Lokalsport | 19.06.2014

MSC Dreckenach beim 20-jährigen Jubiläum des Erzbergrodeos

Im Sturm auf „Eisenerz“

Peter Anger und Tim Pagelsdorf am Checkpoint 4.privat

Dreckenach. An der härtesten World Xtreme Enduro Veranstaltung über vier Tage am Erzberg in der Steiermark nahmen wieder zahlreiche Enduro-Athleten teil. Auch großen Namen der Weltelite wie Jonny Walker (GBR), Wade Young (RSA), Graham Jarvis (GBR), Andreas Lettenbichler (GER) und Jan Peters (GER) waren bei dem 20-jährigen Jubiläum des Erzbergrodeo XX - 2014 dabei. Der erste Tag des Erzbergrodeos begann mit dem „Rocket Ride“. Es musste ein dreiteiliger Steilhang in Bestzeit bezwungen werden. Hier startete vom MSC Dreckenach Rainer Wallscheid und legte zwei gute Läufe hin. Für die Teilnehmer standen dann am die ersten Qualifikationen für das Hauptevent auf dem Programm.

Beim „Iron Road Prolog“ starteten 1500 Teilnehmer mit laufendem Motor nacheinander per Startampel am Fuß des Erzbergs, um über eine circa 13 km lange Schotterpiste, das Ziel auf dem Gipfel in einer schnellst möglichen Zeit zu erreichen. Dieser Aufgabe stellten sich die Streiter des MSC Thorsten Emmerich, Tim Pagelsdorf, Mike Wienand, Youngstar Peter Anger und Rainer Wallscheid. Auch Kerstin Konrad nahm unter dem extra geführten Ladys Cup am Prolog teil. Die 500 schnellsten Fahrer qualifizierten sich für einen Startplatz im Hauptrennen. Darunter waren Tim Pagelsdorf mit Start-Nr. 319 in der Startreihe 7 und der 16-jährige Peter Anger. Peter war einer der jüngsten Teilnehmer und erkämpfte sich bei seiner ersten Teilnahme am Erzbergrodeo Platz 482 von 1500 Startern im Iron Road Prolog und damit einen Startplatz in der zehnten Startreihe beim „Red Bull Hare Scramble“. Er beendete das Rennen mit Platz 269 bei Checkpoint 6 (Ludwig´s Land) zusammen mit Tim Pagelsdorf auf Platz 278. Mike Wienand belegte im Prolog Platz 586. Thorsten Emmerich musste leider seine Träume für einen Start im Scramble nach einem Sturz und einem Reifenschaden am Berg begraben. Rainer Wallscheid hatte, nach seinem guten Auftakt beim Rocket Ride, jedoch in beiden Qualifikationsläufen das Pech, sich einen Plattfuß einzufangen.

Die Best of 500 wurden in das Startfeld eingelassen und die Fahrer nahmen ihre Plätze zum „Red Bull Hare Scramble“ ein. Die Stille vor dem Massenstart der ersten Reihe - pünktlich zu High Noon - erzeugte eine unglaubliche Spannung sowohl bei den Teilnehmern als auch bei den Zuschauern. In einem Abstand von zwei Minuten wurden dann jeweils die folgenden Startreihen freigegeben. Es galt, die neue 25 km lange Strecke mit ihren extrem schwierigen Hindernissen zu bewältigen sowie alle 23 Checkpoints in der richtigen Reihenfolge innerhalb von vier Stunden anzufahren.

Direkt nach dem Start des Hare Scrambles ging es schon heftig zur Sache. Durch Wasser und tiefen Schlamm führte die Strecke rasant um die Kurve und den ersten Schotteranstieg hinauf. So mancher Fahrer aus der ersten Startreihe hatte schon hier seine Schwierigkeiten und nicht wenige mussten einen komplett neuen Anlauf starten. Während sich die Spitzenfahrer schon den nächsten Checkpoints näherten, gaben viele aus den hinteren Startreihen bereits nach den ersten Schottertrassen entnervt und entkräftet auf. Der Berg forderte wieder einmal seine ersten Tribute. Ab Checkpoint 12 (One Way Train) waren dann nur noch 92 Fahrer im Feld. Die schwierigsten Abschnitte haben Namen wie Devil´s Kitchen (5), Branding Iron (7), Elevator (10) und Dynamite (21).

Hier galt es, egal wie, das Motorrad fahrend, schiebend oder ziehend über die Felsen, Bäume, Geröllhalden und Schottersteilhänge zu bugsieren.

Jeder für sich, aber auch mit der Hilfe von Helfern, solange Adrenalin und Kraft ausreichten, um von einem Kontrollpunkt bis zum nächsten zu kommen. In diesem Jahr erreichten insgesamt 31 Fahrer in der vorgegebenen Zeit das Ziel. Gewonnen hat der Brite Jonny Walker in einer Rekordzeit von 98 Minuten mit einem beeindruckenden Vorsprung vor dem zweitplatzierten Graham Jarvis. Der Routinier Lettenbichler kam mit zwei Minuten Rückstand auf Jarvis als Dritter ins Ziel.

Peter Anger und Tim Pagelsdorf am Checkpoint 4.Foto: privat

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