Eifelverein Remagen
Plötzlich krachte die Bank!
Remagen. Wanderungen ohne Überraschungen gibt es gar nicht, manchmal können sie sogar aufregend sein. Der nur elf Kilometer lange, aber wunderschöne und höchst abwechslungsreiche Rundweg begann am Kloster Ehrenstein im Mehrbachtal. Die ganze Klosteranlage, vor allem aber die Kirche aus dem 15. Jahrhundert mit ihren kunstvollen Gewölbebögen und den einzigartigen Glasfenstern ist ein kulturhistorisches Juwel von höchstem Rang. Von dort führte der Wanderweg fast immer durch herrlichen Hochwald. Die prächtigen Bäume hatten ihren Laubschmuck schon weitgehend abgeworfen. So wurde das Geräusch raschelnden, manchmal knöcheltiefen Laubes zur Begleitmusik der ganzen Wanderung. Auf halbem Weg bei Petersbach lud ein schmucker, ganz neuer Holzpavillon zur Rast ein, genau richtig zur Mittagszeit. Aber kaum war Platz genommen, schon gab es einen Knall und die Bank krachte aus der Wand. Etliche Wanderer purzelten unsanft durcheinander. Die Ursache war schnell gefunden: Ganze sechs zierliche, viel zu kurze Holzschrauben sollten dieser Bank Halt verleihen. Auf Dauer hätten sie wohl kaum das Eigengewicht der Bank getragen. Dicht daneben führte der weitere Weg durch den finsteren Tunnel einer seit 1945 zerstörten Bahnstrecke. Die angebliche Beleuchtung war defekt. Aber da der Tunnel zwar lang, aber schnurgerade ist, musste dann eben das berühmte Licht am anderen Ende des Tunnels zur Orientierung dienen. Danach ging es südlich der Wied zurück, nicht immer ganz einfach, denn unter dem Laub verbargen sich manchmal tückisch glitschige Lehmschichten. Zu einer letzten Mutprobe wurde eine schwankende Hängebrücke über die Wied, zulässige Verkehrslast: zehn Personen. Aber nach gutem Zureden, aufgeteilt in drei Gruppen, vertrauten sich alle diesem Bauwerk an. Zurück im Kloster Ehrenstein wurden die Wanderer bei Kaffee und Kuchen herzlich willkommen geheißen von den dort jetzt residierenden Franziskanerinnen von Waldbreitbach. Sie erhalten heute die Tradition von Kloster Ehrenstein aufrecht als einem Ort der Stille und des Gebets.
