Allgemeine Berichte | 30.10.2013

Wehren der Stadt rückten zur Gemeinschaftsübung nach Nonnenwehrt aus

"Hurra, Hurra, die Schule brennt"

Vorsichtig werden Menschen nach unter transportiert. AB

Remagen. Was für die Darsteller der Verletzten im Gymnasium auf der Insel Nonnenwerth zum Teil ein Riesenspaß war, war für die Einheiten der Stadt Remagen eine notwendige Übung für den Ernstfall. „Und den wollen wir uns nicht erhoffen“, sagte dann auch Bürgermeister Herbert Georgi, der gemeinsam mit der stellvertretenden Schulleiterin Andrea Monreal und Verwaltungsdirektor Wolfgang Goerg das Geschehen zu abendlicher Stunde beobachteten. Ein gewaltiges Szenario hatten sich der Stellvertretende Wehrleiter Ingo Wolf und der Rolandswerther Einheitsführer Robert Zimmermann einfallen lassen. Hilfeschreie drangen aus dem altehrwürdigen Gebäude, in dem nur einzelne Zimmer erleuchtet waren. Rauch quoll aus den Fenstern, schattenhaft tauchten Personen im Lichtschein auf. Sirenengeheul vom Ufer dringt auf die Insel herüber. Um 19.14 Uhr war der Notruf bei der Polizei eingegangen: „Es brennt in der Schule“. Angenommener Fall, der exakt nachempfunden wurde: In einem Raum des Gymnasiums bereitete eine Klasse ihre Übernachtung vor, Projekttage waren der Grund. Irgendwie bricht ein Feuer aus, ein Schüler löst den Hausalarm aus. Automatisch wird dadurch der Notruf zur Einsatzzentrale der Remagener Wehr angesetzt. Sogleich setzt sich der Präzisionsapparat der Freiwilligen in Gang. Alle Remagener Feuerwehreinheiten werden allarmiert, sowie der Einsatzleitwagen und die Feuerwehrfähre RPL 7, die in Kripp vor Anker liegt.

Vom Feuer eingeschlossen

In der Zwischenzeit ist es einigen Schülern gelungen, das Gebäude zu verlassen, andere sind von dem Feuer eingeschlossen, oder liegen verletzt im Treppenhaus. Stadtwehrleiter Michael Zimmermann ist als Einsatzleiter einer der ersten vor Ort. An der B 9 reihen sich die schweren Gerätewagen der Wehren auf, Blaulichter durchzucken den Abend. Nur langsam geht der Transport von Material und Menschen mit der Inselfähre, an der ein Ponton angekettet ist, vonstatten. „Im Ernstfall versichern wir uns auch der Hilfe der Rolandsecker Fähre, und die RPL 7 kommt mit Volldampf den Rhein herunter“, erläutert Robert Zimmermann. Disziplinierte Eile ist angesagt bei den Rettungskräften. An den Fenstern tauchen immer wieder Menschen auf, Hilfeschreie. Der Fluchtweg durch das Gebäude ist ihnen verwehrt, die ersten Feuerwehrleute dringen mit schwerem Atemschutz und Äxten in das Gebäude ein. Derweil bauen andere vom Rhein aus die Wasserversorgung auf. Genau wird jeder Bewegungsablauf für die abschließende Besprechung protokolliert. Grelles Licht erhellt das Gebäude, Steckleitern werden hochgefahren. Freiwillige dringen von außen in das Gebäude ein, vorsichtig werden Menschen nach unter transportiert, derweil haben die Freiwilligen innen alles unter Kontrolle. Die verletzten Schüler wurden nach außen gebracht, werden dort von Kameraden versorgt. Nach fast zwei Stunden kehrt wieder Ruhe ein auf Nonnenwerth, Mannen und Gerät verlassen die Insel. „Es mutet zwar wie ein großes Spektakel an, doch im Ernstfall muss jeder Handgriff sitzen und daran arbeiten wir immer“, geben sich die Wehrleiter zufrieden mit der Übung auf Nonnenwerth. Allerdings hat die Schule auch ein eigenes Sicherheitssystem, an dem Schulleitung und Schüler ständig feilen.

Hilfeschreie drangen aus dem altehrwürdigen Gebäude, in dem nur einzelne Zimmer erleuchtet waren.

Hilfeschreie drangen aus dem altehrwürdigen Gebäude, in dem nur einzelne Zimmer erleuchtet waren.

Vorsichtig werden Menschen nach unter transportiert. Fotos: AB

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