Agentur für Arbeit registriert Rückgang der Arbeitslosigkeit
Der Frühling belebt auch den Arbeitsmarkt
Koblenz. Im April hat sich der Frühling auch auf dem Arbeitsmarkt in der Region durchgesetzt. Laut aktueller Statistik der Agentur für Arbeit Koblenz-Mayen sind in der Stadt Koblenz zum Monatsende 3697 Frauen und Männer arbeitslos gemeldet. Das sind 159 weniger als vier Wochen zuvor. Die Arbeitslosenquote sinkt um 0,3 Punkte auf 6,7 Prozent. Im Landkreis Mayen-Koblenz zählten die Statistiker 5759 arbeitslose Menschen - 402 weniger als im März. Die Quote sinkt hier um 0,4 auf 5,1 Prozent. Sowohl in der Stadt als auch im Landkreis sind es wieder die Männer, die am stärksten vom Rückgang profitieren. „Ein deutliches Zeichen dafür, dass wir noch immer mit dem Abbau der winterlichen Saisonarbeitslosigkeit beschäftigt sind“, erklärt Agenturleiterin Ulrike Mohrs. Da in den betroffenen Betrieben ganz überwiegend Männer beschäftigt seien, steige die Arbeitslosigkeit bei ihnen im Winter regelmäßig stärker an als bei den Frauen. „Im Frühjahr, wenn die Arbeiten zum Beispiel im Straßen- oder im Landschaftsbau wieder losgehen, schmilzt sie bei ihnen aber natürlich auch stärker wieder ab.“
„Winter-Phänomen“ ist noch nicht überwunden
Dass dieses „Winter-Phänomen“ noch nicht völlig überwunden ist, zeigt der Zahlenvergleich mit dem Vorjahr. Denn im April 2012 gab es im Landkreis rund 200 Arbeitslose weniger, die Quote lag bei fünf Prozent. Anders sieht es in der Stadt aus, wo sich die Ansiedlung des Online-Händlers Amazon noch immer am deutlichsten in der Arbeitslosenstatistik widerspiegelt: Hier fällt auch der Jahresvergleich mit einem Rückgang um gut 300 positiv aus. Im April 2012 lag die Koblenzer Arbeitslosenquote noch bei 7,3 Prozent.
Von der aktuellen Erholung profitieren die Menschen in beiden Rechtskreisen des Sozialgesetzbuches (SGB), in denen die Arbeitslosigkeit geregelt ist, auch wenn vor allem im Landkreis Koblenz-Mayen die Mitglieder der Versichertengemeinschaft nach dem SGB III - die in der Regel noch nicht länger als ein Jahr arbeitslos sind - deutlich stärker profitieren. Bei ihnen sank der Wert um 313 auf nun 2519 Arbeitslose. Im SGB II - also bei den so genannten Hartz IV-Empfängern - ging die Arbeitslosigkeit im April hingegen nur um 89 auf nun 3240 zurück. Während der SGB III-Wert trotzdem noch deutlich über dem des Vorjahres liegt - damals waren in dieser Gruppe 364 Menschen weniger arbeitslos gemeldet -, liegen die SGB II-Zahlen um 166 unter dem Vorjahreswert. Im Landkreis sind damit derzeit 43,7 Prozent der Arbeitslosen im SGB III eingeordnet und 56,3 Prozent im SGB II. Anders stellt sich dieser Vergleich in der Stadt dar. Hier ging die Arbeitslosigkeit im SGB III in den letzten vier Wochen um 73 auf nun 1180 und im SGB II um 86 auf 2517 zurück. Vor einem Jahr waren im SGB III 92 Menschen weniger und im SGB II 399 Menschen mehr arbeitslos gemeldet. Derzeit gehören 31,9 Prozent der Arbeitslosen zum SGB III und 68,1 Prozent zum SGB II.
Mit den Frühlingstemperaturen steigt auch die Zahl der gemeldeten Stellen an, allerdings in Stadt und Landkreis unterschiedlich ausgeprägt. So gingen beim Arbeitgeberservice der Agentur in den vergangenen vier Wochen aus der Stadt 660 Stellenangebote ein - 281 mehr als im März und 264 mehr als vor einem Jahr. Aus dem Landkreis wurden im gleichen Zeitraum 373 offene Stellen gemeldet, das sind 18 mehr als im Vormonat und acht weniger als im April 2012.
Auf jeden Bewerber kommen rechnerisch 1,3 unbesetzte Lehrstellen
Rund vier Monate vor Beginn des neuen Ausbildungsjahres werfen die Statistiker auch einen Blick auf das Verhältnis von gemeldeten Stellen und Bewerbern. In Stadt und Landkreis suchten demnach bislang 1832 junge Menschen, die in diesem Jahr die Schule verlassen werden, den Rat der Berufsberater. Gleichzeitig meldeten die Betriebe aus der Region 2257 offene Lehrstellen. In vielen Fällen fanden Jugendliche und Unternehmen bereits zusammen, weshalb Ende April 964 jungen Leuten 1270 Stellen gegenüberstehen. Auf jeden Bewerber kommen somit rechnerisch 1,3 unbesetzte Lehrstellen. Ein Verhältnis, das sich bis zum Ausbildungsbeginn wohl noch deutlich zu Ungunsten der Arbeitgeber verschieben wird, befürchtet Agenturleiterin Mohrs. „Nach unserer Erfahrung entscheiden sich am Ende viele der Jugendlichen, die unseren Rat gesucht haben und deshalb in der Statistik auftauchen, doch für ein Studium, den weiteren Schulbesuch oder eine sonstige Alternative zur Ausbildung. Betrieben, die ausbilden wollen, raten wir deshalb dringend, sich schnell zu melden und auch offen für solche junge Menschen zu sein, die auf den ersten Blick keine optimalen Voraussetzungen mitbringen. Mit unserer Unterstützung können auch aus diesen Jugendlichen wertvolle Mitarbeiter werden.“
Pressemitteilung der
Agentur für Arbeit Koblenz-Mayen
