Eifelverein Remagen
Trutzeltz, Eltz und Buchsbaumwald
Remagen. Die Wanderung im Moseltal von Löf nach Karden könnte man als liebliche Bilderbuchwanderung bezeichnen, wenn - ja, wenn da nicht 300 m Höhenunterschied bis hinauf zur Hochebene zu überwinden wären, die in sommerlicher Hitze doch einige Tropfen Schweiß kosten.
Zunächst aber lässt sich die Strecke ganz gemächlich auf einem malerischen Wiesenpfad zwischen Bahn und Felswand, das Tal öffnet sich etwas zu den Weinbergen von Hatzenport und dort strahlt die helle, gotische St.Johannes-Kirche mitten in den Weinbergen. Danach geht’s bergauf mit Blick auf die Burgruine Bischofstein. Deren Bergfried hat unterhalb seiner Zinne einen weißen Ring.
Das zeigt an, wie hoch Trier liegt. Die Kante zwischen Steilabfall ins Tal und Hochebene kommt ganz unvermittelt plötzlich. Von dort und von manchem weiteren Aussichtspunkt zeigt sich die Mosel wunderbar in ihrem einzigartig gewundenen Lauf. Auf halbem Weg wird Burg Eltz erreicht. Nach Entfernung aller Baugerüste zeigt sie sich in neuem Glanz.
Den schönsten Blick hinunter auf die Burg hat man von Trutzeltz, einer Belagerungsburg, die der Trierer Erzbischof Balduin 1331 errichten ließ, um seinen Herrschaftsbereich an der Mosel auszudehnen.
Trutzeltz liegt 40 m höher und nur 230 m Luftlinie von Burg Eltz entfernt.
Nach zwei Jahren ergab sich Burg Eltz und blieb bis heute eine wunderschön erhaltene Märchenburganlage.
Weitab von jeder Ortschaft stand da plötzlich ein Wildkirschenbaum am Weg mit Unmengen kleiner, schwarzer und süßer Wildkirschen. Zurück im Wald tauchten vereinzelt und dann immer mehr Buchsbäume. Für die botanische Besonderheit eines Buchsbaumwaldes ist der dortige Moselhang berühmt. In Karden überrascht das vielerorts erhaltene mittelalterliche Ortsbild in bunten Farben. Es wäre ein Jammer gewesen, gleich den nächsten Zug zurück zu nehmen, die gewonnene Stunde ließ sich für eine erfrischende Einkehr gut nutzen, dem Dom direkt gegenüber.
