Allgemeine Berichte | 25.04.2015

Eifelverein Remagen wanderte durch ein wahres Blütenmeer im Drachenfelser Ländchen

„Sieh, das Gute liegt so nah“

Die Wandergruppe vor der Radomhülle in Berkum. privat

Remagen. „Willst Du immer weiter schweifen? Sieh, das Gute liegt so nah.“ Die Wanderung des Eifelvereins Remagen zur Baumblüte durch das Drachenfelser Ländchen war wie eine Bestätigung dieses Goethe-Zitates. Eine solche Wanderung im Jahresplan zu terminieren, ist immer ein gewagtes Unterfangen. In den zurückliegenden Jahren war zum festgelegten Zeitpunkt mal die Baumblüte längst vorbei, mal noch in weiter Ferne. Aber diesmal nahm die Natur Rücksicht auf den Wanderplan des Eifelvereins Remagen, Termin und Blüte stimmten überein. Nicht nur die Obstplantagen zeigten sich in ihrer vollen schneeweißen Pracht, auch die vielen Schlehenhecken wetteiferten mit ihnen und überboten sie oft noch. Dazwischen waberten kilometerweit gewaltige Folienbahnen unter gleißendem Sonnenlicht im lauen Wind, so als habe sich der Verpackungskünstler Christo hier an ein neues Objekt gewagt. Es sind aber nur Erdbeeren darunter. Gestartet wurde in Berkum bei der großen Kugel. 49 Meter Durchmesser hat diese weltweit größte Radomhülle. Darunter arbeitet ein vor Wind und Wetter geschützter, hochpräziser Parabolspiegel als Radarantenne. 1970 ursprünglich für militärische Zwecke errichtet, dient die Anlage heute der Identifizierung und Betreuung erdnaher Satelliten und zum Aufspüren von Weltraumschrott. Es folgte ein Abstecher zur wunderschön gepflegten Wasserburg Odenhausen, dann ein weit ausholender Rundweg durch die Obstplantagen. Immer wieder standen in der Flur kunstvolle, steinerne Kreuze aus dem 16. bis 19. Jahrhundert mit den Namen der Stifter oder unter Erwähnung eines Unglücksfalles. Dann ging es vorbei an der ebenfalls prächtigen Burg Gudenau und zur nicht weniger sehenswerten Burganlage Adendorf im gleichnamigen Töpferort. Aus besonderem Anlass war der große Vorführ-Brennofen in der Ortsmitte in Betrieb und glühend heiß, die Luft darüber flimmerte. In Kleinvillip führte der Weg vorbei an einer 2010 nach altem Vorbild wiederentstandenen kleinen Kapelle und in Holzem war die barocke Nepomuk-Kapelle leider nur von außen zu bewundern. Anton Raaff (1714 bis 1797), einer der größten Tenöre aller Zeiten, hat sie seinem Heimatort gestiftet. „Man bewunderte seine Stimme, man verehrte sein Herz“ steht dort auf einer Gedenktafel. Mozart schrieb die Titelrolle in „Idomeneo“ eigens für den damals schon 65-Jährigen.

Zum Abschluss wurde das beeindruckende und große Denkmal besucht, das 1921 für die Gefallenen aller Gemeinden des Drachenfelser Ländchens errichtet wurde. Es liegt auf dem Wachtberg, einer Anhöhe mit weitem Blick ins Rheintal. 1969 war dieses gemeinsame Denkmal ausschlaggebend bei der Namensgebung der aus 13 Ortschaften neu gebildeten Nachbargemeinde von Remagen.

Die Wandergruppe vor der Radomhülle in Berkum. Foto: privat

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