Apollinariswallfahrt lockt große Pilgerscharen auf den Apollinarisberg -
Haupterhebung und Eröffnungsmesse
Prozession in den Klostergarten und der Segen vom Pacelli-Platz über Remagen zu Beginn der Messe
Remagen. „Geht! Macht alle Menschen zu meinen Jüngern!“ Unter diesem Thema steht die diesjährige Apollinariswallfahrt, bei der Tausende von Gläubigen zum Heiligen Apollinaris beten und sich die Büste des Heiligen mit der Reliquie aufsetzen lassen. Hunderte von Gläubigen nahmen schon am Samstag an der Haupterhebung, der Segnung der Stadt vom Pacelliplatz aus und der feierlichen Eröffnungsmesse zur Wallfahrt teil.
„Bereits zum siebten Mal laden wir zur Apollinaris-Wallfahrt ein“, begrüßte Pater Bartholomé von der Ordensgemeinschaft „der gekreuzigten und auferstandenen Liebe“. Bereits zum fünften Mal fand die Prozession direkt im Anschluss an die Haupterhebung vor der Eröffnungsmesse statt. In die Kirche geleitet wurden Pater Bartholomé und die Brüder und Schwestern der gekreuzigten und auferstandenen Liebe gemeinsam mit Dechant Dr. Johannes Meyer sowie der Sankt Sebastianus Schützengesellschaft Remagen um Hauptmann Bernd Schunk und König Udo Ehlert mit Königin Margret Ehlert. Die Ordensgemeinschaft erhob das Haupt des Heiligen in der Krypta und Pater Bartholomé übergab traditionell das Heilige Haupt an Dechant Meyer.
In einer großen Prozession zogen anschließend alle durch den Klostergarten bis zum Pacelliplatz hoch über Remagen. Von dort sprach Dechant Dr. Johannes Meyer den Segen über die Stadt Remagen und ihre Bürger. Das Jahresthema der Apollinariswallfahrt lautet „Geht! Macht alle Menschen zu meinen Jüngern“. „Die Wallfahrt bringt uns dieses Jahr in diese „Bewegung Gottes“: die menschgewordene, gekreuzigte und auferstandene Liebe. Das heißt, Jesus selbst ruft uns Menschen auf dem Apollinarisberg zusammen, damit wir uns von Neuem als „Jünger Jesu“ verstehen, um dann auch von Neuem als „Jünger Jesu“ zu „gehen“. Wir dürfen, zusammen mit vielen Menschen, mithelfen beim Plan Gottes: im Dienst und Gebet, im Segnen und Gesegnetwerden“, so Pater Bartholomé im Apollinarisboten. In langen Schlangen warteten im Anschluss an die Messe die Gläubigen, um sich die Silberne Büste mit den Reliquien des Heiligen Apollinaris aufsetzen zu lassen. Die feierliche musikalische Begleitung bei der Hauptaufsetzung oblag traditionell der Blaskapelle und dem Apollinarischor.
Am Sonntag fand das Pontifikalamt mit Weihbischof Wilfried Theising aus Münster statt. In diesem Jahr am ersten Wallfahrtssonntag wurden die Wallfahrer, die mit dem Wallfahrtsschiff aus Köln kamen, am Rhein erwartet. Die Wallfahrer zogen in einer Prozession zum Apollinarisberg , wo eine Heilige Messe für die Wallfahrer gehalten wurde. Seit Jahrhunderten pilgern Menschen zur Verehrung des Heiligen Apollinaris auf den Apollinarisberg. Bis ungefähr 1950 wurde die Reliquie des Heiligen, die sich in einer kopfförmigen Büste befindet, den Pilgern „aufgesetzt“ und jeder Einzelne persönlich gesegnet. Später hat man die Segnung vereinfacht: Menschen berührten mit der Hand das Haupt und machten ein Kreuzzeichen. Nach den Franziskanern, die die Kirche auf dem Berg und die Menschen in den umliegenden Gemeinden über 150 Jahre betreuten, ist seit Februar 2007 die „Gemeinschaft der gekreuzigten und auferstandenen Liebe“ für Seelsorge und Pilgerbetreuung zuständig. Gemeinsam mit dem Trierer Bischof Reinhard Marx hatte die Ordensgemeinschaft beschlossen, die alte Tradition der „Hauptaufsetzung“ wieder herzustellen.
Nach jeder Heiligen Messe um 10.30 Uhr und um 18 Uhr sowie nach der täglichen Pilgerandacht um 15 Uhr lädt die Gemeinschaft der gekreuzigten und auferstandenen Liebe um Pater Bartholomé zu einem einfachen Imbiss oder Kaffee und Kuchen ein. Noch bis zum 4. August findet die Wallfahrt zum Heiligen Apollinaris auf dem Apollinarisberg statt. An Werktagen ist jeweils um 9.45 Uhr und um 17 Uhr der Rosenkranz. Um 10.30 Uhr und um 18 Uhr sind die Heiligen Messen und um 15 Uhr die Pilgerandacht. Sonntags ist um 8 Uhr, um 10.30 Uhr und um 18 Uhr die Heiligen Messe. Die Pilgerandacht ist sonntags jeweils um 15 Uhr und die Gelegenheit zum Rosenkranz ist um 9.45 und um 17 Uhr. Seinen Namen erhielt der Apollinarisberg von den dort verehrten Reliquien des heiligen Apollinaris. Seit wann sie sich hier befinden, ist nicht genau bekannt, sehr wahrscheinlich aber seit den letzten Jahrzehnten des 14. Jahrhunderts. Hinweis dafür ist einmal die seit 1384 belegte Wallfahrt zum heiligen Apollinaris sowie der aus dem 14. Jahrhundert stammende Sarkophag in der Krypta, in dem bis heute die Hauptreliquie aufbewahrt wird. Hinzu kommen vor allem Belege aus der Zeit des Streits zwischen dem Herzog von Jülich, Wilhelm II., und dem Abt der Benediktinerabtei Siegburg Ende des 14. Jahrhunderts. Dieser Konflikt hatte die Aufteilung der Apollinarisreliquie zur Folge.
Ritter Gerhard von Einenburg brachte das Haupt des heiligen Apollinaris auf die Landskrone (bei Bad Neuenahr) in Sicherheit (um 1380-1394). Den größten Teil der Reliquie brachte der Herzog von Jülich 1383 in seine Residenzstadt Düsseldorf. 1394 kam dann die Hauptreliquie zurück auf den Apollinarisberg. Infolge kriegerischer Auseinandersetzungen wurde das Haupt erneut weggebracht, bis es dann nach Fertigstellung der jetzigen Apollinariskirche am 23. Juli 1857 endgültig auf den Berg zurückkehrte.
