Aktion 2T zur Ausstellung „Gewaltige Bilder“
„Wiedersehen an der Brücke von Remagen“
Kunstprojekt: Ehemalige Soldaten hielten Blickkontakt über den Rhein
Remagen/Erpel. „Das ist einen Stopp wert“: Passanten blieben staunend stehen oder steigen beim Friedensmuseum vom Rad. Ihr Augenmerk gilt einem riesigen, zwischen den Brückentürmen hängendem, Konterfei. Wer sich zur anderen Rheinseite wendet, sieht auch dort, wo düster die Erpeler Reste der ehemaligen Ludendorffbrücke aufragen, ein Mega-Portrait.
An jener Brücke, deren Einnahme durch alliierte Truppen kriegsverkürzend gewesen sein soll, halten die beiden Blickkontakt: Von Remagen aus der Leubsdorfer Heinz Schwarz, früherer rheinland-pfälzischer Innenminister (1971 bis 1976), der im Alter von 16 Jahren als Luftwaffenhelfer an der Brücke stationiert war, vom rechten Flussufer Charles J. Aldieri Jr. aus Bristol im US-Bundesstaat Connecticut, der im März 1945 als Panzerfahrer des 746. Panzer-Battalions die Brücke querte. Hendrik Beikirch, international agierender Künstler und bekannt dafür, dass er ganze Gebäudewände mit Porträts überzieht, hat die ehemaligen Gegner des Zweiten Weltkriegs mit Spray und Acrylfarbe auf zwei acht Mal acht Meter große Transparente gebannt.
Er zeigt den Deutschen und den Amerikaner so, wie sie heute aussehen. Sie haben überlebt, was ebenso wenig selbstverständlich ist, wie die fast 70 Jahre Frieden in Deutschland. Darauf wollte der Künstler mit der Aktion aufmerksam machen. Für ihn haben sich persönliche Geschichte und Zeitgeschichte in die Gesichter eingegraben. Sie schlagen die Brücke über die Zeiten und zu den Zeitgenossen heute, unübersehbar in Remagen und Erpel. Die Bildnisse gehörten im Rahmen der Aktion 2T zur Ausstellung „Gewaltige Bilder“ des Vereins Antiform in den Erpeler Brückentürmen.
