Klasse 10a der Realschule plus und Fachoberschule traf sich mit Zeitzeugen
Geschichten aus der Kriegs- und Nachkriegszeit an der Untermosel
Kobern-Gondorf. Seit dem letzten Schuljahr betreut die Klasse 10a der Realschule plus an der Untermosel eine Zeitzeugengruppe, bestehend aus Personen, die den 2. Weltkrieg miterlebt haben. Schon einige Male haben sich die Schüler und die Zeitzeugen, die alle an der Untermosel leben, getroffen. Geschichtslehrerin Elisabeth Russell-Klein konnte mit den Schüler/innen der Klasse 10a unmittelbar vor den Weihnachtsferien im Mehrzweckraum der Schule in vorweihnachtlicher Atmosphäre die Zeitzeugen Walburga Seibel, Wolfgang Gold, Karl Alderath aus Kobern-Gondorf und Hermann Müller aus Niederfell begrüßen.
Die Klasse hatte sich im Geschichtsunterricht auf das Treffen vorbereitet und erwartete in themenbezogenen Gruppen ihre Zeitzeugen. Im Mittelpunkt des Treffens standen die Erzählungen der Zeitzeugen aus ihrem Leben. Diesen Ausführungen hörten die Schüler/innen mit großem Interesse zu.Bei Walburga Seibel lag der Schwerpunkt auf den Geschichten, die ihr Vater in der Schulchronik von Naunheim festgehalten hatte und auf ihren eigenen Erlebnissen aus dieser Zeit. Sie hatte auch Literatur und Gegenstände aus dieser Zeit mitgebracht.
Wolfgang Gold erzählte, wie er als Zehnjähriger mit Mutter und jüngerem Bruder seine Heimat, die Untermosel, verlassen musste und wie er die Kriegs- und Nachkriegszeit als Junge erlebte. Er hat seine Erinnerungen aus dieser Zeit aufgeschrieben.
Sein Klassenkamerad Karl Alderath war schon immer fußballbegeistert und fesselte die Zuhörer in seiner Gruppe mit anschaulichen Erzählungen zu den Anfängen des Fußballspiels in Kobern. In seinen Erinnerungen bezeichnete er diese Anfänge als „Meuterei“. Hermann Müller hat seine Erinnerungen an den 2. Weltkrieg und die Nachkriegsjahre in einem Büchlein niedergeschrieben und konnte in seiner Gruppe den Schüler/innen mit Auszügen aus dieser Zeit anschaulich schildern, wie schwer diese Zeit für die Kinder und Jugendliche war.
Einige dieser Erzählungen der Zeitzeugen dürfen die Schüler/innen in ihrem eigenen Büchlein veröffentlichen, das sie bis Ende des Schuljahres als Projekt der Klasse 10a zusammenstellen werden. Ausgehend von den Geschichten der Zeitzeugen haben die Schüler/innen bereits in einem Workshop mit Ernst Heimes eigene Texte zusammengestellt, die sie mit eigenen Illustrationen ebenfalls in diesem Büchlein festhalten wollen.
Am Ende der Veranstaltung konnte die Klasse 10a noch ihre Zeitzeugen dem neuen Schulleiter Dieter Möntenich vorstellen und dieses Treffen auf einem Erinnerungsfoto festhalten.
Die Schülerinnen und Schüler bedankten sich bei den Zeitzeugen für die interessanten Gespräche und freuen sich auf weitere Treffen im neuen Jahr. Am Holocaust-Gedenktag werden sie ihnen einige ihrer Texte und Illustrationen präsentieren.
Weitere Zeitzeugen sind, so die Jugendlichen, dann auch willkommen.
