Allgemeine Berichte | 30.04.2013

Internationaler Museumstag im Schloss Sinzig

Abwechslungsreiches Programm

Führungen, eine Sonderausstellung „Franz Steinborn“ und das „Museumscafé“ öffnet wieder

Selbstbewusst und hellwach, so zeigt sich der Maler in einem seiner vielen Selbstportraits. HG

Sinzig. Erneut macht das Heimatmuseum im Schloss beim Internationalen Museumstag mit. Am Sonntag, 12. Mai, steht das Haus interessierten Besuchern von 10 bis 18 Uhr offen. Grund genug, sich einmal in seine Architektur und Geschichte zu vertiefen, von den ehemaligen Bewohnern zu hören oder in die Sammlungen des Heimatmuseums zu schauen. Neben Stadtgeschichte, Skulpturen, Gebrauchsgerät, Möbeln und Gemälden der Dauerpräsentation wird an diesem Tag auch eine neue Sonderausstellung zu sehen sein. „Franz Steinborn – Zeichnungen“ ist sie überschrieben und zeigt ausgewählte Arbeiten aus dem reichhaltigen Schaffen des beliebten Sinziger Malers und Lehrers.

Führungen, Sonderpräsentation und ein kleiner Flohmarkt

Um 11 Uhr und um 14 Uhr gibt es Führungen durch Schloss und Schlosspark. Die rund 50 Zeichnungen der Sonderpräsentation stehen dann um 16 Uhr im Zentrum einer Themenführung mit Museumsleiterin Agnes Menacher. Alle geführten Rundgänge sind kostenlos. Wer Lust auf Kaffee und Appetit auf Kuchen verspürt, ist an diesem Tag ebenfalls bestens im Schloss aufgehoben. Denn nach dem großen Zuspruch bei der Vorjahrespremiere öffnet ab 15 Uhr erneut das „Museumscafé“ mit Getränken und hausgemachten Leckereien. Außerdem lockt ein kleiner Flohmarkt. Es werden interessante Bücher aus Haushaltsauflösungen zu Historie und Heimatkultur angeboten.

Zeichnungen im Fokus

Wo er ging und stand muss Franz Steinborn einen Stift zur Hand gehabt haben. Wann immer ein Gegenstand sein Interesse fand, kribbelte es ihn in den Fingern. Das jedenfalls lassen die zahllosen Zeichnungen aus seiner Hand vermuten. Allein zu der großen Schenkung, die sein Sohn Werner Steinborn im Jahr 2006 der Stadt Sinzig machte, um den Graphiken und Gemälden des Vaters in Sinzig, dessen Heimat- und Wirkungsstätte, „eine dauerhafte Bleibe zu geben“, finden sich neben einzeln aufgeführten 20 Ölgemälden, Aquarellen und Zeichnungen sieben Ordner mit 1240 Skizzen, Studien, Zeichnungen, Entwürfen zu Modellen, Bühnenbildern und Karnevalswagen. Wird berücksichtigt, dass diese Arbeiten nur einen Teil des Gesamtwerkes ausmachen, dann erstaunt die Vielzahl und Bandbreite. Denn von Steinborn, der im Jahr 1900 in Neuenahr (den Badtitel erhielt der Ort erst 1927) geboren wurde und dort, im Hunsrück und später in Sinzig hauptberuflich als Lehrer wirkte, sind vor allem Landschaften und Blumenbilder bekannt. Dass er jedoch mit gleicher Sorgfalt auch gerne Alltägliches festhielt, zeigt in der aktuellen Ausstellung etwa das Küchenmotiv von Töpfen auf dem Herd, über denen Wäschestücke trocknen. Und Steinborn erweist sich als erfahrener Porträtist. Zahlreiche Kinderbilder und Bildnisse von Erwachsenen, darunter markante Selbstportraits, belegen dies in der Ausstellung. Anrührend ist zudem, wie dem Maler kein Motiv zu klein war, um ihm Sorgfalt angedeihen zu lassen. Da gibt es ein Blatt mit lauter blasslila Faltern, freischwebend oder im Anflug auf Blüten. Auf einem weiteren tummeln sich Marienkäfer. Dazwischen zeichnete er Bienen. Gerade der offene skizzenhafte Charakter dieser Studien, die Durchmischung von nur gezeichneten und kolorierten Motiven fängt den Charme des Lebendigen ein.

Liebe zum Lebendigen

Die Auswahl der Sonderausstellung schließt aber auch Ansichten, etwa von Koisdorf, Sinzig und dem Neuenahrer Berg ein und macht Steinborns Liebe zu allem, was wächst, offenkundig, so, wenn er zarte Blüten auf dem Papier sprießen lässt. Mit Kapuzinerkresse in leuchtendem Orange zeigt er seine Begeisterung für die Farbe. Vom französischen Impressionisten Claude Monet ist bekannt, dass er hingerissen von dieser Pflanze war. Er säte seitlich eines Weges bei seinem Haus in Giverny Kapuzinerkresse, die den Pfad im Herbst in einen Blütenteppich verwandelte. Monet sagt einmal: „Ich verdanke es vielleicht den Blumen, Maler geworden zu sein.“ Vielleicht haben auch Steinborns beseelte Aquarelle und feinen Zeichnungen ihren Ausgang im Pflanzlichen genommen. Der Pädagoge und Künstler, der am 18. Juni 1961 auf dem Weg zur Schule einem Herzinfarkt erlag, ist es bis heute nicht vergessen.

Selbstbewusst und hellwach, so zeigt sich der Maler in einem seiner vielen Selbstportraits. Foto: HG

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