Eifelverein Remagen auf dem Drachenfelsplateau
Wo die Wolkenburg in die Luft flog
Remagen. Der Eifelverein Remagen unternahm eine Wanderung über den Drachenfels an der Wolkenburg vorbei zur Löwenburg, ein Gang durch die rheinische Geschichte in wunderschöner Natur. Schon der Aufstieg durch das Nachtigallental in der Morgenstimmung eines Dezembertages hat etwas Bezauberndes an sich. Diese Waldschlucht war wegen Lebensgefahr seit einem verheerenden Unwetter im Juni 2013 gesperrt. Allerorten hatte dort der Orkan gewaltige Baumriesen entwurzelt. Auch wenn der Weg jetzt wieder freigegeben ist, die Spuren der Verwüstung sind noch deutlich zu erkennen. Selbst wer den Blick vom Drachenfels schon ungezählte Male erlebt hat, das Panorama ist jedes Mal aufs Neue faszinierend und je nach Jahreszeit und Wetter auch ganz unterschiedlich. Gerade noch rechtzeitig hat die preußische Regierung die weiteren Steinbrucharbeiten 1829 am Drachenfels verboten. Sonst wäre auch die restliche Burgruine abgestürzt und der ganze Berg nach und nach verschwunden. So erging es der älteren Schwester, der Wolkenburg. 1518 flog diese Burg durch eine ungeheure Schwarzpulverexplosion in die Luft und blieb danach nur noch Ruine. Und auch diese verschwand vollständig in einem großen Steinbruch. Der Berg wurde durch den Bergbaubetrieb um mehr als 30 Meter niedriger gemacht. Am drei Seenblick vorbei, wo man getrennt drei verschiedene Stücke des Rheins erblicken kann, führt der Weg zur nur wenige km entfernten Löwenburg und damit aus Kurköln in das Herrschaftsgebiet der einst so mächtigen Grafen von Sayn. Drachenfels und Wolkenburg auf der einen, die Löwenburg auf der anderen Seite sind Zeugnisse des gegenseitigen, abgrundtiefen Misstrauens zur damaligen Zeit. Der Berg ist mit 455 m der zweithöchste im Siebengebirge und je nach Standort kann man sich auch täuschen und die Löwenburg für höher halten. Der Unterschied beträgt ja nur 5 Meter. War es am Rhein noch deutlich über Null, so zeigte sich auf der Löwenburg trotz allem Sonnenschein an diesem schönen Wandertag der Höhenunterschied von 400 m doch deutlich. Wer Handschuhe dabei hatte, war froh. Blätter und Gräser hatten sich einen glitzernden Saum aus Raureif zugelegt. Nicht nur zur Stärkung, auch zum Aufwärmen war die Einkehr in einer historischen Konditorei in Bad Honner daher hochwillkommen.
