Sascha Gutzeit löste den Fall in der „Kulturwerkstatt“
Heiße Spur führte nach Remagen
Der Kabarettist brillierte als Alleinunterhalter in den verschiedensten Rollen
Remagen. „Wo war ihr Tortenheber in den Morgenstunden?“ Eine Frage, die Licht ins Dunkel der Mordfälle bringen sollte. Doch eine „Wolldecke der Ratlosigkeit“ hatte sich über die Meuchelmorde gelegt. Und Kommissar Heinz Engelmann musste all sein kriminalistisches Können aufbringen, um den Tortenheberfall zu lösen. Es sei verraten: Der Kriminalist und seine rassige Assistentin Liesel Weppen kamen dem Verbrecher auf die Spur und führten ihn am Ende seiner gerechten Strafe zu. Dass der Mörder dabei einfach erschossen wurde, war Pech. Und passt so richtig zum Stück „Der Mörder ist immer der Täter“, das der Liedermacher, Songwriter, Sänger, Schauspieler und Kabarettist Sascha Gutzeit auf die Bühne der Remagener Kulturwerkstatt brachte.
Der Mörder wird hier natürlich nicht verraten, nur so viel: Der Abend im gut gefüllten Saal wurde zu einem spannenden und vor allem lustigen Erlebnis für die gut gelaunten Zuschauer, die nicht mit Applaus geizten. „Ich komme gerne wieder, die Stimmung war klasse“, freute sich da auch der vielseitige Künstler, der alle Rollen in der Krimi-Groteske selbst übernahm. Und da Menschen bekanntlich nicht geklont werden, musste Videotechnik auf der Großleinwand herhalten, dass es Sascha Gutzeit gleich mehrfach in den Szenen gab.
Ideale Mischung aus Spannung und Humor bannte das Publikum
Los ging es mit gruseligen Tönen, die einem Hitchcock zur Ehre gereicht hätten. Und der erste Mord war schnell geröchelt. Mit dem Tortenheber - Made in Remagen, wie sich herausstellte - wurde die Gattin des bekannten Kommissars Heinz Engelmann ins Jenseits befördert. Der hatte an diesem frühen Morgen bereits seinen ersten glashohen Cognac an den Lippen, schließlich war es „für Kaffee ja noch viel zu früh“, wie er der Assistentin klar machte. Mit drei Esslöffeln Arsen im Müsli konnte der Tag also gut beginnen. Der blutige Fund aber brachte nun den Pathologen Tom Brose auf den Plan.
Doch auf dem Weg zu seiner Oma wurde der Mediziner ebenfalls per Tortenheber seines Lebens beraubt. Er wusste zu viel. Er hatte „alle Organe auf Herz und Nieren geprüft“ und Fingerabdrücke festgestellt, leider aber nicht gesichert. Zu spät.
Die Spur führte dann nach Remagen, denn der Tortenheber war in der dortigen Manufaktur gefertigt. Heinz Engelmann recherchierte einem anonymen Anrufer in London hinterher und hatte „trotz dicken Nebels keinen blassen Dunst“ vom Fall. So manche Type begegnete ihm an der Themse, unter anderem der uniformierte Bobby „Bobby Ewing“. Sascha Gutzeit brillierte in den unterschiedlichen Charakteren und brachte im Publikum so manche Lachträne zum Kullern. Filmemacher Christoph Müller unterlegte die Szenen mit passendem Ton und Bild: ein herrlicher Abend.
Wer Spaß hat an Wortwitz, originellen Ideen, skurrilen Szenen und grotesken Situationen, der ist gut aufgehoben bei Sascha Gutzeits Mordsgeschichten. Die Zuhörer werden einbezogen, bei „Publikumsentscheidungen“ mussten auch alle die Hände hochnehmen bei der zwischenzeitlichen Fast-Verhaftung des Kommissars. Der Kabarettist reagierte locker-flockig auf Zwischenrufe und pflegte den gekonnten Dialog mit sich selbst, wenn er in einer anderen Rolle über die Leinwand flimmerte.
Wer den Mordfall in der Kulturwerkstatt verpasst hat, hat wirklich etwas verpasst. Unter www.saschagutzeit.de finden Interessierte mehr über den Künstler und weitere Termine.
