„Veni, vidi, vici“ - wer ist Julius Cäsar?
Charmeoffensive zum 25-jährigen Bestehen des närrischen Remagener „Ältestenrates“
Remagen. „Senatum in aedem Iovis convocare“ - Nein, nicht in den Jupitertempel hatten die Senatoren einberufen, sondern in das „Alte Jugendheim“, dort, wo einstens schon Generationen von Narren und Christen gemeinsam feierten und der Narretei gehuldigt hatten. „Veni, vidi, vici“, kann sich Senatspräsident Karl Paul sicherlich auf die Fahne schreiben, denn die „Senes“ hatten eine Feier zum 25-jährigen Bestehen ihrer Gemeinschaft auf die Beine gestellt, die auch ihrer römischen Herkunft hätte alle Ehre machen können. Gut, das eine oder andere Detail hat sich vielleicht auch zum Bedauern der Senatoren überlebt. Am Bürgermeister der alten Römerfestung, Herbert Georgi, war es, alsbald von der eigentlichen Begrifflichkeit der Senatoren als „Greise“ abzurücken, und den Wert des „Ältestenrates“ im Remagener Karneval und für die KG Narrenzunft zu erläutern. Eine Charmeoffensive gar startete der „Altmeister“ der Sitzungspräsidenten, Rudi Ockenfels, der ironisch-närrisch und selten gekonnt durch ein Programm führte, das sich als solches kaum zu erkennen gab.
Besuch des Tollitätenpaares
Selbstverständlich rückten unter lautem Getöse erst einmal das Tollitätenpaar Wilfried I. und Gabriele II. in die Altstadtnarrhalla ein, sorgte direkt für Hochstimmung. Im Handgepäck die Vertreter der KG um Vorsitzenden Martin Dinkelbach, das Kinderdreigestirn Jungfrau Jana, Bauer Tobias und Prinz Maurice, eskortiert von der Prinzengarde um Kommandant Paul Alfter. Nur kurz wollte der Präsident nach dem Tanz der Gardepflänzchen seine Jubiläumsrede gehalten haben, so ganz gelang das zwar nicht, doch der Senatorenpräsident gab sich humorig. Paul sprach von der großen Gemeinschaft der Gruppe, sein Dank galt besonders dem verstorbenen Arno Wagner und Eduard Krahe, die die Senatoren vor 25 Jahren aus der Taufe gehoben hatten. Im Gegensatz zu ihren römischen Vorbildern, die einmal sogar einen Cäsar erschlagen hatten - ein Zucken ging durch das Gesicht des Bürgermeisters - wollten sie aber keine Politik machen, sondern unter dem Schirm der KG Schirmherren sein, formulierte der Präsident „in ungekündigter Stellung“ seit Bestehen des närrischen Circels. Dass aber gerade die Senatoren „für den karnevalistischen Nachwuchs sorgen wollen“, war dann bei der Gratulationscour für Obermöhn Ingrid Effertz schon eine Aussage, auf die es sich lohnte, besonders einzugehen.
Ein buntes Programm
Welchen Spaß auch ein Jubiläumstag machen kann, bewies „Rudi Rallala“, der sich auf den „Ablaufplan“ von „Senatskommissar“ Peter Stein für das Programm voll verlassen konnte. Zu spielen wie einst, als die Paniker ihrem Namen noch alle Ehre machten, jeder zur gleichen Zeit sein eigenes Lied spielte, dazu forderte sie „der Mann mit der neuen Fliege“ heraus. „Schneeflöckchen“ bliesen die Jungs um Thomas Pieper ganz schnell zum Gaudi der Narrenschar über selbige hinweg. Spaß darüber hatte auch die Abordnung der Kripper „Fente“ um Wilfried Brüssel, die zur Freude der Senatoren ihrer Einladung zur Jubiläumsfeier gefolgt waren. Weinkönigin Jennifer Burghardt mit ihren Prinzessinnen Ronja Leicher und Clarissa Fischer brachte nicht nur funkelnden Wein mit, sondern auch die herzlichsten Glückwünsche der Römerstadt. Auch die Theatergruppe der Kulturwerkstatt um Sebastian Schmickler schickte mit mancher Sketchanlage Jubiläumsgrüße an die „Weißröcke“. Ein Muss im Karneval ist Necmir geworden. Wer kann den „Stammbaum“ glaubwürdiger interpretieren als Remagens musikalischer Wirt vom „Bosporus“. Überhaupt, den Remagener Wirten gebührte ein besonderer Dank der rührigen Senatorengilde. Sie unterfütterten den närrischen Genuss noch mit einem lukullischen.
Besondere Ehrung durch Willi Fuhrmann
Zu besonderen Ehren kamen die gesetzten Herren dann noch durch Willi Fuhrmann. Der Reisende in Sachen Orden überbrachte die herzlichen Glückwünsche des RKK, des Dachverbandes der Narretei. Natürlich kam der langjährige Leiter des Remagener Ordnungsamtes so leicht nicht aus dem Saal. Zu bekannt sind in Remagen seine „Fußnoten“, die sowohl Rudi Ockenfels wie Herbert Georgi ins rechte Beamtenlicht rückten. Der Mann mit dem zweitschönsten Zwirbelbart des Kreises nahm es locker, revanchierte sich mit manchem Anekdötchen aus seiner Amtszeit und seiner Zeit als Büttenredner. Manfred Gemein und Anton Wypior überreichte er noch für ihre Verdienste um den Karneval den bronzenen Orden des RKK. Bei so viel Spaß und Freude blieb es nicht aus, dass die Senatoren zu später Stunde noch beschlossen, sofort in Vorbereitung für die 50-Jahr-Feier zu treten.
AB
Der „Altmeister“ Rudi Ockenfels (l.) und Senatspräsident Karl Paul.
