Lokalsport | 10.03.2015

SC Bad Bodendorf und SG Bachem/Walporzheim trennen sich

Heim-Remis in Unterzahl erkämpft

Hart erspieltes 1:1 sicherte einen Punkt in der Halbserie der aktuellen Saison

Bad Bodendorf. Der Start in die Halbserie einer Saison ist für viele Mannschaften immer eine Art Reise ins Ungewisse. Nach einer intensiven und, dank der Witterung, oft mühsamen Vorbereitung, gilt es nun die entsprechende Leistung auf den Platz zu bringen, um möglichst mit einem Erfolgserlebnis zu starten. Im heimischen Ahrstadion hatte es der SC Bad Bodendorf bei dieser Mission mit der SG Bachem/Walporzheim als Gegner zu tun. Die Gäste, aktuell im Keller der Tabelle beheimatet, waren durch den Sieg der Reserve des Grafschafter SV endgültig unter Zugzwang geraten und es war klar, dass die Walser-Truppe nicht gewillt war, Gastgeschenke zu verteilen. In der Anfangsphase war den SCB-Akteuren kein Rost der Winterpause anzumerken und ohne Anlaufzeit startete die Seiler-Elf hellwach in die Partie. In der dritten Spielminute wäre dieser starke Beginn um ein Haar mit dem Führungstreffer belohnt worden.

Spielmacher Thomas Bieler konnte das runde Leder gekonnt gegen seinen Gegenspieler behaupten und steckte den Ball im Anschluss sehenswert auf Johann Reiferscheid durch, der jedoch mit seinem Versuch an SG-Keeper Sebastian Stadtfeld scheiterte. Auch in der Folgezeit hielten die Gastgeber das Heft des Handelns fest in der Hand und versuchten durchweg den Ball flach durch die eigenen Reihen laufen zu lassen. Trotz aller Ansehnlichkeit des Zusammenspiels sprangen für die Spieler des SC Bad Bodendorf kaum zwingende Tormöglichkeiten heraus, da es einerseits im letzten Spielfelddrittel an Genauigkeit mangelte und sich andererseits die SG-Verteidigung recht gut disponiert zeigte.

So musste Torhüter Stadtfeld, abgesehen von Standardsituationen, lediglich bei einem harmlosen Versuch von SCB-Kapitän Andreas Knechtges und einem satten Schuss aus halbrechter Position durch Christian Richard wirklich aktiv werden. Wurde der Ball von der Bachemer Defensive erobert, überbrückten die Gäste aus dem Winzerort häufig das Mittelfeld mit langen Schlägen auf ihre Spitzen Thomas Dederich und Patrick Mauel, die jedoch bei den SCB-Recken Sascha Schütter und Paulo Carvalho komplett abgemeldet waren. Insbesondere Erstgenannter zeigte eine bärenstarke Partie und ließ seinem Gegenspieler in den direkten Duellen nicht den Hauch einer Chance.

Spielerische Überlegenheit ließ zur Halbzeit hin nach

Nach etwas mehr als einer halben Stunde bröckelte die spielerische Überlegenheit der Hausherren ein wenig. Mäßig getretene eigene Abstöße, an denen sich zwischenzeitlich drei verschiedene Spieler versuchten, kamen postwendend zurück, und auch wenn daraus keine unmittelbare Gefahr für das Tor von Rückkehrer Nico Schmitz entstand, sorgte dieser Umstand dafür, dass sich die Seiler-Truppe nun weitaus mehr um die Verteidigung kümmern musste, anstatt Druck auf die SG Bachem/Walporzheim ausüben zu können.

In dieser ersten wirklich aktiven Phase der Gäste erzielten diese auch den etwas überraschenden Führungstreffer durch Timo Auen in der 37. Spielminute. Im Anschluss an einen Einwurf an der Eckfahne entglitt den SCB-Akteuren eine vermeintlich harmlose Situation, in der Patrick Mauel sich im Bad Bodendorfer Strafraum nahezu unbehelligt drehen konnte und der Ball zum langen Pfosten gelangte. Dort keimte zunächst noch Hoffnung für die Seiler-Truppe auf, als SG-Manndecker Jürgen Hoffmann im Getümmel den Ball verfehlte, aber sein Teamkollege Auen machte es wenige Momente später besser und drückte das Leder aus kurzer Distanz zur Führung über die Linie. Dieser Treffer versetzte den Hausherren einen kleinen Schock, denn fortan wurde nicht mehr so planvoll und flach kombiniert, sondern zunächst das Heil in langen Bällen gesucht. Diese brachten aber bis zum Pausenpfiff durch Schiedsrichterin Anne Noll nichts ein und so wechselten beide Teams beim Stand von 1:0 die Seiten.

