Frage stellte sich auch das Bündnis für Frieden und Demokratie in Remagen, als es beschloss, den 70. Jahrestag des Kriegsendes in Remagen zu würdigen. Kann man diesen Tag an einem Ort, an dem sich das Kriegselend mit dem Ende des Krieges für die vielen Soldaten in den Kriegsgefangenenlagern noch einmal steigerte, überhaupt feiern? Wie kann dieser Zwiespalt überwunden werden und zu Versöhnung führen? Richard von Weizsäcker hat dazu in seiner berühmten Rede vom 8. Mai 1985 gute Worte gefunden.

So hat das Bündnis in Remagen unter dem Titel „8. Mai – Tag der Befreiung“ dazu eingeladen, den Tag direkt an der Friedenskapelle zu begehen. Die Rede, die heute so aktuell ist wie vor 30 Jahren, wurde in einem neuen Verhüllungsprojekt an der Friedenskapelle symbolisch eingewoben in das Gedenken rund um die Rheinwiesenlager und in aktuelle Friedensbotschaften von Remagener Schülern. Den geselligen und würdigen Rahmen bildete dabei ein „Diner en blanc“, wobei sich die Farbe Weiß für allerlei Symbolik anbot: Farbe der Freude und der Trauer, Essenz aller Farben und vieles mehr. Wer mochte, konnte ganz in Weiß kommen und bei Essen und Trinken Versöhnung feiern. Unter Mitwirkung des Moscheevereines und des Eine-Welt-Faireins entstand ein kleiner Festplatz mit Bewirtung: gemeinsames Feiern als Zeichen der Versöhnung mit den französischen Nachbarn, die „Diners en blanc“ erfunden haben und die auch, als letzte Betreiber, im Juni 1945 die Rheinwiesenlager in Remagen auflösten.

Neben der kompletten Rede von Weizsäckers waren in einem Ausstellungspavillon Informationen zum 8. Mai in Remagen zusammengetragen. „An diesem Tag vor zehn Jahren stellten sich Neonazis in Remagen zum ersten Mal in die Öffentlichkeit und sorgten so dafür, dass sich Menschen vor Ort zusammentaten, um sich gegen rechtsradikales Gedankengut zu engagieren“, berichtete Rita Kupfer. Und am 8. Mai vor fünf Jahren feierte das Bündnis für Frieden und Demokratie mit einem Friedensfest seine Gründung. Zusätzlich gab es Informationsmaterial der Landeszentrale für Politische Bildung. Abbildungen vom Kriegsgefangenenlager Goldene Meile vermittelten einen ersten Einblick in die Ausstellung „Kriegsende und dann?“, die Agnes und Rudolf Menacher erarbeitet haben. Sie ist ab 17. Mai im Sinziger Schloss zu sehen.

Karin Keelan vom Bündnis möchte mit der Veranstaltung zum 8. Mai einen Gegenpol zum engen und in der Vergangenheit verhafteten Denken der Rechtsextremisten setzen. Diese klittern jedes Jahr im November die Geschichte des Ortes, um so alte Feindbilder zu erhalten oder neu zu schaffen. „Wir möchten mit der Kombination aus Information, Symbolik und Beteiligung dazu beitragen, dass Menschen sich mit dem Thema auseinandersetzen, eigene Meinungen finden und die Geschichte als Lernort für eine friedliche Zukunft begreifen“, meint sie.

Dass dieseude machen kann, haben Schüler der Realschule Plus, begleitet von ihrer Lehrerin Johanna Kretschmer, gezeigt. Angeregt durch eine Idee von Michaela Schmitt aus dem Bündnis, haben sie ihre eigenen Gedanken zum Frieden auf Bänder geschrieben und in die Kunstinstallation eingewoben. Die Texte wurden aus dem Buch „Ich habe einen Traum“ ausgewählt. Es wurden auch neue Texte geschrieben und beim „Diner en blanc“ in einer Lesung präsentiert. Als Abschluss der Lesung und als Zeichen der Versöhnung hörte das Publikum Texte in Englisch und Französisch. Vielleicht wird auch ein Teil des Webteppichs in der Schule seinen Platz finden und an den 8. Mai erinnern.

Pressemitteilung

Bündnis für Frieden und

Demokratie Remagen

Die Rede von Richard von Weizsäcker wurde in einem neuen Verhüllungsprojekt eingewoben in die Friedensbotschaften von Schülern. Foto: privat

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