In Winningen waren die Weiber los
Vorhang auf für die „Candy World“
Winningen. „Wilau - Winningen Helau“ war der Schlachtruf der Möhnen Immerflott am Schwerdonnerstag. In der August-Horch-Halle waren die Tische liebevoll geschmückt, auf jedem Platz lag ein Kuchenherz. „Vorhang auf, wir starten ins Programm!“ Bei diesen Worten hatte die Sitzungspräsidentin Anne Wasserfuhr die Lacher gleich auf ihrer Seite. Denn der Vorhang klemmte. Doch dann gab er den Blick frei auf die Bühne, hergerichtet als „Candy World“. In dieser „süßen Welt“ fand die Obermöhn Heidi I. vom Zuckerwattenstand ihren Platz. Dann hieß es: Bühne frei für die Kindergarde. Die kleinsten schwangen ihre Beinchen und wirbelten über die Bühne, eine von ihnen gab eine Solovorstellung mit dem Hula Hup-Reifen. Da gab es gleich die erste Rakete des Nachmittags und den Spezialorden der Obermöhn: Zuckerwatte. „He Boss, ich brauche mehr Geld“, forderte ein Arbeitsuchender. Roswitha und Julia lieferten sich beim Bewerbungsgespräch einen lustigen Schlagabtausch: „Welche Fremdsprache sprechen Sie?“ „Ich habe beim Arbeitsamt einen Deutschkurs belegt.“ Klar, dass an Weiberfastnacht die Frauen das Sagen hatten, als Gäste und als Interpretinnen. Nur auf der Bühne war Platz für Männer, und zwar als der Elferrat des Winninger Carneval-Vereins die Sitzung besuchte. Ach ja, noch eine Ausnahme: Otto von den Fronhofstuben machte Musik. Der Vorsitzende des WCV, Bernd Stargadsky, hatte Orden mitgebracht. Anne Wasserfuhr wurde als Erste geehrt und bekam ein Küsschen obendrauf. Die Garde des WCV begeisterte mit ihrem „Can Can“. Dann wurde es ernst auf der Bühne, als die „Betschwestern“ bzw. „Kleefkurschte“ (so genannt, weil sie bis zum Schluss bleiben, damit sie alles mitbekommen) mit ihrem Singsang den neuesten Winninger Klatsch verbreiteten. Die hatten es faustdick hinter den Ohren: „Es grüßen in diese Halle die Trauerschnalle!“ Da kamen die Männer nicht gut weg. „Bleiben Sie sitzen und spielen Sie nicht mit der Fernbedienung!“ So kündigte die Sitzungspräsidentin einen Vortrag über und mit Werbung an, bei dem ein kleiner Schlumpf als Ansager fungierte. „Für mich ist es Klopapier!“ „Für mich die längste Serviette der Welt!“ parodierten die Möhnen. So ging es Schlag auf Schlag, ein Vortrag folgte dem nächsten, Tanz reihte sich an Tanz. Es war ein tolles Programm, das die Möhnen Immerflott zu bieten hatten, bei dem die Zeit wie im Flug verging.
Für ihren Soloauftritt bekam die kleine Tänzerin einen großen Applaus.
