Allgemeine Berichte | 07.11.2013

„Lehmensart“ lud zu außergewöhnlicher Theatertour ein

Künstlern auf die Finger geschaut

Der Lehmener Schriftsteller Stefan Gemmel sowie Regisseur Frank Eller gingen mit „auf Tour“.privat

Lehmen. Das, was derzeit in der Koblenzer Kulturfabrik vom Jugendtheater geboten wird, ist überwältigend. Das zumindest sagen alle, die sich die aktuelle Produktion „Schattengreifer“ bereits angesehen haben. Doch die Kulturinitiative „Lehmensart“ setzte noch eines drauf und gewährte einmalige Einblicke ins Theatergeschehen. Der Gruppe ist sehr daran gelegen, Kultur auf stets neue und intensive Art zu vermitteln. Das gelang unter anderem bereits zweimal mit den hoch qualitativen Klassik-Konzerten in der Kirche in Moselsürsch als auch stets mit den besonderen Vorträgen und Diskussionen in der Fastenzeit.

Dieses Mal hatte die Gruppe zwei Theaterschaffende eingeladen, die unmittelbar an der Schattengreifer-Produktion beteiligt waren: den Lehmener Schriftsteller Stefan Gemmel sowie den Regisseur Frank Eller. Beide Künstler erklärten sich bereit, mit den 110 Teilnehmern in KEVAG-Bussen nach Koblenz zu fahren, um sich das Theaterstück anzuschauen.

Auf der Hin- und auch auf der Rückfahrt gewährten die beiden Künstler Einblicke in ihre Arbeit an dem Theaterstück. So erfuhren die Zuhörer, dass es für den Autor, der die Vorlage nach den eigenen Jugendbüchern erstellte, einen großen Unterschied darstellt, einen Roman oder ein Theaterstück zu verfassen. Stefan Gemmel berichtete ganz ehrlich, dass er von der Dramaturgin des Stückes, Alexandra Freund, sehr viel gelernt hatte, was zum Beispiel die Konstellation der Figuren auf der Bühne und das Entwerfen von Dialogen anging. Während es im Roman möglich sei, mehrere Leute an einem Ort zu versammeln, während nur zwei Menschen miteinander sprechen, sei dies „tödlich“ für die Theaterfassung, erklärte Gemmel. „Denn nichts ist einschläfernder als Figuren, die nur wartend auf der Bühne stehen. Diesen Kunstgriff hat mir die Dramaturgin gezeigt und ich fand es spannend, ihn anzuwenden.“ In seiner gewohnt offenen Art stellte Stefan Gemmel den Entstehungsprozess von den Büchern zur Theatervorlage anschaulich dar.

Frank Eller hingegen gab Einblicke in die Arbeit eines Regisseurs. Er erzählte vom Casting mit über 100 Bewerbern, von denen nur 22 ausgewählt werden konnten. Auch gibt es keine Doppelbesetzung der einzelnen Rollen, sodass alle Schauspieler immer präsent sein müssen.

Das ist harte Arbeit für die unentgeltlich auftretenden Kinder und Jugendlichen. Klar, dass nicht alles glatt läuft, aber im Großen und Ganzen hat sich ein toller Teamgeist entwickelt, nicht zuletzt bei einem gemeinsamen Probenwochenende.

Von dem eigentlichen Stück zeigten sich alle Zuschauer überaus beeindruckt. Das aufwändige Bühnenbild, die mitreißende Musik und die kunstvollen Kostüme boten einen Augen- und Ohrenschmaus von besonderer Qualität. Doch vor allem das hoch professionelle Spiel der sechs- bis fünfzehnjährigen Kinder und Jugendlichen riss das Publikum mit. In jeder Sekunde war ihnen die Spielfreude anzusehen.

Die Dialoge flossen nahtlos ineinander, die Gags saßen und auch die Tanz- und Gesangseinlagen waren perfekt aufeinander abgestimmt. „Ich hatte Gänsehaut von der ersten bis zur letzten Sekunde“, sagte eine Lehmensart-Besucherin und eine weitere meinte: „Die wertvolle, philosophische Aussage des Stückes war so gut herausgearbeitet, dass selbst jüngere Kinder sie verstehen können. Das hat mir gefallen. Ein Zuschauer sagte schließlich: „So professionell hätte ich mir ein Jugendtheater nicht vorgestellt.“ Und sowohl Frank Eller als auch Stefan Gemmel konnten auf der Rückfahrt erklären, wie man solch eine hohe Qualität durch gezielte Probenarbeit und Jugendförderung erreichen kann. „Wir sind beide selbst begeistert und oft auch überrascht, wozu die Kids auf der Bühne fähig sind“, gaben die beiden Künstler allerdings auch ehrlich zu.

Diesen besonderen Theaterabend jedenfalls werden die kleinen und großen Gäste wohl nicht so schnell vergessen. Hiermit möchte sich die Kulturinitiative nochmals ausdrücklich bei Stefan Gemmel für sein unermüdliches ehrenamtliches Engagement bedanken!!

Adventskonzert - wer backt im Vorfeld Plätzchen?

Am Freitag, 15. Dezember, findet um 17 Uhr ein Adventskonzert in der St. Castorkirche in Lehmen mit dem Kirchenchor Caecilia und dem Kinder- und Jugendchor „Young Singers“ unter der Leitung von Nicole und Michael Fuxius statt. Der Eintritt hierzu ist frei.

Im Vorfeld sucht Lehmensart Senioren, die Lust haben, in der Gemeinschaft mit anderen Plätzchen zu backen. Carola Ibald organisiert das Backen im Pfarrheim für den 10. und 11. Dezember jeweils ab 15. Uhr; sie freut sich über viele kreative und motivierte Bäcker/-innen und leckere Plätzchen, die dann für einen guten Zweck am Konzerttag verkauft werden. Info bei Carola Ibald unter Tel. (0 26 07) 63 43.

Der Lehmener Schriftsteller Stefan Gemmel sowie Regisseur Frank Eller gingen mit „auf Tour“.Foto: privat

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