Allgemeine Berichte | 22.05.2014

Lehmensart geht neue Wege

Literatur der besonderen Art

Petra Reategui las aus ihrem Roman „Moselhochzeit“

Petra Reategui bei der Lesung ihres Buches Moselhochzeit.privat

Moselsürsch. Ein Sonntagnachmittag im Mai im malerischen Moselsürsch, dem auf der Höhe gelegenen Ortsteil von Lehmen und ein Literaturerlebnis besonderer Art. Lehmensart, zwischenzeitlich bekannt dank seiner immer neuen Initiativen und Angebote, hatte die Schriftstellerin Petra Reategui, die Teile des Jahres in Moselsürsch lebt, gebeten, eine „Straßenlesung“ aus ihrem Roman Moselhochzeit durchzuführen. Es war für die Zuhörer, die atemlos zuhörten, die packende Geschichte um den Mord an Joseph Brachtendorf vor 200 Jahren. Untermalt von Begebenheiten bei der Recherche zu der Geschichte und Anekdoten mit Menschen, die viele Daten und Fakten zu Ereignissen und Örtlichkeiten beigesteuert haben, war es eine kurzweilige Lesung an einem besonderen Ort. 60 Zuhörer hatten den Weg zum Brunnen nach Moselsürsch gefunden und lauschten den Worten der Autorin.

Im Jahr 1814 wurde Joseph Brachtendorf vom Kergeshof ermordet aufgefunden. Noch heute erinnert ein Wegekreuz, das vielen sicher schon auf ihren Streifzügen durch die Lehmener Umgebung aufgefallen ist, an dieses historische Ereignis. Wer aber war damals der Mörder? Wurde er das Opfer von französischen Soldaten, die nach Napoleons Niederlage auf ihrem Rückzug von Rhein und Mosel das Maifeld unsicher machten? Oder war der Mörder gar ein Fuhrmann aus dem protestantischen Winningen, mit dem er sich heimlich traf? Eine Begegnung zwischen Katholiken und Protestanten - zu dieser Zeit unvorstellbar.

Das Geheimnis um den Mörder wurde bei der Lesung nicht gelüftet. Vor 200 Jahren gab es 20 Häuser auf dem Kergeshof, heute sind es 10. Bis auf eine Ausnahme heißen auch heute die Bewohner mit Nachnamen „Brachtendorf“.

Lukas Brachtendorf und Adolf Brachtendorf, aber auch viele andere haben Petra Reategui mit Informationen zum Roman versorgt und dabei so manche Geschichte zum Besten gegeben. Das hat natürlich die Faktensuche sehr bereichert. Ein Ermittler aus Münstermaifeld, der Friedensrichter Spitzlay, muss Licht ins Dunkel bringen und gerät dabei selbst in tödliche Gefahr. Diese Figur ist frei erfunden, wobei es den Beruf des Friedensrichters natürlich gab. An der ausgestellten historischen Landkarte konnte man die Wege der Romanfiguren verfolgen, um sich ein besseres Bild von den Gegebenheiten zu dieser Zeit zu machen. Am Büchertisch von Ernst Heimes konnte jeder die „Moselhochzeit“ erstehen und sich das Buch natürlich von der Autorin signieren lassen. Auf Wunsch der Autorin werden die Eintrittsgelder für einen guten Zweck in Moselsürsch gespendet.

Die nächste Veranstaltung von Lehmensart ist wieder in Moselsürsch.

Ron Entleutner führt die drei letzten Brandenburgischen Konzerte auf. Ullrich Stelter wird moderieren. Karten können in der Bäckerei Herold (Hauptstraße, Lehmen), in Hans-Michels Hofladen (Kirchstraße, Lehmen-Moselsürsch), unter Tel. (0 26 07) 96 16 69, unter www.lehmensart.de und unter www.ticket-regional.de (zum Ausdrucken oder Zuschicken) erworben werden.

Petra Reategui bei der Lesung ihres Buches Moselhochzeit.Foto: privat

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