Allgemeine Berichte | 20.01.2015

Vortrag und Musik von Frédéric Chopin in der Christuskirche Koblenz

„Denk ich an Deutschland in der Nacht...“

Am Dienstag, 3. Februar

Die Pianistin Nadja Bulatovic. privat

Koblenz. Felix Mendelssohn Bartholdy wuchs in einer Epoche auf, die nach der Zeit der Französischen Revolution und der Aufklärung erfolgreich versuchte, diese zu verdrängen. Vor diesem Hintergrund befassen sich die Koblenzer Mendelssohn-Tage mit den Folgen des Wiener Kongresses, der vom 18. September 1814 bis 9. Juni 1815 zahlreiche Grenzen in Europa neu festlegte und neue Staaten definierte. Die von Napoleon Bonapartes in den Koalitionskriegen nach der Französischen Revolution erheblich veränderte politische Landkarte wurde korrigiert. Daneben wurden aber auch die Errungenschaften der Aufklärung und dem damit verbundenen freiheitlichen, nicht reglementierten Denken ein Ende gesetzt. Prof. Dr. Ute Büchter-Römer spricht am Dienstag, 3. Februar, um 19 Uhr in der Christuskirche Koblenz, zu diesem Thema und beleuchtet kritisch die Zeit der Romantik, die Folgen des Wiener Kongresses und fragt: „Romantik politisch? Romantik revolutionär!“ Neuzeit sollte der Dunkelheit des Mittelalters das Licht der Erkenntnis entgegensetzen. Die Lichtmetaphorik konnte von der Antike übernommen werden: Vom Licht der Erkenntnis wurde in der griechischen Philosophie, in der spätantiken Gnostik sowie in der Bibel gesprochen. Der Ausdruck ist zugleich mit einer Bemühung um Klarheit der Begriffe als Maßstab der Wahrheit verbunden. Die Dichter und Musiker der Romantik sehen sich durch den Wiener Kongress in den Hoffnungen auf eine demokratische Ordnung in Europa betrogen. Resigniert zogen sie sich in ihre „Innerlichkeit“ zurück. Aber unter der Oberfläche gärte es. Das zeigen verschiedene Gedichte, Reflexionen und Kompositionen. So geriet Bettine von Arnim durch ihr „Armenbuch“ in Bedrängnis, Heinrich Heine wurde ausgesprochen deutlich in der Beurteilung seiner Heimat, und die „Revolutionsetude“ von Frédéric Chopin spricht eine aufrührerische musikalische Sprache. Mit diesem und anderen beispielgebenden Werken wird die bekannte und schon häufig in Koblenz zu hörende Pianistin Nadja Bulatovic den Vortrag von Büchter-Römer umrahmen.

Vorverkauf bei: www.ticket-regional.de, Buchhandlung Reuffel, Koblenz, Tel. (02 61) 30 30 70, Tourist-Information im Forum Confluentes, Zentralplatz, Koblenz. Mehr unter: www.mendelssohn-koblenz.de

Die Pianistin Nadja Bulatovic. Foto: privat

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