Allgemeine Berichte | 22.01.2013

Die heimischen Kräfte überzeugten bei der Prunksitzung mit Kunst und Charme

„Ruud un Wieß, wie lieb ich dich“

Da war der Elferrat Werner Effertz doch platt, als ihm plötzlich „Irene Meisel“ auf dem Schoß saß.

Remagen. Ruud un Wieß waren die bestimmenden Farben auf der Bühne bei der großen Prunksitzung der KG Narrenzunft um Vorsitzenden Martin Dinkelbach der Remagener Rheinhalle. Auf die Aussage „Blau, Weiß, Rot, man kann es raten, sind aufmarschiert die Stadtsoldaten“, musste in diesem Jahr verzichtet werden, ebenso wie auf den gewohnten Schlussakkord der Remagener Paniker. Dafür aber kamen sie „mit alle Mann vorbei“, mit Prinz, Kinderprinzenpaar und großem Gefolge, die Mannen des Funkencorps Rot-Weiß Heimersheim, die eingangs der Sitzung nahezu eine Stunde lang die Bühne bevölkerte. Eine Auszeit für das Duo von „Wahnsinn Total“. Wirbelnde Mariechen, Gardetänze, Karnevalsevergreens, die Truppe aus dem Schatten der Landskrone brauchte sich hinter ihrem großen Vorbild aus der Domstadt nicht zu verstecken. Einen prächtigen Rahmen bildete das Corps für das Remagener Tollitätenpaar Prinz Wilfried I. und Gabriele II. Prinz Wilfried hat in seiner kurzen Regentschaft mit seiner ruhigen Art auch als Kripper die Herzen der Remagener im Sturm erobert. Sitzungspräsident Kenny Heidecke, der sich im Laufe des Abends mit seinem Vize Guido Selbach die humoristischsten Wortgefechte lieferte, begrüßte als Säckelmeister des Prinzenpaares „seine“ Tollitäten natürlich besonders herzlich. Kein Blatt nahm allerdings der Vize vor den Mund, als er es geißelte, dass Bauer Tobias, der neben Kinderprinz Maurice I. und Jungfrau Jana I. auf der Bühne stand, die prächtige Federmütze entwendet worden war. Mithilfe für eine gelungene Prunksitzung leistete erneut die Remagener Prinzengarde. „Stippeföttche“ hieß es für die grün-weiße Garde um Kommandant Paul Alfter. So schlug aber erst einmal die Stunde von „Hobi“. Der Mann, der sich im Alt-Damen-Look als letzte Schwester von Inge Meisel outete, lieferte närrisches Gedächtnistraining vom Feinsten ab. Er kannte alle: Kenny, dem er die Urkunde für 25-jährige unfallfreie Nahrungsaufnahme bescheinigte, Rudi Ockenfels, mit dem er manches Liebesabenteuer bestanden haben wollte oder Eduard Krahe, den er am Bahnhof nach der Abfahrt des Zuges gefragt hatte. Auf dem Edeka-Parkplatz wollte „Hobi“ nach seinem Ableben seine Asche verstreut wissen. Dann wäre er sicher, so die Meiselparodie, dass seine Kinder wenigstens einmal die Woche bei ihm vorbei schauen würden. Dann wirbelten die Twirling-Sticks auf die Bühne. Die Bühne zum Beben und das Publikum zum Kochen brachten die Mädels im Dschungeloutfit mit den Kettenhemden. Da war es auch an Guido Selbach zu betonen, welch tolles karnevalistisches Eigenpotenzial die Römerstadt zu bieten hat. Das stellte die Prinzengarde sogleich unter Beweis. Alfons Pütz als Zirkusdirektor, zwei Clowns, bei denen Schminkkunst deren wahre Herkunft Rätsel aufgab, reizende Kostüme, eine mehr als charmante Darbietung. Hatte die Prinzengarde im vergangenen Jahr mit dem „Hännesjentheater“ schon Maßstäbe für sich selbst gesetzt, bewies der Applaus der Narrenschar, dass sie auch in dieser Session zu den echten Hinguckern der Narretei gehören. Noch genauer hinschauen musste die Narrenschar bei Christian Glade. Der Illusionist, der normalerweise im Varietee auftritt, verzauberte das Publikum mit seinen Tricks. Karnevalistisch wurde es wieder mit den Beueler Stadtsoldaten-Corps von 1936. Lebensfreude pur brachte die stolze Truppe in den Saal. Mehr den Widrigkeiten des Lebens, die aber zu Lachsalven führen, widmeten sich die „Landpomeranzen“. Das „Frauenzwiegespräch aus dem Rheinland“ ließ sicherlich die Herzen der Möhnen um Obermöhn Ingrid Effertz höher schlagen, die als „Ricomagus“ auf der Bühne schmerzlich vermisst wurde. Die Ballermannfreunde kamen dann mit Kultfriseur und Partykünstler Tim Toupet voll auf ihre Kosten. Zum Leuchtturm im rheinischen Karneval hat sich die hauseigene Truppe der Magic Dancers entwickelt. Die Deutschen Meister und Vizemeister im Showtanz rissen die Narrenschar von den Stühlen. Singen und Schunkeln hieß es dann in der festlich geschmückten Rheinhalle, als die „Kölsche Paninis“ die Bühne eroberten. Sie gehören seit Jahren zu den bekanntesten Musikern der Karnevalsszene. Den Höhepunkt der Session hat die KG Narrenzunft mit ihrer Prunksitzung noch nicht erklommen. Denn auch der nahende Straßenkarneval ist eine echte Herausforderung für die Brauchtumspfleger des heimischen (rheinischen) Karnevals. AB

Da war der Elferrat Werner Effertz doch platt, als ihm plötzlich „Irene Meisel“ auf dem Schoß saß.
Die Prinzengarde hatten gleich zwei Tänze einstudiert, als lustige Clowns brillierten sie unter Leitung von Zirkusdirektor Alfons Pütz.

Die Prinzengarde hatten gleich zwei Tänze einstudiert, als lustige Clowns brillierten sie unter Leitung von Zirkusdirektor Alfons Pütz.

Ohne Zugabe kamen die Twirling-Sticks nicht von den Brettern, die die Welt bedeuten sollen.

Ohne Zugabe kamen die Twirling-Sticks nicht von den Brettern, die die Welt bedeuten sollen.

Da war der Elferrat Werner Effertz doch platt, als ihm plötzlich „Irene Meisel“ auf dem Schoß saß.

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