Die Aufführung der „Carmina Burana“ begeisterte in Moselsürsch
Musik wie ein Orkan
Lehmen. Wieder einmal war es der Kulturinitiative „Lehmensart“ gelungen, etwas Besonderes zu bieten. Im Rahmen der Maifeld Classics wurden in der Filialkirche Sankt Ägidius in Moselsürsch die „Carmina Burana“ aufgeführt. Die Menschen saßen dicht gedrängt, denn sehr viele wollten an dieser Aufführung des Werkes des Komponisten Carl Orff teilhaben. Schon die musikalische Eröffnung mit dem Lied „Fortuna Imperatix Mundi“ (Glück, die Kaiserin der Welt), erzeugte Gänsehaut. Die klanggewaltigen Töne, die sich im Kirchenschiff ausbreiteten, berauschten, erfassten die Zuhörer wie ein Orkan und ließen die Vorfreude auf das Kommende steigen. Die Kulturinitiative „Lehmensart“ wurde von Karl-Jürgen Wilbert vertreten, der sich in seiner Ansprache bei den Sponsoren bedankte: „Danke an die Sponsoren, davon haben wir eine Menge gebraucht!“ Ebenfalls bedankte er sich beim Pfarrer Schuh, der wieder einmal die Kirche zur Verfügung gestellt hatte. „Es ist für mich eine schöne Selbstverständlichkeit, dass wir die Kirche für die Maifeld Classics zur Verfügung stellen!“ antwortete Pfarrer Jörg Schuh. Die Aufführung der „Carmina Burana“ in der Fassung für Soli, Chor, zwei Klaviere und Schlagwerke wurde unter anderem gestaltet von drei Solisten: Jona Mues vom Stadttheater Koblenz verlas mit viel Enthusiasmus Texte, Christian Rohrbach (Tenor) und Richard Logiewa (Bass) begeisterten mit ihrem Gesang. Unter der musikalischen Leitung von UMD Ron-Dirk Entleutner, dem man den Spaß an seiner „Arbeit“ ansah, brillierten der Universitätschor Koblenz, der Sankt Martinschor Bad Ems, das Schlagzeugensemble des Jugendsinfonieorchesters Leipzig und an den Klavieren Eberhardt Nöst und Peter Babnik. „Carmina Burana“ steht lateinisch für Beurer Lieder oder Lieder aus Benediktbeuren und ist der Titel einer „szenischen Kantate“ von Carl Orff aus den Jahren 1935 bis 1936. Grundlage waren Lied- und Dramentexte aus dem 11. und 12. Jahrhundert, die in mittellateinischer und mittelhochdeutscher Sprache verfasst waren. Selten werden szenische Aufführungen geboten, die meisten Aufführungen sind Konzerte. Carl Orff vertonte die Lieder vollkommen neu. Er traf eine Auswahl von Themen, die das Leben in seiner Lust, Freude und Leid darstellten. Nach zahlreichen Problemen wurde sein Werk 1937 uraufgeführt und rasch zu einem der populärsten Stücke ernster Musik des 20. Jahrhunderts. Für Carl Orff stand nun fest, dass alles was er vorher komponiert hatte, gegenüber seinem Werk „Carmina Burana“ wertlos geworden war. An diesem Abend präsentierten die Akteure die reduzierte Form des Originalwerkes in teils altdeutschen, lateinischen und altfranzösischen Texten. Es war ein unvergesslicher Konzertabend, anspruchsvoll, mitreißend und mit einer wunderbaren Atmosphäre in der Sankt Ägidius Kirche in Moselsürsch. Weitere Information über das Kulturangebot von „Lehmensart“ gibt es unter www.lehmensart.de.
Enthusiastisch trug Jona Mues seine Texte vor.
