„Juchhe, lauter Schnee!“
Das Arp Museum bescherte am Wochenende Rodelfreunden jeden Alters Spaß auf seiner Minipiste
Rolandseck. Erste Fahrten mit dem zu Weihnachten erhaltenen neuen Lenkschlitten, Rutschpartien auf unverwüstlichen Kufen-Oldtimern oder grellfarbenen Plastik-Ausführungen - einen Hochgenuss bereitete das Arp Museum Bahnhof Rolandseck am Wochenende allen Rodelfreunden im Rahmen der erfolgreichen Ausstellung „Lichtgestöber. Der Winter im Impressionismus“ (bis 14. April) hatten die Ausstellungsmacher den Wiesenhang vor dem Museumseingang in eine echte Schlittenbahn verwandelt. Während in der Kunstkammer Rau mit Meisterwerken Bild gewordene Eiseskälte und schneeverwehte Landschaften unter anderem von Claude Monet, Gustave Caillebotte, Courbet und Sisley harte Winter beschworen werden, überwogen bislang in der Region ungewohnt milde Temperaturen.
Umso mehr kam die Idee an, per Schneemaschine weiße Pracht zu zaubern. Chemie war dabei keine im Spiel. Seit Mittwoch versprühte eine Düse am gelben Schlauch feinen Schnee, einzig erzeugt mit Strom und Wasser. Schon am Samstagvormittag tummelten sich, auch zur Freude von Museumsdirektor Dr. Oliver Kornhoff, seiner Stellvertreterin Claudia Seiffert und Oliver Hasenfuhs von der ausführenden Firma Jugendliche sowie Kleinkinder mit ihren Eltern auf der 30 Meter langen und acht Meter breiten Bahn. Am Nachmittag war sie ausgelastet. Ein Gewusel von Kindern jeden Alters, dick verpackt in bunte Mützen, Schals und Anoraks stürmte das Terrain. Lachend, kreischend, juchzend ging es auf präparierten 70 Kubikmetern Schnee bergab. Ohne Pause erklommen sie den Hang, um mit ihren rutschenden Untersätzen – vom Schlitten bis zum Schlauchboot war alles vertreten – aufs Neue die Fahrt zu wagen. Mit von der Partie: das Ehepaar Daniel und Cosima Arther aus Bonn. Um dem Nachwuchs, Carlotta und Livia, zwei und vier Jahre alt, eine Freude zu machen, hatten sie sich von Freunden zwei Schlitten ausgeliehen.
Vielen Besuchern war der Weg aus dem benachbarten Bundesland nach Rolandseck für diese Aktion nicht zu weit. Nahe lag der Spaß für „Wintersportler“ aus der Kreisstadt, aus Sinzig und über die Fährverbindung für die Bewohner von Linz und Unkel. Nicht der Rede wert war die Anreise der zahlreich aus den Remagener Ortsteilen angerückten jungen Familien, wie Remagens Wirtschaftsförderer Marc Bors, der mit seiner Frau und dem Töchterchen gekommen war.
Den geröteten Wangen, lachenden Gesichtern und glänzenden Augen nach zu urteilen, ist Bewegung im Schnee ein Glücksgarant schlechthin. Auch die Schüler der Sinziger Janusz-Korczak-Schule strahlten um die Wette. Dustin Remmling, Ersen Konca und Santa Maria Yakub gehörten zum Team, das an der Bar aus verdichtetem Schnee gut gelaunt und unermüdlich wärmende Getränke wie Kinderpunsch und Glühwein verkaufte. Den konnte man gut gebrauchen, hatten doch die Temperaturen am Wochenende empfindlich angezogen. Die Beteiligung der jungen Leute am Rodelprojekt zeigte außerdem, dass Kooperation immer Gewinner auf beiden Seiten hervorbringt. Denn bereits seit dem Schuljahr 2011/2012 erleben die Schüler im Museum einen ganzheitlichen Kunstunterricht, der sie, ebenso wie begleitende Lehrer und Schulleiter Karsten Schölzel, einfach nur begeistert.
Genauso funktioniert auch die als Marketingstrategie initiierte Rodelkampagne: „Wir kommen wieder“, war von ganz vielen jungen Familien zu hören, womit das Ziel des Arp Museums, neue Besucherschichten zu erschließen und Museumsfans ans Haus zu binden, aufgehen sollte. HG
Auch diese kleine Wintersportlerin ist gut angekommen.
