Alken startete mit dem Moosemann-Fest in den Frühling
Wie einst der Junker von Leiningen
Jannik Behnke schlüpfte in die Rolle des Retters von Burg Thurant- Nach dem Umzug wurde der Festbaum gerupft
Alken. Bei Sonnenschein und angenehmen Frühlingstemperaturen formierten sich die Teilnehmer eines bunten, musikalischen Festumzugs nebst erwartungsfreudigen Zuschauern in den Alkener Moselanlagen. Der sagenhafte „Moosemann“ machte zum gleichnamigen Fest wieder seine Runde durch den Weinort, begleitet von Burggrafen „Zurn“ mit seinem braven Gaul, nebst Knappen und viel bewaffnetem Gesinde. Die marschierten zu Fuß oder machten es sich auf der Wagenburg Thurant bequem.
Auf den siebenjährigen Jannik Behnke war diesmal die Wahl gefallen, den beliebten Alkener „Moosemann“, alias „Junker Emmerich von Leiningen“ zu spielen. Im Gegensatz zum Original vor vielen Jahrhunderten hatte Jannick allerdings zwei entscheidende Vorteile. Zum einen musste er sich nicht nach Heidelberg begeben, um Pfalzgraf Otto um Hilfe für seinen Herrn auf Burg Thurant zu bitten. Ferner blieb ihm der Sprung vom Nordturm der Burg als dick eingewickeltes Moos-Paket erspart.
Gleichwohl musste er sich während des Festumzugs im geschichteten Moos unter dem geschmückten Festbaum verkriechen, den vier kräftige Träger die Zugstrecke entlang trugen. Unter dem Beifall von einigen Hundert Schaulustigen setzte sich der bunte Lindwurm dann am Sonntagnachmittag in Bewegung und durchlief einmal komplett den gesamten Ort. Musikalisch begleitet vom Fanfarenzug Spay bahnten sich dabei Burgherr, Burgfräulein, Ritter, Knappen, Gesinde und Moosemann-Träger ihren Weg durch die dichte Zuschauermenge, um nach knapp einer Stunde wieder am Ausgangsort einzutreffen. Hier galt es dann für alle Schaulustigen, sich einen Zweig vom Festbaum abzubrechen, der dem neuen Besitzer zu Glück im laufenden Jahr verhelfen soll. Kaum war der Baum geräumt, gab es süße Brezeln, worüber sich vor allem die kleinen Festbesucher freuten. Erneut ein gelungenes Spektakel, das an der Untermosel als Start in den Frühling gilt.
Nach dem Festumzug durch den Ort wird traditionell der Festbaum gerupft - die Zweige gelten als Glücksbringer.
Junge Ritter verteidigten die fahrende „Burg Thurant“ gegen die Angreifer und erinnerten damit an die Legende, die den Ursprung des Festes bildet.
