Der Eifelverein Untermosel auf Städtetour
Entdeckungsfahrt in die Rotweinstadt
Winningen. Der Eifelverein Untermosel veranstaltet zweimal im Jahr Kulturzugreisen, bei denen er die kostengünstigen Regionaltickets dazu nutzt, historisch interessante Städte der Region kennen zu lernen.
So machten sich 16 Wanderfreunde auf Entdeckungsfahrt in die Rotweinstadt Ingelheim. Nach einer langen Zugfahrt auf der romantischen Rheinstrecke deckte man sich auf dem reizvollen Wochenmarkt mit regionalen Produkten für eine Brotzeit ein. Danach ging es zu Fuß in den Stadtteil Niederingelheim, wo die Pfalz Kaiser Karl des Großen erkundet werden sollte. Auf dem Weg wurde noch die berühmte historische Markthalle von 1912, die dem Frankenmissionar Remigius geweihte Pfarrkirche, das Denkmal für den Geographen Sebastian Münster und das neoromanische Rathaus von 1862 besichtigt.
In dem Besucherzentrum wurde fachkundig erläutert, wie groß Karl der Große wirklich war, was eine Kaiserpfalz ist und wie das mittelalterliche Reisekönigtum funktionierte. Anschließend machten die Wanderfreunde sich im historischen Ortskern auf die Suche nach den Spuren der Kaiserpfalz, die an vielen Stellen freigelegt worden sind. Die Gruppe besichtigte die eindrucksvollen Überreste der Palastaula, die Hallenkirche und die Anlage am Heidesheimer Tor. Vor dem Standesamt, an dem an diesem Samstag mehrere Hochzeiten stattfanden, gab es ein gemütliches Picknick.
Danach machte sich die Gruppe zu Fuß zum Ortsteil Oberingelheim auf. Hier hatten sich im Mittelalter zahlreiche Adelsgeschlechter niedergelassen. Die Stadtmauer mit ihren Toren und Türmen ist in großen Teilen erhalten. Besonders beeindruckend war die stark befestigte Burgkirche aus dem 12. mit Erweiterungen aus dem 15. Jahrhundert. Im Inneren wurden die Grabdenkmäler und einzigartige Glasmalereien der Spätgotik besichtigt. An dem im Jugendstil errichteten Elektrizitätswerk führte der Weg am klassizistischen Rathaus vorbei zu einer Brauereigaststätte, wo die Gruppe sich von der ebenso lehrreichen wie anstrengenden Stadterkundung erholen konnte. Der April hatte nicht nur blühende Sträucher und strahlenden Sonnenschein beschert, sondern auch Regen- und Hagelschauer, die die Wanderfreunde aber nicht abschreckten.
Die nächste Kulturzugfahrt geht am 14. September nach Andernach.