Zweite Spielhälfte war von harten Duellen geprägt

Der zweite Spielabschnitt begann zerfahren und die Spieler beider Mannschaften schenkten sich in harten Duellen nichts. Spielerisch litt die Partie unter diesem Umstand, da es kein Team im Ahrstadion schaffte, durch die zahlreichen Ballbesitzwechsel eine deutliche Spielkontrolle zu erlangen. Der harten und hitzigen Atmosphäre fiel zunächst in der 54. Spielminute SCB-Flügelspieler Christian Richard zum Opfer, der von Spielleiterin Noll mit einer Gelb-Roten Karte des Feldes verwiesen wurde. Das Fehlen seiner engagierten Lauf- und Kampfbereitschaft machte sich, neben der zahlenmäßigen Unterlegenheit, unmittelbar bemerkbar. Auch wenn die verbliebenen zehn Bad Bodendorfer Spieler aufopferungsvoll rackerten und die Defensive um Libero Bastian Steffes weiterhin sicher stand so hatte die SG Bachem/ Walporzheim in der Folgezeit mehr Spielanteile. Aus Sicht der Bad Bodendorfer konnte man jedoch von einem glücklichen Umstand sprechen, dass die Walser-Truppe ihre Überlegenheit nicht konsequent genug ausspielte und so SCB-Keeper Nico Schmitz einen weitgehend geruhsamen Nachmittag verleben konnte.

Lediglich ein Schuss aus der Drehung vom eingewechselten Pascal Großgarten sorgte für erhöhten Blutdruck bei den zahlreichen Zuschauern. Auch wenn der SC Bad Bodendorf in Unterzahl über weitaus weniger Ballbesitz als in der ersten Hälfte verfügte, bemühten sich die Spieler um Kapitän Andreas Knechtges wirklich sehr diesen konstruktiv zu nutzen und weiterhin Fußball zu spielen. Über Torjäger David Langlitz, der am vergangenen Sonntag leider ein wenig in der Luft hing, wurden einige schöne Spielzüge eingeleitet, die jedoch allesamt nichts einbrachten, da vielen Spielern der Heimelf durch die intensive Defensivarbeit auch ein wenig die Kraft in der Offensive fehlte. Doch der tolle Kampfgeist sollte belohnt werden.

In der 72. Spielminute bekam der SC Bad Bodendorf etwa fünfunddreißig bis vierzig Meter vor dem Bachemer Gehäuse einen Freistoß zugesprochen. Marc Füllmann, der für den verletzten Johann Reiferscheid in die Partie gekommen war, brachte das Spielgerät unangenehm und mit unberechenbarer Flugbahn in den Strafraum. Der Ball wurde länger und länger um schlussendlich wie ein Stein zum 1:1-Ausgleich ins lange Eck zu fallen. Somit hatte der frischgebackene Familienvater Füllmann sein Team wieder ins Spiel gebracht.

SCB kämpfte bis zur letzten Minute für die Führung

In der Schlussviertelstunde versuchten elf SG-Akteure noch einmal alles um einen wichtigen Dreier im Abstiegskampf zu landen, aber Angriffswelle um Angriffswelle prallte an der glänzend organisierten SCB-Defensive ab. Auch bei den zahlreichen Ecken und Freistößen der Gäste zeigten sich die Hausherren inklusive Torwart sehr konzentriert im Angesicht der guten Kopfballspieler in den Reihen der Gäste. Natürlich hatte man bis zum Schlusspfiff noch die eine oder andere kleine Schrecksekunde zu überstehen, aber letztendlich war das Unentschieden nach dem Ausgleich nie über längere Zeit ernsthaft gefährdet und so konnte man beim Abpfiff durch Schiedsrichterin Noll von einer gerechten Punkteteilung sprechen.

Fazit: In der ersten Halbzeit verfügten die Hausherren über die reifere Spielanlage und hatten die Partie in der ersten halben Stunde unter Kontrolle. Trotzdem erspielte man sich zu wenige Tormöglichkeiten und die vorhandenen hätten konsequenter genutzt werden müssen. Just als man die Überlegenheit verschenkte, kamen die Gäste zur etwas glücklichen Führung, mit der man auch zum Pausentee ging.

In der zweiten Hälfte hatte die SG Bachem mehr vom Spiel, aber die SCB-Akteure belohnten sich mit einem kuriosen Treffer für ihre tolle Moral. Der Punkt wurde schließlich toll verteidigt und ein großes Kompliment gilt der Defensivreihe, die, egal in welcher Besetzung, über die gesamten neunzig Minuten wenig zuließ und Torwart Nico Schmitz ein beschäftigungsarmes Comeback bescherte.

Ausblick: Schon am kommenden Samstag findet das nächste Spiel statt. Auswärts trifft man um 18 Uhr auf die DJK Müllenbach, die sich nach zwei Siegen in zwei Aufeinandertreffen gegen die SG Bengen II an nur einem Wochenende im Aufwind befindet. Gegen diesen erfahrenen Gegner, der seine Stärken klar in der Offensive besitzt, wird noch einmal eine so konzentrierte Defensivleistung vonnöten sein, um nicht mit leeren Händen die Heimreise vom Nürburgring antreten zu müssen.

Aufstellung: Nico Schmitz, Bastian Steffes, Sascha Schütter, Paulo Carvalho, Andreas Strohe (82. Sven Schütter), Johann Reiferscheid (30. Marc Füllmann), Andreas Knechtges, Thomas Bieler, Björn Fiege, Christian Richard, David Langlitz (87. René Bender).

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