Wanderung des Eifelvereins Remagen
Schrock oder Schröck?
Remagen. Ja, wie heißt er denn nun, dieser markante Felsen hoch über dem Ahrtal zwischen Mayschoss und Altenahr, heißt er Schrock oder Schröck? Da sind sich weder die Einheimischen noch die Wanderkarten einig. Aber sicher leitet sich das Wort nicht von Schrecken ab, dafür bietet sich von dort oben ein viel zu schöner Blick über die Windungen der Ahr, das ganze Tal und weit darüber hinaus. Tief unten thront auf ihrem Felsen die Saffenburg, ein ganz ungewohnter Anblick, denn sonst muss man zu Ihr doch aufschauen. Der Schröck, das hatten die Wanderfreunde des Remagener Eifelvereins vorausschauend eingeplant, bietet nach dem Aufstieg von Mayschoss aus eine ideale Möglichkeit zum Rasten. Dort oben steht eine Holzhütte. Diese wurde auch genutzt, denn in solch exponierter Lage weht immer eine frische Brise. Der Steinerberg, das eigentliche Ziel, liegt dann nochmals ein gutes Stück höher. Mit seinen 531 Metern überragt er alle Gipfel im weiten Umkreis. Dort muss man innehalten und das gewaltige, nach Westen völlig offene Panorama auf sich wirken lassen. Dort atmet dann nicht nur die Lunge, sondern auch die Seele. Einem Glücksfall ist es zu verdanken, dass das Steinerberghaus beim jüngsten Besitzerwechsel der Öffentlichkeit zur gastlichen und preiswerten Einkehr erhalten geblieben ist. Ist der neue Wirt gut gelaunt, gibt er in Eifeler Mundart einen kurzen Abriss der örtlichen Geschichte und Geschichten, ja er gibt vielleicht sogar einige wirklich gute Witze zum Besten. Zurück ging es dann am Antoniuskreuz vorbei, einem Meisterwerk der Steinmetzkunst von 1761. Sowohl Stifter (Antonius Schriner aus Rech) als auch Steinmetz (Antonius Haffner aus Hannebach) trugen zur Namensgebung bei. „Zu den zwei Buchen“ hieß dieses Gelände früher. Dann war nur noch eine Buche übrig, ein ungewöhnlich mächtiger Baum. Nun liegt auch er umgestürzt neben dem Kreuz, noch im Vermodern ein Naturdenkmal. Derselbe Steinmetzmeister schuf auch das eindrucksvolle Hochrelief, „Flucht nach Ägypten“, ein kurzes Stück weiter. Es erinnert an die glückliche Rettung eines Recher Bürgers , der sich dort geschickt vor den ihn verfolgenden Räubern verbergen konnte. Nach Rech geht es dann nur noch abwärts, den Weg kann man nicht verfehlen.
