Kirchengemeinde fusioniert
Kirche: Ort für Vielfalt und Orientierung Susanne Müller im Austausch mit Pfarrerin Johanna Karcher
aus Sinzig
Remagen. Eine neu fusionierte Gemeinde und die Frage, wie Kirche in einer Gesellschaft im Wandel ihren Platz findet: Beim Gespräch der SPD-Landtagsabgeordneten Susanne Müller mit Pfarrerin Johanna Karcher von der Evangelischen Hoffnungsgemeinde Rhein-Ahr ging es um weit mehr als die organisatorischen Veränderungen nach der Fusion. Im Mittelpunkt standen die Menschen, die Vielfalt innerhalb der Gemeinde und die Rolle, die Kirche heute und künftig übernehmen kann.
Die Hoffnungsgemeinde ist Anfang 2026 aus dem Zusammenschluss der evangelischen Kirchengemeinden Remagen-Sinzig und Oberwinter entstanden. Rund 4.500 Menschen gehören der neuen Gemeinde an. Für Pfarrerin Johanna Karcher ist die Fusion auch eine Chance, Gemeinde neu zu denken. Eines ihrer Anliegen ist es, dass sich die Vielfalt der Mitglieder stärker in der Gemeindearbeit widerspiegeln könnte und Menschen ermutigt werden, selbst Teil des Gemeindelebens zu werden und es mitzugestalten.
Ein Schwerpunkt des Austauschs war deshalb die Frage, wen Kirche heute erreicht und wie neue Wege zu den Menschen eröffnet werden können. Angesichts sinkender Mitgliedszahlen und zahlreicher Kirchenaustritte stellt sich zugleich die Frage, was Menschen heute von Kirche erwarten. Dabei gehe es nicht nur um konkrete Angebote, betonte Karcher: „Kirche kann ein Ort sein, an dem Menschen einfach als Menschen gesehen werden, unabhängig davon, was sie leisten oder mitbringen. Gerade in einer Zeit, in der viele Lebensbereiche von Leistung und Erwartungen geprägt sind, kann die Botschaft ‚Du bist gut, so wie du bist‘ etwas sehr Wertvolles sein.“
Auch die gesellschaftspolitische Rolle der Kirchen war Thema. Im Mittelpunkt stehe dabei keine parteipolitische Positionierung, sondern der Anspruch, aus christlichen Werten heraus Haltung zu zeigen, so etwa für Menschenwürde, Mitmenschlichkeit, Frieden und gesellschaftlichen Zusammenhalt.
„Gerade in politisch und gesellschaftlich herausfordernden Zeiten brauchen Menschen Orte, die Halt geben, Begegnung ermöglichen und Orientierung bieten. Kirche kann einen solchen Wertekompass vermitteln, der auch im Alltag Orientierung gibt und darin bestärkt, Haltung zu entwickeln und Verantwortung zu übernehmen“, betonte Susanne Müller.
Die neu entstandene Hoffnungsgemeinde steht damit nicht nur organisatorisch vor einem Neuanfang. Die Fusion bietet auch die Chance, Bewährtes weiterzuführen, Neues auszuprobieren und gemeinsam zu gestalten, wie Kirche für die Menschen vor Ort da sein kann. Für die weitere Ausgestaltung der Kirchenarbeit wünschte die Abgeordnete der Pfarrerin Mut, auch neue Wege zu gehen und alles Gute für die Arbeit in den unterschiedlichen kirchlichen Gremien. Als ehemalige evangelische Religionslehrerin ist ihr auch der Austausch mit kirchlichen Vertreter*innen wichtig, denn kirchliche Träger sind nach wie vor relevante und große Akteure in den Bereichen Bildung, Soziale Arbeit, Pflege und mehr. Dies gibt Einblicke in Lebensrealitäten, die sonst schwer zugänglich sind.
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MdL Susanne Müller und Pfarrerin Johanna Karcher Foto: Wahlkreisbüro Susanne Müller