Leserbrief zum Thema Stolpersteine
„Besorgnis ist ernst gemeint“
Die Besorgnis der Westerwälder ist meines Erachtens ernst gemeint und ernst zu nehmen. Sie lehnen Gedenksteine ab, über die andere Menschen stolpern können. Charlotte Knobloch, die ehemalige Vorsitzende des Zentralrates der Juden, äußerte die gleiche Sorge.
In vielen Orten am Rhein nimmt man Kleidung bei Trauerfeiern verhältnismäßig locker. Auf dem Westerwald, insbesondere in streng protestantischen Gemeinden, ist das undenkbar. Wenn man nicht einen würdigen Anzug besitzt, bleibt man eher einer Beerdigung fern.
In Puderbach ehren drei Gedenktafeln in würdiger Weise unsere ermordeten älteren Brüder und Schwestern. So nennt die evangelische Kirche die Juden.
Die Beständigkeit, Wertstabilität und Zuverlässigkeit auf dem Westerwald haben etwas Tröstliches. Sie verdienen zumindest unsere Achtung.
Paul Peter Baum, Neuwied
