„Augenblick mal!“
Als Journalistin besuchte ich am vergangenen Wochenende eine Kappensitzung an der Untermosel und protokollierte das Geschehen auf der Bühne. Da griff der Sitzungspräsident zum Mikrofon. Ups, hörte ich richtig: „Die Herren von der Presse bitte auf die Bühne!“ Sitzenbleiben oder aufstehen, sauer sein oder lachen, ging mir durch den Kopf. Aber da ich ein positiv denkender Mensch bin und es sich um eine närrische Veranstaltung handelte, entschied ich mich fürs Aufstehen und Lachen. In der Männerreihe nahm ich einen Orden entgegen, als Anerkennung für die geleistete Pressearbeit, was mich freute. Und der Prinz freute sich auch, da er nun jemanden zum Küssen hatte. Aber trotzdem wurmte es mich ein wenig. Wieder einmal glaubte man(n), Pressearbeit ist männlich. Dabei heißt es doch „die Pressearbeit“! In den zwei Jahren meiner Tätigkeit an der Untermosel gab es ähnliche Situationen, zum Beispiel eine offizielle Einladung zu einem Pressetermin adressiert an den Herrn des Hauses. Selbst ein Kollege wünschte: „Bitte den Termin mit einem Journalisten besetzen.“ Hallo meine Herren, öfter mal hinschauen, was wir Frauen leisten! Das wird oft ungenügend honoriert, zumal vieles im Verborgenen stattfindet. Da wird viel geleistet und nicht nur Hausarbeit, sondern auch Kopfarbeit! Das können wir! Was wäre euer Leben ohne uns? Denkt mal darüber nach! Mit feministischen Grüßen und einem Schmunzeln.
Elke Petersen
