Allgemeine Berichte | 16.10.2014

Kirchenchor "Cäcilia" Oberfell

Unterwegs zu Mäusen und Mühlen

Familienausflug in die Eifel führte nach Neroth (Mausefallenmuseum) und zur historischen Wassermühle in Birgel

Etwa 35 Sängerinnen und Sänger nebst Angehörigen und Freunden vor einem ehemaligen unterschlächtigen Wasserrad der Birgeler Mühle.Privat

Oberfell. Wie es bei der „Cäcilia“ Oberfell schon Tradition ist, fand kürzlich der Familienausflug statt. So trafen sich zum Start circa 35 unternehmungslustige und gut gelaunte Chormitglieder nebst Angehörigen und Freunden am Gasthaus „Zur Krone“.

Die herzliche Begrüßung durch die Vorsitzende Hanne Rausch, das traditionelle Reisegebet und der Busfahrer sorgten für eine unbeschwerte und ab etwa Mendig auch nebelfreie und sonnige Fahrt. Nach der Ankunft im schmucken Neroth wurde sich zuerst auf dem Dorfplatz mit Fleischwurst, Brötchen, Kaffee, Sekt und Oberfeller Wein gestärkt, ehe es in das in der denkmalgeschützen Schule untergebrachte Museum ging. Freundlich begrüßt wurde die Gruppe sodann im 1995 zum Gemeindehaus umgebauten Sprünkerhaus (1840).

Dort wurde das Programm erläutert und ein interessanter Kurzfilm mit dem Titel "Mausfallkrämer" kommentiert, der zeigte, wie man in der Nordeifel aus einer Nagerplage eine Einkommensquelle machte.

Mausefallenmuseum

Anschließend ging es in das benachbarte, 1990 eingerichtete, Museum. Mittelpunkt ist dort die wiederaufgebaute historische Werkstatt der letzten Nerother Drahtwarenfabrik J.J. Pfeil & Cie. Insbesondere für die Handwerker unter den Ausflüglern war die Maschinenkombination beeindruckend, die die Holzbearbeitung und die Drahtbiegevorgänge verblüffend vereinfachten und erleichterten. Liebe- und detailvoll gezeigt werden die verschiedenen Produktionsphasen des Drahtwarengewerbes. In den vielen Regalen standen z.B. längliche Kastenfallen, in denen die Mäuse beim Benagen des Köders einen Schnapp-Mechanismus auslösen. Oder halbkugelförmige Korbfallen, in deren Kuppel ein schmales Eingangsloch aus nach innen gebogenen Drähten zwar das Hineinkrabbeln in Richtung Köder ermöglicht, ein späteres Entfliehen aber verhindert. In den Notzeiten des vorherigen Jahrhunderts stellten auch Frauen, Alte und Schulkinder in Heimarbeit Mausefallen (z.B. Korbmausefallen, Lochmausefallen, automatische Wasserfallen) und sonstige Drahtwaren (Topfuntersätze, Schneebesen, Fruchtkörbchen u.v.m.) her. Die Handwerker arbeiteten bis zu 13 Stunden täglich „am Draht“ und Hausierer aus dem Ort verkauften die Waren bis nach Breslau, München oder Königsberg. Sangesbruder Edmund Horbert bspw. kann sich zu Kindeszeiten an Nerother Mausfallkrämer erinnern, die durch sein Heimatdorf zogen.

"Historische Wassermühle"

Nach dem Staunen über die nützliche, aber auch tödliche Flecht- und Biegekunst fuhr die Gruppe nach Birgel, zum Mühlenzentrum „Historische Wassermühle“. Gut geführt fanden dort Besichtigungen der Getreidemühle, des Sägewerks (Schneidemühle) und der Alte Schmiede statt. Die Sängerschar erlebte, wie durch die Mühlen Korn gemahlen, Holz gesägt, Maische aus Senfsaat angesetzt und Rapsöl hergestellt wurde, sowie die Weiterverarbeitung der Produkte. In der Brenngalerie im großen Saal wurde eine restaurierte und funktionstüchtige Schnapsbrennerei gezeigt und gerne eine Kostprobe der selbst gemachten Liköre genommen. Die sehr interessante und kurzweilige Führung endete zur Kaffeezeit. Und so war es passend, im Mühlenrestaurant ein Stück gedeckten Apfel-Zimt-Kuchen mit einem Pott Kaffee zu genießen.

Nach dem Gruppenbild und Einkäufen im Mühlenlädchen fuhren die Oberfeller Sänger um 17 Uhr zurück Richtung Heimat, um dort zum Abschluss in das Gasthaus „Zur Krone“ einzukehren.

Ein sehr schöner Ausflug, von dem die Teilnehmer sicherlich noch lange erzählen werden, nahm seinen Ausklang.

Etwa 35 Sängerinnen und Sänger nebst Angehörigen und Freunden vor einem ehemaligen unterschlächtigen Wasserrad der Birgeler Mühle.Foto: Privat

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