Freundschaftskreis Dieblich-Marzy hatte zum Weinfest eingeladen
Französische Gäste fühlten sich wohl
Dieblich. Zumindest wissen sie jetzt, was ihre deutschen Partner und Freunde meinen, wenn sie von schlechten Wetter sprechen. Sie haben es schließlich im Verlauf des Weinfestwochenendes mehrfach hautnah erlebt. Der guten Stimmung bei den 35 Gästen aus der Dieblicher Partnergemeinde Marzy an der Loire tat es jedoch keinen Abbruch. Alle waren vom Programm, der Herzlichkeit ihrer Gastgeber und von den Weinmajestäten begeistert. Die Freunde aus Frankreich reisten teils freitags, teils samstags in Privatwagen an und wurden von ihren Gastgebern am Marzy-Platz in Empfang genommen. Der Freundschaftskreis bot den früher Eingetroffenen am Samstagvormittag eine Führung durch Koblenz in französischer Sprache an. Das damit betraute Vorstandsmitglied bemühte sich, die vielfältigen Beziehungen zwischen deutscher und französischer Geschichte, die in Koblenz „gemacht“ oder doch eng mit Koblenz verbunden ist, auf anschauliche und humorvolle Weise zu vermitteln. Bei der Führung war der Wettergott noch gut gelaunt, das sollte sich im Laufe des Tages ändern. Der Höhepunkt des Samstags war zweifellos die Krönung der neuen Dieblicher Weinmajestät Eva II. und ihrer Prinzessinnen Julia (Pfitzner) und Julia (Becker) am Weinbrunnen, bei der die Gäste aus Marzy von Prinzessin Julia (Pfitzner) und Ortsbürgermeister Andreas Perscheid sehr gekonnt in ihrer Muttersprache begrüßt wurden. Es sind solche kleinen Gesten, die eine Gemeindepartnerschaft und auch die damit verbundenen privaten Freundschaften am Leben erhalten - die Franzosen waren jedenfalls, je nach Temperament, begeistert bis gerührt. Im Namen aller dankte der Bürgermeister von Marzy, Louis-François Martin, seinem Kollegen und den Majestäten für den herzlichen Empfang. Gern hätten Gäste und Gastgeber noch einen schönen Abend auf dem Festplatz verbracht, doch da hatte sich die Laune des Wettergottes schon sehr verschlechtert. Der Sonntag begann mit einem sehr schönen Festhochamt in der Pfarrkirche, das von Pfarrer Martin Röhrig gehalten wurde. Röhrig, der fließend französisch spricht, konnte als Mitwirkende aus Marzy die Jagdhornbläsergruppe „Trompes du Grand Breuil“ begrüßen, die die Messe mit ihren Beiträgen bereicherte. Besonders gut fügte es sich, dass auch ein Chor aus Paderborn sowie die Weinkönigin und ihre Prinzessinnen die Messe mitgestalteten. Im Anschluss an den Gottesdienst fand ein improvisiertes, aber dennoch ausgesprochen nettes kleines „Weinfest im Weinfest“ statt, das die Dieblicher Gastgeber der Großzügigkeit eines Winzers aus Sancerre, einem sehr bekannten burgundischen Weinort in der Nähe von Marzy, zu verdanken hatten. Organisiert hatte diese Überraschung Christophe Frougnot, der Vorsitzende des Freundschaftskreises in Marzy. Gewohnt charmant und temperamentvoll stellte er den Weißen aus Sancerre vor. Der Nachmittag stand aber wieder ganz im Zeichen des Dieblicher Weins, der sich ja bekanntlich auch nicht zu verstecken braucht. Bei zunächst schönem Wetter startete der historische Festumzug mit vielen fantasievoll gestalteten Motivwagen und Fußgruppen, darunter auch die Jagdhornbläser, die von A. Duval vom Vorstand des Dieblicher Freundschaftskreises begleitet und gut versorgt wurden. Doch innerhalb kürzester Zeit war er wieder da, der gefürchtete Weinfestdauerregen, und so konnten die Gäste, die am Marzy-Platz gewartet hatten, vor Schirmen den Zug kaum sehen. Alle hielten tapfer aus und wurden dafür auch belohnt, die Wolken verschwanden, die Überreichung der Gastgeschenke auf der großen Bühne ging trocken vonstatten. Erika Schröder, die zweite Vorsitzende des Freundschaftskreises, überreichte Geschenke an Bürgermeister Martin und ihren Kollegen, Christophe Frougnot, dem die versammelten Festbesucher noch ein Ständchen zu seinem runden Geburtstag kurz vor dem Weinfest brachten. Natürlich waren auch die Franzosen nicht mit leeren Händen gekommen. Ortsbürgermeister Perscheid konnte sich wie der FSK Dieblich über Wein und Spezialitäten aus Burgund freuen. Der Besuch der Freunde aus Marzy klang am Montagmittag mit einem hervorragenden Essen im Hotel Pistono aus, zu dem die Gemeinde die Franzosen und auch die zum Weinfest angereisten Vertreter der zweiten Dieblicher Partnergemeinde (Heers in Belgien) eingeladen hatte. Auch wenn es das Wetter wirklich nicht gut mit denen meinte, die zum Weinfest gekommen waren, so war die Stimmung doch allenthalben ganz ausgezeichnet. Alte Freunde waren froh über das Zusammensein. Diejenigen, die zum ersten Mal nach Dieblich kamen, waren voll des Lobes. Bleibt zu hoffen, dass es recht bald Gelegenheit geben wird, die Freunde aus Marzy wiederzusehen.
