Fußball-Bezirksliga Ost – Saison 2014/15
Derby kam erst in zweiter Halbzeit in Fahrt
Sieben Tore, drei Foulelfmeter und eine Ampelkarte ist die Bilanz des Spiels
Berod. Derbys sind eigentlich immer ein Garant für Begegnungen mit Erinnerungscharakter. Kampf, Einsatz, Tore und Emotionen prägen solche Spiele. In Berod war allerdings nach den ersten 45 Minuten nicht viel davon zu sehen. Klar zwei Tore, davon ein Elfmeter, waren schon gefallen und auch ein paar Aktionen, wo der Einsatz des jeweiligen Akteurs grenzwertig war, aber letztendlich schien die Partie sich als Gesamtes zum Langweiler zu entwickeln. Da waren die Ansagen des Schiedsrichters Felix Salzmann (Hahnstätten) an SCB-Trainer Thomas Schäfer, nicht ständig seine Coaching-Zone zu verlassen, und der urplötzliche Zusammenbruch von Steven Moosakhani, schon die größten Aufreger in den ersten 45 Minuten. Der Puderbacher Mittelfeldakteur hatte sich wohl kurz zuvor bei einem Kopfballduell verletzt und bekam nun verspätet die Folgen davon zu spüren. Zu diesem Zeitpunkt führten die Hausherren bereits mit 1:0. Mario Pavelic (25.) hatte unter kräftiger Mithilfe von Philipp Krokowski getroffen. Einen eher harmlosen Schuss aus rund 18 Metern ließ der Puderbacher Keeper durch die fangbereiten Finger gleiten. Doch Puderbach schlug zurück - und das in Unterzahl. Konstantin Gegelmann, ständiger Unruheherd in der Beroder Abwehr, war an der rechten Strafraumseite zu Fall gekommen und der Unparteiische entschied sofort auf Strafstoß, den Dominik Hartstang (36.) sicher verwandelte. Doch damit war die Geschichte einer insgesamt langweiligen ersten Halbzeit erzählt. Dies änderte sich jedoch nach der Pause. Beide Teams fingen an zu kämpfen und boten so den rund 150 Zuschauern einen unterhaltsamen Fußballnachmittag. Einer der Hauptakteure war Fehd Mestiri.
Da war zunächst sein Doppelpack, mit dem er die Gäste in Führung brachte. Nur sieben Minuten nach dem Wechsel landete er Treffer Nummer eins. Clever, in einem schulmäßigen Konter, von Andre Neitzert vorbereitet, und souverän von Mestiri vollendet. Ähnlich auch beim zweiten Treffer. Auch hier brauchte der Puderbacher Angreifer nur noch den berühmten Schlappen hinzuhalten, um sich dann in seinem Jubellauf an der Trainerbank feiern zu lassen. Dabei entledigte er sich seines Trikots, was natürlich auch die Gelbe Karte nach sich zog. Danach wurde die Partie wegen einer Behandlung unterbrochen. Ein Zustand, der in den ersten zwanzig Minuten öfter eingetreten war. In dieser Ruhephase wurde Mestiri aus der Beroder Zuschauerecke massiv beleidigt, was der Angreifer, natürlich nicht unkommentiert lies. Leider hatte hier der Schiedsrichter nicht das nötige Fingerspitzengefühl und bedachte den Puderbacher Angreifer mit der Ampelkarte. Nun entwickelte sich das Spiel nur noch in eine Richtung. Berod versuchte alles und setzte die Abwehr der Gäste ständig unter Druck. Trotzdem blieb das Team von Trainer Maik Rumpel bei seinen Kontern stets gefährlich und vor allem effektiv. Zehn Minuten vor Spielende war es zum zweiten Mal Hartstang, der durch einen Elfmeter, für den vierten Treffer sorgte. Hartstang nutzte das Geschenk zum 4:1 und viele dachten, dass die Partie nun entschieden sei. Aber Berod gab nicht auf. Innerhalb von 180 Sekunden verkürzten die Hausherren auf 3:4. Rene-Pascal Nagel (86.) und Thomas Schäfer (89.), per Foulelfmeter Nummer drei, sorgten nochmals für Spannung. Aber unterm Strich reichte es dann, trotz vier Minuten Nachspielzeit, nicht mehr ganz für einen Teilerfolg des SC Berod. “Wir haben uns den Sieg heute verdient. Nach dem Platzverweis hat die Mannschaft den Vorsprung mit viel Kampf und Leidenschaft verteidigt“. Enttäuscht war natürlich die andere Seite: „Eine ärgerliche Niederlage zumal wir uns gerade auf dieses Derby sehr konzentriert vorbereitet haben.“, zeigte sich Berods Spielertrainer Schäfer nach dem Spiel angefressen.
SC Berod: Reddel, Scavelli, Weller (60. Schäfer), Henzel, Hähr, Nagel, Land, Pfeiffer, Frohn, Müller, Pavelic.SG Puderbach: Krokowski, Grunewald, Schreiber, Seuser, Walkenbach, Gegelmann (75. Heinen), Sawadsky, Moosakhani (37. A.Neitzert), D.Hartstang (89. D.Hartstang), Keller, Mestiri.
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