IRONMAN Vichy Erfolg
Birke Thielen sichert Qualifikation für IRONMAN Hawaii in Vichy trotz Sturz
aus Lonnig
Vichy. Birke Thielen wird beim IRONMAN Vichy Zweite ihrer Altersklasse und sichert sich trotz eines Sturzes die Qualifikation für die Weltmeisterschaft 2027 auf Hawaii
Es sollte ein harter Tag werden. Dass der IRONMAN Vichy am Ende zu einem der emotionalsten Rennen ihrer bislang 18 bestrittenen Triathlons über die Langdistanz werden würde, konnte das Lonniger Urgestein Birke Thielen am dritten Sonntagmorgen im August noch nicht ahnen.
3,8 km Schwimmen, 180 km Radfahren und der abschließende Marathonlauf über 42,195 km – insgesamt 226 km. Birke Thielen, die in der Altersklasse F45-49 startete, kam nach 1:13:30 Std. aus dem Wasser. Nach dem Wendepunkt im Lac d’Allier hatte sie das Gefühl, als sei sie teilweise durch ein Gestrüpp von Disteln geschwommen und war heilfroh, dass der Neopren-Anzug erlaubt war.
Es folgte die anspruchsvolle Radstrecke mit 2.300 Höhenmeter durch die Voralpen-Landschaft des Departement Allier - Auvergne-Rhone-Alpes. Die Wege waren durch den beschädigten Asphalt in einem Zustand, der den Athletinnen und Athleten absolute Konzentration abverlangte. Birke Thielen, die mit einer deutlich langsameren Zeit über die 180 km gerechnet hatte, stieg nach 6:08:37 Std. vom Rad und gab zu, daran gedacht zu haben, dass dies ihre erste Langdistanz über 12 Stunden wird.
Ihre Zwischenzeit lag damit deutlich besser, als ihre eigene Erwartung. Doch zu diesem Zeitpunkt war erst der zweite Teil des Rennens geschafft. Der Marathon über 42,195 km stand noch bevor. Die Vorbelastung machte sich in den Beinen bemerkbar, trotzdem fand Birke Thielen ihren Rhythmus, bis etwa zur Hälfte der ersten von vier Laufrunden durch das historische Kurzentrum von Vichy.
Dann kam der Moment, der das Rennen beinahe beendete – eine Unachtsamkeit, ein falscher Tritt, die Lonniger Protagonistin knickte um und stürzte auf alle Viere. Ein heftiger Schmerz durchzog ihr Sprunggelenk, ihr Ellenbogen blutete. Andere Athleten halfen ihr wieder auf die Beine. Das war der Moment, in dem sie dachte: Das war’s. Doch dann kamen andere Gedanken: der Podestplatz, der Pokal und die Chance der Qualifikation für Hawaii. Sie entschied weiterzulaufen und machte sich unter dem Applaus der Zuschauer wieder auf den Weg.
Noch 27 km bis ins Ziel, bis zum Podest und vielleicht bis Hawaii. Nach 3:44:19 Std. für den Marathon und 11:18:27 Std. für den gesamten Wettkampf sagt Birke Thielen „Mein Kopf hat gesiegt, ich bin unglaublich stolz, meine mentale Stärke hat mich ins Ziel gebracht“.
Erst auf der Heimreise wurden die Schmerzen im Fuß stärker, damit beginnt für die 48-Jährige nun unfreiwillig das Ende der Saison – findet sie gar nicht so schlimm, weil sie nun endlich Zeit hat, die vielen anderen Dinge nachzuholen, die oft hinten anstehen.
Thea Watzling
Weitere Themen
Birke Thielen mit ihrer Qualifikation für Hawaii 2027 Foto: Team Birke Thielen