Allgemeine Berichte | 19.04.2014

Zwei neue Kunstwerke des Skulpturenufers Remagen wurden eingeweiht

„Rheinschlafen“ und „Lapsus“ enthüllt

Das Arp Museum bietet ab sofort geführte Fahrradtouren entlang des entsprechenden Rheinabschnitts an

Nicht sofort zu erkennen: „Rheinschlafen“ lädt die Bevölkerung zum Campieren im Freien ein.AB

Remagen. Zwei neue Kunstwerke innerhalb des Skulpturenufers Remagen wurden offiziell eingeweiht und ihrer Bestimmung übergeben. Passend zum Frühlingsbeginn hat Künstler Joachim Manz in Rolandswerth, einen Steinwurf entfernt von den „Wiesen“, auf denen in wenigen Tagen die Bürgerschaft von Rolandswerth den Wonnemonat Mai willkommen heißt, eine zweiteilige Skulptur realisiert, die Radreisenden und Wanderern eine ungewöhnliche Übernachtungsmöglichkeit unter freiem Himmel bietet. Der malerische Titel „Rheinschlafen“ verrät bereits, dass die Konstruktion aus geflochtenen Weidenruten, Holz und Aluminiumblechen einen Zufluchtsort in unmittelbarer Nähe des Rheins bietet. Dieses romantische Kleinod lädt Reisende wie Flaneure dazu ein, innezuhalten, zu entspannen, zu träumen und Teil einer einzigartigen Landschaft zu werden. Sehr angetan waren bei der offiziellen Einweihung vor Ort neben einer Gruppe von Nachbarn auch Bürgermeister Herbert Georgi, Wirtschaftsförderer Marc Bors, Werner Schäfer und der Direktor des Arp-Museums, Dr. Oliver Kornhoff. Das zweiteilige Kunstwerk „Rheinschlafen“ bietet vier Personen eine Übernachtungsmöglichkeit. Um die Liegen auszuklapppen, müssen sich die Gäste einen Schlüssel beim nahegelegenen Campingplatzbetreiber holen. Oberhalb von den Liegen gibt es die Möglichkeit, eine Markise auszufahren, um auch bei Regen geschützt zu sein. Ein Moskitonetz gibt es zudem, um lästige Insekten abzuhalten.

Ein „Lapsus“ am Rheinufer

Das zweite Kunstwerk, eine Reflexion über den ästhetischen Wert von Unstimmigkeiten und Inkorrektheiten, regt die Arbeit „Lapsus“ des Künstlers Michael Volkmer an. Dieses Kunstwerk ist auf dem Leinpfad zwischen Remagen und Kripp in der Nähe des Campingplatzes Remagen zu sehen. „Lapsus“, lateinisch für Ausrutscher, wird von dem Künstler, der in Rheinland-Pfalz lebt und arbeitet, als Synonym für einen geringfügigen, unwillkürlichen Fehler verstanden. Auf sieben Metern entlang des Rheins im Süden von Remagen setzt Michael Volkmer diesen Gedanken um, indem er ohne das Bodenniveau zu verändern die grauen Verbund-Pflastersteine des Leinpfads durch eingefärbte Steine ersetzt, die das Wort „Lapsus“ bilden. Ganz im Sinne Hans Arps greift Michael Volkmer damit dessen künstlerisch besetzten Begriff der Metamorphose auf, die durch das Aufbrechen bestehender Ordnungen im Sinne einer Verwandlung eine neue Form bildet. „Das 2000-jährige Bestehen der Stadt Remagen war der Anlass, um die Idee eines dauerhaften Kunstprojektes entlang des Rheinufers in Kooperation mit dem Arp Museum Bahnhof Rolandseck zu etablieren“, erläuterte der Bürgermeister der Stadt Remagen und Vorstandsmitglied der Landes-Stiftung Arp Museum Bahnhof Rolandseck, Herbert Georgi. Zwölf ortsbezogene Skulpturen bekannter Künstler von Johannes Brus bis zu Peter Hutchinson konnten seit dem Jahr 2000 vom Arp Museum in Zusammenarbeit mit der Stadt Remagen innerhalb des Projektes „Skulpturenufer Remagen“ realisiert werden. Das Skulpturenufer-Projekt greift den Gedanken von Hans Arp auf, Kunst in das Leben und die Natur zu integrieren. Museumsdirektor Dr. Oliver Kornhoff erklärte das Gestaltungsprinzip des Skulpturenufers vor Ort wie folgt: „Erst auf den zweiten Blick werden die Kunstwerke als solche wahrgenommen. Man muss auch hier einen solchen riskieren, um diese subtile, aber dennoch intensive künstlerische Intervention wahrzunehmen“. Um die Werke auf 14 Kilometern entlang des Rheinufers entspannt erfahren zu können, bietet das Museum ab sofort geführte Fahrradtouren auf einem der schönsten Abschnitte des Rheintals mit Ausblicken auf den berühmten Drachenfels, das Siebengebirge oder die Erpeler Ley an. Gruppen bis zu 20 Personen bringen entweder ihre eigenen Fahrräder mit, oder sie mieten die neuen Arp-Citybikes. Das Künstlerduo Schuh/Volkmer hat die orangefarbenen Fahrräder mit originellen Details ausgestattet. Familien, Einzelpersonen und Kleingruppen können ebenfalls nach telefonischer Anmeldung von dem neuen Verleihservice in Zusammenarbeit mit der Stadt Remagen und dem Remagener Fahrradhersteller Schauff profitieren. Damit Fahrrad-Abenteurer sich entlang des Skulpturenufers Remagen orientieren können, hat das Arp Museum einen kostenlosen Übersichtsplan zusammengestellt, der an der Museumskasse erhältlich ist. Informationen und Fahrradreservierung gibt es unter Tel. (0 22 28) 94 65 63 oder per mail an fuehrungen@arpmuseum.org. Ausführliche Informationen zum Skulpturenufer gibt es unter www.arpmuseum.org.

V.l.: Künstler Michael Volkmer, der das Kunstwerk Lapsus kreierte, Direktor des Arp-Museums Dr. Oliver Kornhoff, Künstler Joachim Manz, der das „Rheinschlafen“ schuf.

V.l.: Künstler Michael Volkmer, der das Kunstwerk Lapsus kreierte, Direktor des Arp-Museums Dr. Oliver Kornhoff, Künstler Joachim Manz, der das „Rheinschlafen“ schuf.

Nicht sofort zu erkennen: „Rheinschlafen“ lädt die Bevölkerung zum Campieren im Freien ein.Fotos: AB

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