Allgemeine Berichte | 25.06.2015, 11:00 Uhr

Glasmuseum Rheinbach

Tanja Niemann erhielt den ersten Preis

Die Fachjury trat im Glaspavillon „Hans-Schmitz-Haus“ zusammen, um über die Vergabe der Preise eins bis drei zu beraten.privat
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Rheinbach. Einen Tag nach der feierlichen Ausstellungseröffnung mit 39 Schülerarbeiten aus neun europäischen Glasfachschulen trat die Fachjury im Glaspavillon „Hans-Schmitz-Haus“ zusammen, um über die Vergabe der Preise eins bis drei zu beraten. Die Wettbewerbsarbeiten waren anonymisiert, nur ihre Titel waren den Juroren bekannt, da sie für das künstlerische Konzept relevant sind.

Die Chefkustodin des Finnischen Nationalmuseums Riihimäki, Uta Laurén, die dänische Künstlerin und Dozentin Susanne Jøker Johnsen (Mitglied des Coburger Glaspreises 2014), die künstlerische Direktorin des nordfranzösischen Glasmuseums und -ateliers Sars-Poteries, Anne Vanlatum, der Leiter der Studien- und Experimentierwerkstatt für Glasmalerei, Licht und Mosaik der Akademie der Bildenden Künste München, Thiery Boissel, und der stellvertretende Dekan der Kunst- und Design-Akademie in Usti nad Labem/Aussig (Tschechien), Dr. Jaroslaw Polenecky, kamen ihrer Aufgabe mit Freude und Engagement nach.

Den eingereichten Wettbewerbsarbeiten bescheinigten sie große Energie und würdigten die Ernsthaftigkeit des Bemühens um ein Höchstmaß an Qualität. Die Vielfalt der verwendeten Techniken wurde positiv registriert wie auch der Bezug zur Glastradition in den jeweiligen Ländern. Die Jury möchte die Teilnehmer ausdrücklich ermutigen, die zeitgenössische „Glassprache“ aufzugreifen. Sie erkennt großes Entwicklungspotenzial und ist gespannt, wie sich die „Glaskarrieren“ entwickeln werden. Die Jury betonte, dass die europäische „Glaswelt“ nicht nur kreative Künstler benötigt, sondern auch exzellente Kunsthandwerker, die in der Lage sind, künstlerische Konzepte umzusetzen. Daher sei es zu begrüßen, dass die europäischen Glasfachschulen ein so breites Spektrum abdecken.

Der erste Preis wurde der Rheinbacher Schülerin Tanja Niemann für ihre Arbeit „Verbindung“ zugesprochen, die durch künstlerischen Ausdruck und Poesie überzeugte. Für die inhaltliche Vielschichtigkeit wurden ausgesprochen glasadäquate Umsetzungsformen gefunden. Die drei Schalen „Bowls of Nature“ von Christina Kargl (Glasfachschule Zwiesel), die eher dem Design- als dem Kunstbereich zuzuordnen sind, überzeugen durch hohe handwerkliche Qualität und durch ein tief greifendes Verständnis des Materials. Traditionelle Formen und Veredlungstechniken erfahren eine zeitgemäße Interpretation. Dies gilt auch für die Karaffen- und Schalenform des Sake-Services von Barbora Panochová aus Kamenicky Senov/Steinschönau. Feinheit und Qualität beeindruckten die Jury.

Mit den drei Belobigungen möchte die Jury vor allem experimentelle Ansätze würdigen. Sandra Antonia Stangier, die sich mit der Pâte-de-Verre-Skulptur „Durchblick“ am Wettbewerb beteiligt, sollte die Potenziale der 3D-Technik unbedingt weiter verfolgen und an der Finesse der Formgebung arbeiten. Xenia Kuruschinas Mixed-media-Objekt „WeltUm“ vermittelt eine wichtige Botschaft zur Problematik von Re- und Upcycling sowie der Schonung von Ressourcen. Sie wird ermuntert, ihren künstlerischen Ansatz weiter zu entwickeln. In den beiden aufgetriebenen Gefäßen, deren organisch aufgebautes Innenleben ihre praktische Nutzbarkeit ironisch ad absurdum führt, erreicht Markus Marschmann interessante Materialeffekte.

Die Fachjury trat im Glaspavillon „Hans-Schmitz-Haus“ zusammen, um über die Vergabe der Preise eins bis drei zu beraten.Foto: privat

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