Auszeichnung in Kobern-Gondorf
RWE-Klimaschutzpreis wurde bereits zum dritten Mal überreicht
Verbandsbürgermeister Bruno Seibeld und RWE Deutschland übergeben Klimaschutzpreise 2013 - 1.250 Preisgeld für fünf Preisträger
Kobern-Gondorf. Fünf Projekte in der Verbandsgemeinde Untermosel wurden in Kobern-Gondorf mit dem Klimaschutzpreis 2013 ausgezeichnet. Gemeinsam mit Bürgermeister Bruno Seibeld überreichte Michael Dötsch, Leiter der Region Rauschermühle bei RWE, die Urkunden und gratulierte den fünf Gewinnern. Das Preisgeld in Höhe von insgesamt 1.250 Euro stellt RWE Deutschland zur Verfügung.
Beim ersten Preisträger handelt es sich um Familie Möhring aus Lehmen. „Wir haben unser Einfamilienhaus in Stufen energetisch saniert, um Energiekosten zu reduzieren und unseren Beitrag zur Reduzierung des C02-Gehalts zu leisten“, betonte Lars Möhring bei der Preisverleihung. Dazu wurde zunächst die Decke im Dachgeschoss des Einfamilienhauses komplett erneuert, mit mineralischen Werkstoffen vorgedämmt, eine Dampfsperre angebracht und mit einer neuen Holzdecke verkleidet. Die Hausaußenwand wurde mit wärmedämmenden Steinen und Putz teilerneuert. Sämtliche Fenster und Glasbauelemente wurden durch neue dreifach verglaste Fensterelemente ersetzt. Eine neue Heizungsanlage mit Gas-Brennwert-Therme wurde eingebaut und alle Heizkörper gegen neue, platz- und energieeffiziente Heizkörper ausgetauscht.
Für emissionsfreies Fahren wurde Matthias Etzkorn aus Lehmen ausgezeichnet. Als begeisterter Radfahrer ist er auf ein Elektrofahrrad umgestiegen. Um das Problem des „Sauberen Tankens“ zu lösen, griff der Idealist in Sachen Umweltschutz auf zwei ausrangierte Notstrombatterien und einen vorhandenen Wechselrichter zurück. Die ohnehin auf der Dachfläche seines Wohnhauses geplante netzgebundene Solaranlage wurde um drei klassische Camping-Solar-Module erweitert. „Ein kleiner Laderegler, ein paar Stecker und Leitungen und schon war die Insellösung perfekt“, sagte der Preisträger anlässlich der Verleihung und abschließend: „Jetzt lädt mir die Sonne tagsüber die Batterien auf und ich kann nachts in aller Ruhe meinen „E-Bike-Tank“ in Form einen 0,55 kWh starken Akkus füllen. Auf diese Weise bin ich seit mehr als 1.800 km emissionsfrei unterwegs.“
Warum die Ortsgemeinde als weiteren Preisträger den Angelverein Lehmen vorgeschlagen hat, erläuterte Ortsbürgermeister Günter Deis. Der Verein erhielt für die Reparatur des vereinseigenen Weihers den RWE-Klimaschutzpreis. Der Wasserpegel hatte sich im vergangenen Jahr erheblich gesenkt. Durch die Mithilfe von Naturfreunden konnte die undichte Stelle nahe des Uferbereiches schnell lokalisiert werden. Sie befand sich nahe des Uferbereiches; deshalb war ein komplettes Ablassen des Wassers nicht erforderlich und die Fische konnten in ihrem gewohnten Lebensraum bleiben. Die lokalisierte Stelle wurde “trockengelegt“. In aufwendiger „Handarbeit“ verdichteten die Helfer den Bereich schichtweise mit Lehm. „Der Arbeitsaufwand von 50 Arbeitsstunden hat sich gelohnt. Der Wasserpegel ist wieder gestiegen und zeigt sich konstant“, so der Ortsbürgermeister.
Für die Freistellung von Wacholderbüschen sorgte der Heimatverein Macken. „Der Verein engagiert sich für Pflege und Erhalt dieser schönen Rarität. Es ist geplant, nach der Vegetationsphase in den Wintermonaten auch bedrängendes Buschwerk um den Wacholder zurückzunehmen. Die nur auf Magerstandorten anzutreffenden Wacholderheiden bieten Lebensräume für anspruchsvolle und mittlerweile sehr seltene Pflanzen- und Tierarten“, erklärte Thomas Schmitt, erster Vorsitzender des Heimatvereines Macken.
Warum die Ortsgemeinde Kobern-Gondorf die St. Hubertus Schützenbruderschaft 1861 e.V. zur Verleihung des RWE-Klimaschutzpreises vorgeschlagen hat, erläuterte Jürgen Georg, Erster Beigeordneter: „Seit einigen Jahren stehen Umweltaspekte verstärkt im Fokus der Vereinsführung. Neben der eigenen Stromerzeugung durch eine Photovoltaikanlage auf dem Dach der Schützenhalle steht für die Schützen ein verantwortungsvoller Umgang mit vorhanden Ressourcen und die Verringerung der Umweltbelastungen im Mittelpunkt des Vereinslebens. In 2013 wurde eine elektronische Anlage zur Reduzierung des Verbrauchs von Schießscheiben angeschafft. Das jeweilige Schießergebnis wird nicht mehr durch ein Loch in einer Schießscheibe, sondern durch eine Anzeige am Monitor dokumentiert. Alleine auf einen einzigen Rundenwettkampf bezogen können damit 192 Schießscheiben durch zwei DinA4-Blätter ersetzt werden“, betonte Brudermeister Bernd Sauer.
„Wenn wir die bundes- und landespolitische Zielsetzung ernst nehmen, besteht keine Wahl darüber, ob zu handeln ist. Es macht aber auch notwendig, dass wir alle gemeinsam Überlegungen in den verschiedensten Bereichen anstellen. Dabei sind es nicht immer die riesengroßen Projekte, die zum Erfolg beitragen. Oft sind es viele kleinere Maßnahmen, die die Energiewende auch hier in den Ortsgemeinden vorantreiben. Mit dem RWE-Klimaschutzpreis wollen wir Initiativen würdigen, die in besonderem Maß Energie effizient einsetzen oder die Umweltbedingungen in den Kommunen erhalten oder verbessern und damit auch andere zur Nachahmung anregen“, betonte RWE-Kommunalbetreuer Michael Dötsch, Leiter der Region Rauschermühle.
